Ein Weblog von



Schriftsteller
P.J. Blumenthal

Aktuelle Beiträge

Ich bin mit dem Platt...
Ich bin mit dem Platt meiner Familie (Oma, Opa, Mama..)...
Carina - 21. Mai, 16:32
Englisch lernen
Schnell und einfach Englisch lernen kann man indem...
Lindenwurm - 2. Mai, 15:38
Smile is the lubricant...
Smile is the lubricant of social interaction, in order...
Outlet Air Max 2013 - 24. Mrz, 14:11
Atze?
Schröder?:-)) Vieleicht sind ja Typen gemeint,...
Ömer - 16. Feb, 14:36
outlet nike air max shoes
Mona Lisa's smile gives a sun warmth.
outlet nike air max - 2. Feb, 03:25

RSS-Feed

Bleiben Sie auf dem Laufenden!
xml version of this page
xml version of this page (summary)
xml version of this page (with comments)

Suche

 

Archiv

Januar 2009
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 
 1 
 3 
 4 
 5 
 7 
 8 
10
11
12
14
15
17
18
19
21
22
24
25
26
28
29
31
 
 
 

Vom Leben nach dem Tod

Zu Anfang das Fröhliche: Wenn ich Äpfel, Birnen, Bananen, Tomaten oder Zwiebel brauche, gehe ich ins Paradies. So heißt der Obstladen auf meiner Straße. Dort wird man bestens bedient.

"Paradies“ ist ein treffender Name für ein Obstgeschäft. Denn dieses Wort wird vom altpersischen "pari-daida“, "Umwallung“ und "Lustgarten“, abgeleitet. Es hatte also schon immer irgendwie mit Obst zu tun. Die gleiche Vokabel kommt auch in der Bibel als "pardes“ vor. Auch dort bedeutet sie"Lustgarten“. Aus diesem Lustgarten aber wurde allmählich ein Ort der ewigen Seligkeit.

Der Garten als Paradies. Keine so abwegige Vorstellung, wenn man im regenkargen Nahosten zuhause ist. Auch Adam und Eva lebten in einem Garten – bevor sie ihre berühmte große Dummheit begingen. "Gan eden“ hieß dieser Ort auf Hebräisch. "Gan“, wie "pari-daida“ bedeutet "Umwallung“ und „Lustgarten“. Das arabische, "Dschanatun“, auch einst ein Wort für "Garten“, wurde im Islam zum stehenden Begriff fürs "Paradies“. Und der deutsche "Himmel“? Der hatte einst den Sinn von "Stein“. Fragen Sie mich nicht, warum ein Stein zum Sinnbild des Himmels wurde. Zudem ist "Himmel“ mit "Hammer“ verwandt. Wer möchte das ewige Leben auf einem Stein verbringen? Offenbar die Germanen.

Der Sinn vom englischen "heaven“ ist indes leichter nachzuvollziehen: wohl mit dem deutschen "Hafen“ verwandt. Für einen seefahrenden Angelsachsen mutet ein sicherer Hafen in der Tat wie ein Stück Himmel an.

Die Kehrseite vom Himmel ist die Hölle, ein deutsches Wort, das auf den Namen der germanischen Unterweltgöttin "Hel“ zurückgeht. Das weiß aber jeder. Weniger bekannt, ist die Tatsache, dass der eigentliche Sinn von "Hel“ "verborgen“ ist, verwandt also mit "hehlen“. Die Hölle war vielleicht kein Ort der ewigen Qual, eher eine Adresse, die man nicht gut kannte.

In der hebräischen Bibel sucht man vergebens nach der "Hölle“. Denn von Himmel und Hölle ist in der Bibel – zumindest im Sinne des Jenseits – nirgends die Rede. Erst in nachbiblischen Texten taucht das "Gehinnom“, wörtlich "Schlucht von Hinnom“, auf. "Hinnom“ war damals ein ganz normaler Name – wie Schmidt oder Blumenthal heute. Die "Hinnomschlucht“ war zunächst nichts anders als die städtische Müllhalde vor den Mauern des antiken Jerusalem. Wieso ausgerechnet eine Restmülldeponie zum Inbegriff der Hölle wurde, ist mir nicht ganz klar. Im Neuen Testament wird "Gehenna“ stets für "Hölle“ gebraucht. Auch der Koran hat sich das hebräische Wort angeeignet. "Dschahannam“ heißt der qualvolle Ort, wo die unartigen Seelen brutzeln.

