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Dr. Andreas Belwe

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Super beitrag spiegelt vieles in mir wieder dar ;)
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absolut.
Ich denke mein Vorredner hat es absolut auf den Punkt...
Sommermantel - 4. Apr, 21:21
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Geld ist out! (Ein Depot-Auszug, Teil 1)

GEldblogViel zu viel dreht sich um die Kohle, die uns einfach nicht kalt lassen will. Haben die Deutschen Geld? Wieso geben sie es nicht aus? Warum wollen sie immer mehr davon?
Knapp 230 Milliarden Euro haben sich die Deutschen nach Informationen der Bundesbank per Raten- und Dispokredit bei den Banken ausgeliehen, 1970 war es erst 14,8 Milliarden Euro. Und dabei werden sie immer unzufriedener. Aber sie denken vermutlich, dass die Vermehrung des materiellen Wohlstandes und die Luxurierung des Lebens sie glücklich machen könnten. Das aber ist ein Irrglaube. Wer heute noch ans Geld glaubt, ist selber Schuld. „Und die große Menge glaubt nur an Geld“, schrieb Heinrich Heine vor 170 Jahren in einem Brief.
Weisheitslehrer aus allen Zeiten haben sich mit der Bedeutung des Geldes beschäftigt, die meisten kamen darin überein, dass es nicht gut sei, sein Leben und Streben danach zu richten.
Diogenes, ein wegen seiner Anspruchslosigkeit bekannter Philosoph, beobachtete einst einen Hirten in der Hitze, der mit hohlen Händen Wasser schöpfte, um daraus zu trinken. Diogenes entnahm darauf seinem ohnehin spärlichen Gepäck eine Trinkschale, warf sie in den Staub und sagte: „Wozu habe ich dich nutzlosen Scherben herumgetragen?“ Reich, so dachte Diogenes, reich unter den Menschen ist nur der Selbstgenügsame, der sich von allem Überflüssigen zu trennen imstande ist: Wenn du von dieser Welt nur das willst, was dir genügt, dann ist der kleinste Teil davon ausreichend für dich. Wenn du aber mehr willst, als dir genügen würde, dann wird alles für dich nicht ausreichen.

Über 2000 Jahre später, pünktlich zum Eintritt in das 20. Jahrhundert, erschien das Buch „Die Philosophie des Geldes“ von dem Kulturphilosophen und Soziologen Georg Simmel. Er hält das Geld für das Medium, in dem der Verstand alle seine Berechnungen anstellt: „Indem das Geld alle Mannigfaltigkeiten der Dinge gleichmäßig aufwiegt, alle qualitativen Unterschiede zwischen ihnen durch Unterschiede des Wieviel ausdrückt, indem das Geld, mit seiner Farblosigkeit und Indifferenz, sich zu Generalnenner aller Werte aufwirft, wird es der fürchterlichste Nivellierer, es höhlt den Kern der Dinge, ihre Eigenart, ihren spezifischen Wert, ihre Unvergleichbarkeit rettungslos aus.“ Geld entsubstanzialisiert, lässt die Dinge in einem abstrakten Wert erscheinen. Dabei prägt das Geld nicht nur das wirtschaftliche Leben, sondern den gesamten Stil des Lebens, die Lebenseinstellungen, Werthaltungen und Interaktionsformen der Menschen. Letztlich bestimmt es sogar, meint Simmel, das Tempo des Lebens.
Geld bestimmt das Verhältnis zu sich selbst. Der Mensch unternimmt den Versuch, über Geld seinen Eigenwert zu bestimmen. Mit Geld erkauft und sichert er sich den sozialen Unterschied. Zum Beispiel bei der Buchung eines Reisetickets oder eines Hotels dient Geld der subtilen Technik der Inklusion und Exklusion: Mit dem höheren Preis erkauft man das ausschließliche Zusammensein mit Personen, die einen solchen nur anlegen, um von den billiger Reisenden bzw. Logierenden abgeschlossen zu sein.

