Ein Weblog von



Dr. Andreas Belwe

Aktuelle Beiträge

Quatsch
Wie stellst du dir denn eine Welt ohne Geld vor. Geld...
Brokervergleich24.net - 25. Apr, 12:29
Ohja !!!
Das kennen wir doch alle zur genüge !
Elektrische Zigarette - 18. Apr, 15:13
Dem dicken gehts gut....
Dem dicken gehts gut. Habe auch gemerkt das Humor von...
Suchmaschinenoptimierung - 18. Apr, 07:38
"Philosophen ist anscheinend...
"Philosophen ist anscheinend nie langweilig, sonst...
Marian - 16. Apr, 18:15
Sinn des Lebens
Ich glaube dass man auf die Frage was der Sinn des...
Fred - 1. Apr, 14:53

RSS-Feed

Bleiben Sie auf dem Laufenden!
xml version of this page
xml version of this page (summary)
xml version of this page (with comments)

Suche

 

Archiv

August 2006
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 1 
 3 
 5 
 6 
 8 
10
11
13
15
16
18
19
21
22
24
25
27
28
30
31
 
 
 
 

Luxus

Luxusblog1


Es gibt einen Satz bei Ernst Bloch, der mehr über Luxus aussagt als alle Lifestyle-Theorien zusammen: „Legt man noch ein halbes Stück Zucker neben die Tasse, nachdem der Kaffee schon gesüßt ist, so ist das so angenehm, ausruhend und luxuriös, wie wenn man sich vor dem Aufstehen noch einmal auf die andere Seite legt."
Bescheidener Überfluss kann bereits Luxus sein. Annehmlichkeiten, die das Leben zufrieden machen, die voller Aufmerksamkeit und doch en passant genossen werden können, die wir aber nicht brauchen, von denen wir schon gar nicht abhängig sind. Denn etwas zu brauchen macht bedürftig. So sind wir am wenigsten bedürftig, wenn wir am wenigsten brauchen. Ein solches unbedürftiges Leben ist souverän, autark, voller Reichtum. Und zwar Reichtum der Sinne.

Die Selbstbescheidung wird also in den Dienst der Genussfähigkeit gestellt, – ein Rezept, das in der heutigen Konsumistengesellschaft durchaus funktioniert. Für unsere Zeit bedeutet Produktfasten, den geistig-emotionalen Hunger mit immateriellen Werten zu stillen. Denn wo Augen und Ohren übersatt sind, haben Gehirn und Seele nie Hunger.
Die Glückssuche auf dem Wege des Konsums ist vergeblich. Warum? Es gibt Konsumgüter, die zum Leben notwendig sind, und solche, die letztlich nur deshalb nachgesucht werden, weil sie Eindruck machen und den eigenen Status demonstrieren sollen. Dabei handelt es sich um Positionsgüter: Das teure Auto, die Seereise, die goldene Uhr. Diese Güter gelten deshalb als Luxus und somit als begehrt, weil sie lediglich wenigen erreichbar sind. In der Wohlstandsgesellschaft sind aber inzwischen viele Dinge, die früher als Luxusgüter und Prestigeobjekte galten, einer breiten Mehrheit zugänglich geworden. Damit haben sie ihren Luxuscharakter und Prestigewert verloren. Das führt uns zu der Erkenntnis:
Die besten Dinge im Leben sind keine Dinge

Wahrer Luxus liegt in der Kunst, etwas zum Luxus werden zu lassen. Diese Kunst kann man nicht kaufen, sie ist keine Frage des Geldes. Diese Kunst liegt in einem selbst. So unterscheiden uns nicht die teuren Dinge von anderen Menschen, sondern die Art, wie wir damit umgehen.
Der wahre Genuss hängt davon ab, wie man die Dinge schätzt. Denn wenn das Kostbare Gewohnheit wird, ist es kein Luxus mehr, es wird Alltag. Und Alltag ist spannungslos, leblos, lieblos, leidenschaftslos. Alltag, das bedeutet unreflektierter Genuss. In der Einstellung, alles sei selbstverständlich, gibt es keine bewusste Erfahrung von Luxus, sondern nur unbewusste luxuria (lat. Verschwendung).
Wer will das schon? Gehören doch Protzen, Prunk und Prahlerei zum Gehabe von Parvenüs, Promis und Proleten. Im Understatement liegt das Raffinement, so wie jede Andeutung verführerischer ist als die plumpe Tatsache. Der Luxus der postmateriell eingestellten Menschen besteht darin, nicht abhängig von materiellen Gütern zu sein und auch nicht angewiesen auf Statussymbole bzw. dem Druck ausgesetzt zu sein, solche zeigen zu müssen.

Der neue Luxus heißt: Sei anders und passe dich nicht an! Neuer Luxus bedeutet auch, sich Zeit für füreinander nehmen zu können oder für Dinge, die für die persönliche Entwicklung wichtig erscheinen. Neuer Luxus bedeutet Selbstbestimmung in der Lebensgestaltung, etwa ein Leben jenseits aller Konventionen zu führen, und somit die Aussicht auf eine offene Zukunft zu haben – all das ist Luxus in den Zeiten der Sachzwänge und von bleibendem Wert.

Name

Url

Meine Eingaben merken?

Titel:

Text:

 

logo

Philosophie- Blog

P.M. Menü

Neues von aussen

Vom Leben nach dem Tod
Zu Anfang das Fröhliche: Wenn ich Äpfel,...
Sprach-Blog - 30. Jan, 13:28
Das geheimnisvolle Lächeln der Mona Lisa
Zu Beginn ein alter Witz: Ein dummer Student geht baden,...
Sprach-Blog - 27. Jan, 13:50
Ärger mit den Deals
Am Mittwoch habe ich in den Fernsehnachrichten erfahren,...
Sprach-Blog - 23. Jan, 12:41
Mein Problem mit dem Telefon
Meine Eltern haben mir schon im zarten Kinderalter...
Sprach-Blog - 20. Jan, 12:42
Hundekunde
Fast jeder kennt den alten Witz vom englischen Ehepaar...
Sprach-Blog - 16. Jan, 12:48
Dieser Text ist böse
Als ich um die zwanzig war, habe ich mich mit Vorliebe...
Sprach-Blog - 13. Jan, 13:08
Muss man Nazi sein, um Fraktur zu mögen?
Als ich gestern im Wohnzimmer mit einem breit gefächerten...
Sprach-Blog - 9. Jan, 12:46
Wie man klug wird
Ich bitte Sie, meine Damen und Herren, um Ihre geschätzte...
Sprach-Blog - 6. Jan, 12:39