Nun wissen Sie das Wichtigste über Himmel und Hölle, vor allem aber, dass sie beide ziemlich zufällig zu ihren Namen gekommen sind, wie das so ist im Leben.

Alles, was mit dem Jenseits zu tun hat, bastelt man sich stets aus Indizien oder Spekulationen. Es geht nicht anders. Und das gilt auch für den "Tod“. Haben Sie gewusst, dass dieses deutsche Wort ursprünglich die Bedeutung "Leben“ und "Atmen“ hatte? Nein, das habe ich nicht erfunden. Es steht in Kluges "Etymologischem Wörterbuch“.

Eigentlich treffend, dass das Geheimnis, das hinter dem Tod steht, "Leben“ heißt.

Ich würde diese Glosse am liebsten mit obiger positiven Botschaft ausklingen lassen, doch zum Schluss muss ich zu meinem Bedauern Unerfreuliches berichten.

Nach 250 Sprachglossen wird die Redaktion PM den Sprachbloggeur einstellen. Schade. Ich habe das Gefühl, ich komme erst jetzt allmählich richtig in Gang. Wenn Sie möchten, können Sie sich mit Ihrer Meinung zu dieser Neuigkeit an den PM-Chefredakteur Thomas Vasek wenden. Wenn Sie mich persönlich kontaktieren möchten, schreiben Sie an pjb@sprachbloggeur.de.

Doch kein Tod ohne Wiedergeburt. Diese Glosse wird künftig in eigener Regie weitergeführt. Womöglich wird sich einiges ändern, d.h., ich werde den Begriff „Sprache“ noch etwas breiter auslegen. Wenn alles nach Plan läuft, ist der Sprachbloggeur unter der Adresse www.sprachbloggeur.de bald wieder für Sie erreichbar. Falls es mit der Einrichtung nicht sogleich klappt, haben Sie bitte etwas Geduld. Aller Anfang ist schwierig. Jedes neue Haus muss erst gebaut werden.

Ich danke Ihnen liebe Leser, liebe Leserinnen, für Ihre Treue. Es hat mir stets großen Spaß gemacht diese Glossen zu machen. Ohne Sie aber hätte ich kein Wort davon schreiben wollen.

ZUSATZ: 24. Februar 2009. Der Sprachbloggeur ist ab jetzt mit neuen Beiträgen unter www.sprachbloggeur.de zu erreichen.
Tom Krämer - 30. Jan, 16:42

Alles Gute!

Schade, dass Sie den Blog einstellen müssen, jedoch lässt Ihre Ankündigung diesen in Eigenregie weiter führen zu wollen, hoffen, denn ich schätze diesen mittlerweile sehr! Erfrischend anders als der übliche Blog-, Foren,- Spam-Müll, über den man allerorten stolpert.

open-science - 30. Jan, 17:09

Neugeburt

Bravo! --
diese kreative Auseinandersetzung mit der Sprache und ihren Alltagsphänomenen muss weitergeführt werden und wer könnte uns besser den Spiegel vorhalten als der New Yorker P.J. Blumenthal, der für unser idiomatisches Gestrüpp viel sensibler ist als ein Muttersprachler!

Auf die nächsten sprach-ent-blockenden Folgen unseres Sprach-Bloggeurs freut sich
Wolfgang Goede

Ines - 31. Jan, 13:56

Ich merke mir nur die gute Nachricht: Wie schön, dass wir den Sprachbloggeur nicht verlieren werden! Danke.

Mike Seeger - 31. Jan, 14:49

Wenn Sie ...

... beim Hausbau Hife brauchen, dann melden Sie sich einfach mal. Wäre nicht die erste Hütte, die ich baute. Viel Erfolg für Ihr zukünftiges Projekt!

Mit den besten Wünschen für Sie

Mike Seeger

Monika - 31. Jan, 16:02

Das ist schade, diesen Blog zu schließen, aber schön, daß Sie weitermachen.

Ich hab mir Ihre neue Adresse vorgemerkt und werde auch dort vorbeisehen.

Ich drück' die Daumen, daß der Aufbau des neuen Blogs reibungslos geht!

Bis bald unter der neuen Adresse!