Heißt das, dass die Menschen vom Mammon versklavte Wesen sind und ihnen, wenn sie zu Geld gekommen sind, der Volksmund den Charakter abspricht? Dass die Welt kompliziert ist, ist eine Binsenweisheit, warum sollte das Verhältnis zum Geld problemlos sein? Und warum sollte dieses Problem nicht zu lösen sein? Fakt ist, dass wir mit Geld nahezu alles kaufen können, was wir haben wollen. Der Haken ist, dass wir allzu leicht dazu neigen, nur die Dinge zu wollen, die sich mit Geld kaufen lassen, schließlich wird die äußere Welt als die stärkste Kraft in unserem Leben erfahren. Mit Geld lässt sich ja auch fast jedes Problem lösen, aber nicht für lange.

(In ein paar Tagen folgt Depot-Auszug, Teil 2)
Hermann Reichenwallner - 15. Nov, 16:28

Staatlich garantiertes Grundeinkommen

Es gibt Menschen, die können sich von ihrem Geld mehr oder weniger große Träume erfüllen. Und mit viel Glück können diese sich beim Geldverdienen auch noch "selbstverwirklichen".
Es gibt Menschen, für die liegt der einzige Grund für Erwerbstätigkeit im Geld. Das richtige Maß hierbei ist sicher subjektiv, oder?
Aber was ist mit denen, die sich mit ihrem Geld gerade mal das Überleben sichern. Und was tun viele Menschen bei diesem Überlebenskampf nicht alles - für´s Geld?
Wie viele Tätigkeiten würden offensichtlich sinnentleert - ohne Geld! Sinnentleerte Arbeitsplätze, und wer geht da hin?
Liegt wirklich im staatlich garantierten Grundeinkommen die Lösung: die Grundbedürfnisse sind gesichert, der Rücken ist frei für unabhängige kreative Lebensgestaltung zum Wohle aller!
Ich hätte jetzt aber doch gerne ein größeres Haus, ein chiceres Auto, und vielleicht doch noch ein Reitpferd, oder eine Urlaubsreise auf den Mond,...
Und nun?

Philosophie-Blog - 16. Nov, 09:39

Dass jeder Mensch zu einem menschenwürdigen Leben Geld braucht, ist keine Frage. Allerdings muss er sich fragen, wie sehr er sich über das, was er hat, definieren möchte. Geldgier findet sich ja in allen Schichten. Auch der kleinste Angestellte kann kapitalistische Allüren entwickeln, die ich Sparkapitalismus nennen möchte. Das Knausern und Knappsen, damit endlich der neue Fernseher oder das neue Sofa abbezahlt werden kann. Und damit meint man dann, etwas darzustellen. Dabei ist es ein Witz gegen den neuen 7er, den sich Herr Oberschichtler mal nebenbei zugelegt hat. Alles relativ.

Ob ein staatlich garantiertes Grundeinkommen eine Lösung sei, da wäre ich skeptisch. Denn jede Unterstützung wirkt ambivalent, sie kann auch die Eigeninitiative schwächen. Der Mensch braucht eine Herausforderung und Druck, um aktiv zu werden und um etwas zu leisten. Aber nicht nur das, er muss einen Sinn in dem erkennen können, was er macht. Und der Sinn muss auch außerhalb des Geldes liegen. Liegt er nur im Geld, dann ist dieses Leben - so paradox es klingt - ziemlich ärmlich.
Stefan Gaffga - 16. Nov, 15:41

Geld ist nicht grundsätzlich "böse"

Man sollte Geld genießen! Auch sollte man sich Dinge kaufen die man sich leisten kann und die einem Freude machen. Aber sobald man an einen Punkt kommt an dem man seine Identität in den Gegenständen sucht, kann man nur verlieren. Die Dinge sind nicht das "ich" - und darum kann man auch durch keinerlei Ding das man in der Welt bekommen kann (egal für wieviel Geld) die eigene "Erlösung" oder "das Glück" finden.

