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P.J. Blumenthal
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Inkonsequent?
Grundsätzlich habe ich keine Lust auf Dinge zu verzichten, die seit Jahrhunderten (unverdächtiger) Teil der Kultur meines Heimatlandes sind, nur weil sie von den braunen Horden und nationalsozialistischen Schwerverbrechern pervertiert wurden.
Die aktuelle Kampagne gegen die Tchibo/Esso Werbung mit dem Slogan "Jedem den seinen" (?) zeigt dann auch nur die Inkonsequenz der notorisch Berufsbetroffenen. Nicht nur, weil man hier die Ähnlichkeit mit der Redewendung "Jeden DAS Seine" erst herbeikonstruieren muss sondern vielmehr weil kein Mensch die Einstellung der Wochenzeitung "Die Zeit" gefordert hat. Schließlich hat man eben genau diese Redewendung als Schlagzeile benutzt ("Beide Eheleute dürfen ihren Geburtsnamen behalten - Jedem den Seinen", Hanno Kühnert | © DIE ZEIT, 29.03.1991 Nr. 14). Bringt das "Die Zeit" jetzt in den Verdacht, eine rechtspopulistische, holocaustleugnende Publikation zu sein? Ich denke nicht!
Ich weigere mich jedenfalls strikt dagegen, mir durch die Nazis und ihre heutigen, unfreiwilligen und ungeschickten Erfüllungsgehilfen aus dem gegenüberliegenden, Beschwerde führenden Lager vorschreiben zu lassen, was ich heute aus dem jahrhundertealten Wortschatz meiner Muttersprache benutzen darf und was nicht. Die Zeiten in denen Bücher verbrannt werden, sind schließlich glücklicherweise vorbei. Hätten sich die Germanisten bei Tchibo über den Slogan beschwert, hätte ich es hingegen verstanden.