Herzliche Grüße,

Monika Sim

tom - 1. Feb, 14:07

ohne klarheit in der sprache ist der mensch nur ein gartenzwerg

Ja das ist wirklich schade, übrigens auch schade für das magazin pm, spricht nicht gerade für das magazin pm. schön, dass sie weitermachen wollen, denn ich lese das alles immer sehr gerne. und weiters schön, dass es heutzutage mittel und wege gibt, so etwas unabhängig weiterzuführen (wordpress & los geht´s).

viel glück bei allem.

ps die überschrift hab ich mir von einem text der band "element of crime" geliehen.

Pjötr Nembkow - 2. Feb, 01:18

This is a farewell present, dear Sprachbloggeur. I feel quite confident that you will take great interest in the following website:

http://languagelog.ldc.upenn.edu/nll/?p=1024

Yours,

Andreas Séché - 2. Feb, 12:30

P.M. ohne Sprachblog

Dass dieser äußerst lesenswerte Sprachblog an anderer Stelle weitergeführt wird, find ich eine prima Sache. Dass aber eine gehörige Portion Esprit, Witz und Kreativität von der P.M.-Seite verschwindet. finde ich hingegen unverzeihlich.
Bei manchen Entscheidungen fragt man sich schon, warum eigentlich zielsicher die Qualität immer zuerst dran glauben muss.
Sei lieb gegrüßt, mein lieber P.J.,
Andreas

Lola - 3. Feb, 12:07

Schade!!

Schade das se den Bloq einstellen müssen.Mir haben Ihre Glossen immer sehr gut gefallen!!Ich wünsche Ihnen viel Glück ! Und danke für die ganzen tollen Glossen, die Sie geschrieben haben.
herzlichste Grüße!
Lola

Rappelkopf - 6. Feb, 21:45

Nicht genügend - setzen!

Lieber Sprachbloggeur,

wenn P.M. den Sprach-Blog einstellen will, werden wir Leser das kaum verhindern können. Dazu regieren viel zu sehr die Zahlen und Fakten, Statistiken und Werbeumsätze. Und Ihr Blog dürfte diese Kriterien kaum erfüllen.

Dazu ist er nämlich viel zu sorgfältig gemacht und daher aufwändig.
Mit viel zu viel Leibe zum Detail und daher zu wenig plakativ.
Viel zu einfühlsam und daher zu wenig provozierend.
Viel zu klug und daher zu wenig oberlehrerhaft.
Mit einer viel zu feinen Sprache. Sie verwenden ja nicht einmal das Sch... -Wort, das "Muss" jeder deutschen massentauglichen Kulturarbeit.
Sie sind selbstkritisch und humorvoll. Zwei absolute Kontraindikationen für einen modernen Schreiberling.

Schade, dass das alles bei P.M. nicht mehr Platz hat.

Aber was soll's. Ich ändere geschwind mein Lesezeichen und freue mich schon auf Ihre nächsten Glossen. Ich wünsche Ihnen beim Neustart Alles Gute

Ihr Rappelkopf

Janina - 18. Feb, 08:43

Eigentlich stieß ich vor ein paar Monaten nur zufällig auf Ihre Seite, war aber sofort begeistert und von da an konnte ich Ihren nächsten Blog kaum erwarten :-)
Meine Frage ist jetzt, wo sich ihre neue Seite befindet bzw ob sie überhaupt schon fertig ist..
Wenn ich auf die Links klicke wird nämlich immer eine Fehlermeldung angezeigt, und ich würde doch zu gerne wieder von Ihnen hören bzw. lesen!
Liebe Grüße

Peter Sedlmaier - 19. Feb, 15:58

Gibt es ihn schon . . . ?

Gibt es ihn schon, den neuen Blog???

Hallo Herr Blumenthal, wie kann man Sie im Internet finden und wo ist Ihr Blog, den ich schon sehr vermisse!!!

Viele Grüße, Peter Sedlmaier

Bee - 21. Feb, 20:29

So langsam ...

... aber sicher, vermisse ich den Sprachblogger!

Axel - 3. Aug, 21:47

Neugier wecken...

Glückwunsch!

Es gelingt Ihnen, positive Neugierde an der Intelligenz der Sprache zu wecken, die sich der oberflächlichen Betrachtung, wie sie heutzutage üblich ist, vollkommen entzieht.
Weiter so, und alles Gute!

Leser - 1. Sep, 20:16

Sehr schade. - Der Sprachbloggeuer sollte auf jeden Fall weitergeführt werden.

Trackback URL:
http://blogs.pm-magazin.de/SprachBlog/stories/35656/modTrackback


logo

Der Sprachbloggeur

P.M. Menü

Neues vernetzt