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Marian - 16. Apr, 18:15

Die Suche oder Sehnsucht nach dem Neuen und weil der Mensch Erlesenes lesen sollte
Das Neue ist (zunächst) das Unbekannte.Es kommt oft unverhofft.Unvermittelt verweilt und löst es sich auf wie das Spiel von Schatten und Licht.Das Alte,Bewährte und Vertraute erneuern?Warum eigentlich?Neu ist schick,trendig,aufregend,bunt - eben Pop.Wir lieben das Neue wegen seiner Frische- munter und verführerisch(jung) tritt es uns entgegen.Werbung und Medien produzieren immer wieder Neues.
Botschaften mit Form,Farbe digital aufgebläht mit einem Ziel:Kauf mich!
(Produkt,Idee..)Denn nur so wirst Du glücklich.Und wo bleibt das Alte?
Auf der Wartburg,Eisenach/Thüringen,konnte ich die Ausstellung von "Elisabeth von Thüringen" bewundern.Eine Ausstellung mit modernen(also neuen) Mitteln über das Erhabene des Alten.Vergangenheit von 800 Jahren in lebendiger,faszinierender Vielfalt.
Bilder vom Feinsten.Sensetiv.Anmut und Schönheit.Tiefe.Bewußtsein für Werte.Liebe im Sinn von Caritas- Wechselwirkung von Macht und Ohnmacht.Reichtum und Armut.Und vorallem wurde uns der Mensch die Persönlichkeit(hier Elisabeth, die Heilige und Heilbringende) nähergebracht.Portrait einer wahrenDame,ja Aristokratin, die alles opferte(sich selbst zuerst),Einfluß und Stellung, um selbstlose Hilfsbereitschaft zu leben.
Es mag ja sein, daß die Technik und Wissenschaft immer Neues,vielleicht Nützliches gar Aufregendes für uns entdeckt und entwickelt. Aber wo und wie wird Neues geschaffen, welches Halt, Inspiration und Zufriedenheit garantiert?Neues um jeden Preis?Gehen wir auf die Suche.
Als Reiselektüre hatte ich diesmal eine kleine Lektüre( A Washington Square Press Book) mitgenommen. GREAT IDEAS FROM GREAT BOOKS.
Dr. Mortimer Adler(published 1958) - also alt - beschreibt hier die Methode: HOW TO READ A BOOK; HOW TO THINK ABOUT WAR AND PEACE.Zunächst hatte ich das Buch gewählt, um mein Englisch etwas aufzufrischen. Neben dem refreshment (also neu) kamen mir dann aber auch alte (ancient) Einsichten:Aristophanes,Plato,Aristoteles,Lucretius,
Epictetus,Marcus Aurelius,Plotinus,Augustinus,Thomas von Aquin,Machiavelli,Hobbes,Rebelais,Montaigne,Descartes,Spinonza...
wurden zitiert.Schon wurde mir klar:Ich weiß,daß ich nichts weiß.Wenn ich also wissen möchte, muß altes in neues Denken einfließen: Milton,Pascal,Locke, Hume, Swift und Montesquieu könnten helfen. Wie wäre es, sich mental einmal einzulassen mit Rousseau oder Smith:
The Wealth of Nations.John Stewart Mill hatte ich im letzten Jahr gelesen: Ein alter,konservativer Denker im Geist - ein revolutionärer,progressiver Neudenker im Handeln.Er soll schon mit fünf Jahren mit griechischen Dichtern "Bekanntschaft" gemacht haben(lyrics) und mit dreizehn Jahren kannte er die lateinischen Klassiker.
Mir war das nicht vergönnt. Also habe ich Respekt vor den Alten und mach mich auf zu neuen Ufern.