In dieser Hinsicht hat Diogenes definitv Recht: "reich unter den Menschen ist nur der Selbstgenügsame, der sich von allem Überflüssigen zu trennen imstande ist" - aber: Man muss sich nicht von den Dingen trennen die man hat oder sich leisten kann. Wichtig ist, dass man sich mit ihnen nicht identifiziert und seine Selbstzufriedenheit nicht in ihnen sucht. Geniessen was es gibt, aber nicht daran hängen :)
Andre - 22. Nov, 21:28

Ein äußerst gelungener Beitrag! Ich stelle mir nur die Frage ob wirklich das Geld an sich out ist, oder ob das Wissen damit umzugehen im Laufe der Zeit in den Hintergrund gerückt ist. Sehr gut passt an dieser Stelle das von Ihnen aufgeführte Beispiel der Verschuldung. 230 Milliarden Euro, unter diesem Berg von grinsenden Scheinen liegt die Wahrheit vergraben. Wie viel davon sind lebensnotwendigen Zwecken zugeflossen und wie viel um den von der Werbung ausgestrahlten immaginären Kaufzwängen nachzugeben?

Zu guter letzt kann man jedem Menschen nur folgendenen gelungenen Satz ans Herzen legen:

"Der Mensch unternimmt den Versuch, über Geld seinen Eigenwert zu bestimmen"

Philosophie-Blog - 23. Nov, 18:16

Mit Erich Fromm könnte man noch ergänzen: Nicht die Dinge machen den Menschen abhängig, der Mensch macht sich von ihnen abhängig, indem er meint, sie zu brauchen oder vielmehr sie besitzen zu müssen. Fromm rät den Menschen zu einem gelassen-souveränen und bewussten Umgang mit den Dingen. Bewusst würde auch bedeuten, mit den Bedürfnissen nach Dingen wählerischer umzugehen, ja sogar Bedürfnisse zu minimieren, um aus kleinsten Dingen die größte Lebensfreude zu schöp­fen und damit die Lusterfüllung zu maximieren.

Lebenspraktische Hinweise finden sich auch bei Meister Eckhart. Wir Menschen, fordert Eckhart, sollen "alles nur haben, als sei es uns geliehen und nicht gegeben. (...) Wir sollen haben als hätten wir nicht und sollen doch alle Dinge besitzen."
Geldanlage - 4. Feb, 21:25

Hi

Ja, äußerst lesenswert ;)
wertpapierdepot.net - 8. Okt, 16:18

Ein rundum gelungener Artikel. Angesichts der Konsumgesellschaft, in der wir leben, ist die Ausweitung des Verschuldungsgrades schon nicht gerade verwunderlich. Ihr ins Verhältnis gesetzt werden muss natürlich auch das Wachstum unserer Volkswirtschaft von 1970 an. Selbst bei nur 2 Prozent Wirtschaftswachstum wäre das alleine mehr als eine Verdoppelung im besagten Zeitraum. Aber die Tendenz, sich Lebensqualität mit Geld zu kaufen, anstatt sie auf anderem Wege zu finden, ist unübersehbar. Leider verschwindet dahinter immer mehr die Fähigkeit, einen Menschen auch nach anderen Kriterien als nur seinem Vermögen gesellschaftlich und menschlich einzuordnen.

Und jetzt hat es ja gezeigt wohin es uns führt.
Handelssysteme - 1. Mrz, 19:50

230 Milliarden Euro, die wir deutschen Bundesbürger uns geliehen haben...Diese Zahl muss man sich erstmal auf der Zunge zergehen lassen. Unglaublich, dass dennoch alle darüber klagen, dass kein Geld in Sicht ist. Ich frage mich, wo solche Summen verschwinden konnten? In die Wirtschaft eher nicht, davon merkt man nämlich so gar nichts.
Kreditkartenvergleich - 15. Feb, 16:55

Was?
Vincent - 4. Apr, 21:31

Genau meine Meinung!

Vielen Dank, Sie sprechen mir aus der Seele. Es ist unmöglich, so weiterzumachen wie bisher. Ein solcher Crash musste kommen und wir hoffentlich zu einer Besserung führen.

Tagesgeldrechner - 17. Apr, 17:12

Geld

230 Milliarden Euro...
Kaum zu glauben und wie viel, bzw. wie wenig sehen wir davon?
Ich denke, dass die Kreditvergaben sehr, sehr schwierig geworden sind und eigentlich gelockert werden sollten. Denn viele befinden sich in Notsituationen und sehen keinen Ausweg. Dass Geld allerdings zum Fenster hinausgeworfen wird, sehe ich natürlich nicht ein.
tagesgeld - 16. Dez, 16:21

Hi

Naja Geld ist ja nicht out....

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