Die Wissensabenteuer des Alltags
Hanns.-J. Neubert ist freiberuflicher Wissenschafts-Journalist und Vorsitzender der TELI e.V. Die Journalisten-Vereinigung für technisch-wissenschaftliche Publizistik wurde 1929 gegründet und ist der älteste Verein der Wissenschaftsjournalisten auf der Welt. Neubert lebt in Hamburg und hat ein Standbein in Schweden, wohin er so häufig wie möglich zum Segeln „ausbüxt“ (Foto). Auf seinem Boot, der „Charlotte 2“, macht er sich so seine Gedanken über die Wissensabenteuer des Alltags.

Einen kürzlichen Rundbrief an die TELI-Mitglieder schloss Hajo, wie ihn fast alle nennen, mit einer Betrachtung über die Neugier als vielleicht dem wichtigsten Charakterzug des Journalisten, natürlich auch des Wissenschaftlers und bestimmt auch des Menschen an sich. Sie öffnet die Türen zu oft ungeahnten Wissensabenteuern. In seinem Online-Logbuch schreibt Neubert über seine Erkenntnisse auf dem Vänern See, dem drittgrößten europäischen See, elfmal so groß wie der Bodensee:
„Erstaunlich übrigens, was sich an interessanten Geschichten selbst
auf einer Segelreise ergeben kann, bei der eigentlich nur das Gehirn
durchlüftet werden sollte. Als ich in einer wunderschönen, völlig
einsamen gelegenen und von Schären umgebenen Bucht an einer kleinen
Insel namens Trollö (Foto) festgemacht hatte, erkannte ich schnell, dass sie
eigentlich nur ein 20 bis 30 Meter steil aufragender Felsen ist. Der
schmale, baumbestandene Uferstreifen war im Grunde ein Geröllhaufen.

Erstaunlicherweise mit vielen Kalksteinen, was in dieser Granitgegend
ungewöhnlich ist. Natürlich erstieg ich den Felsen, was nicht so
einfach war. Von dort oben sah ich, dass ihn eine tiefe, steile
Schlucht durchschnitt, die offenbar von Menschen gemacht war. Später
fand ich noch eine kleinere, weniger tiefe, die wohl nicht fertig
geworden war. Die Frage war sogleich, warum haben Menschen sich auf
diesem gottverlassenen, unzugänglichen Eiland so viel Mühe gemacht?
Ein alter Mann in einem der Häfen erzählte mir dann, dass hier früher
Erz gewonnen wurde, vor 200 oder 300 oder vielleicht auch mehr Jahren.
Aber welches Erz? Wofür? Mit welchen technischen Hilfsmitteln wurde
es abgebaut? Wohin und wie wurde es transportiert? Wie kamen die
Arbeiter auf die Insel und wo wohnten sie?
Das meine ich mit Neugierde. Denn die war geweckt und ist möglicherweise der Beginn eines neuen Rechercheabenteuers.“
Wer neugierig geworden ist, findet weitere weitere Details über den auch sonst streckenweise abenteuerlichen Törn in seinem Logbuch.

Der Segler war bereits vor seiner Vänern-Spritztour für das Thema Erz sensibilisiert. Bevor er in See stach, hatte er in Nordschweden die legendäre Erzstadt Kiruna besucht, die vom Einstürzen bedroht ist, weil der Abbau des Metalls den Untergrund brüchig gemacht hat. Bei dieser Recherche konnte er seiner Neugier freien Lauf lassen, mit großem Gewinn für uns alle: In der nächsten P.M. Ausgabe (10-07) berichtet Neubert über das Abenteuer, wie eine ganze Stadt ihren Umzug plant und sich dabei verjüngt sowie neu erfindet.

Einen kürzlichen Rundbrief an die TELI-Mitglieder schloss Hajo, wie ihn fast alle nennen, mit einer Betrachtung über die Neugier als vielleicht dem wichtigsten Charakterzug des Journalisten, natürlich auch des Wissenschaftlers und bestimmt auch des Menschen an sich. Sie öffnet die Türen zu oft ungeahnten Wissensabenteuern. In seinem Online-Logbuch schreibt Neubert über seine Erkenntnisse auf dem Vänern See, dem drittgrößten europäischen See, elfmal so groß wie der Bodensee:
„Erstaunlich übrigens, was sich an interessanten Geschichten selbst
auf einer Segelreise ergeben kann, bei der eigentlich nur das Gehirn
durchlüftet werden sollte. Als ich in einer wunderschönen, völlig
einsamen gelegenen und von Schären umgebenen Bucht an einer kleinen
Insel namens Trollö (Foto) festgemacht hatte, erkannte ich schnell, dass sie
eigentlich nur ein 20 bis 30 Meter steil aufragender Felsen ist. Der
schmale, baumbestandene Uferstreifen war im Grunde ein Geröllhaufen.

Erstaunlicherweise mit vielen Kalksteinen, was in dieser Granitgegend
ungewöhnlich ist. Natürlich erstieg ich den Felsen, was nicht so
einfach war. Von dort oben sah ich, dass ihn eine tiefe, steile
Schlucht durchschnitt, die offenbar von Menschen gemacht war. Später
fand ich noch eine kleinere, weniger tiefe, die wohl nicht fertig
geworden war. Die Frage war sogleich, warum haben Menschen sich auf
diesem gottverlassenen, unzugänglichen Eiland so viel Mühe gemacht?
Ein alter Mann in einem der Häfen erzählte mir dann, dass hier früher
Erz gewonnen wurde, vor 200 oder 300 oder vielleicht auch mehr Jahren.
Aber welches Erz? Wofür? Mit welchen technischen Hilfsmitteln wurde
es abgebaut? Wohin und wie wurde es transportiert? Wie kamen die
Arbeiter auf die Insel und wo wohnten sie?
Das meine ich mit Neugierde. Denn die war geweckt und ist möglicherweise der Beginn eines neuen Rechercheabenteuers.“
Wer neugierig geworden ist, findet weitere weitere Details über den auch sonst streckenweise abenteuerlichen Törn in seinem Logbuch.

Der Segler war bereits vor seiner Vänern-Spritztour für das Thema Erz sensibilisiert. Bevor er in See stach, hatte er in Nordschweden die legendäre Erzstadt Kiruna besucht, die vom Einstürzen bedroht ist, weil der Abbau des Metalls den Untergrund brüchig gemacht hat. Bei dieser Recherche konnte er seiner Neugier freien Lauf lassen, mit großem Gewinn für uns alle: In der nächsten P.M. Ausgabe (10-07) berichtet Neubert über das Abenteuer, wie eine ganze Stadt ihren Umzug plant und sich dabei verjüngt sowie neu erfindet.
open-science - 29. Aug, 11:16

