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Montag, 11. Februar 2008

Alchemisten waren keine Spinner

Der US-Historiker Lawrence M. Principe (Foto) rehabilitiert die Alchemisten. Die Chemiker des 16. und 17. Jahrhunderts seien keine Spinner und obskuren Magier gewesen, sondern ernst zu nehmende Forscher, denen die Welt viel verdanke.

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In ihrer Experimentierfreude erfanden Alchemisten u. a. die Destillation, eine Methode zur Trennung von Lösungen durch Erhitzen, die auch heute noch bei der Herstellung von Whisky grundlegend ist. Mit der Raffination entwickelten sie ein Verfahren zur Veredelung von Rohstoffen, etwa zur Gewinnung von Zucker aus Zuckerrüben. Beim Fermentieren gelang ihnen der »Umbau« von Nahrungsmitteln durch Bakterien, zum Beispiel von Milch in Käse.

Zu größten Ehren brachte es der Deutsche Johann Friedrich Böttger. Er entdeckte eine seltsam weiße Erde – Kaolin: das Grundelement des weltberühmten Meissener Porzellans. Nur eines – was die Alchemisten und ihre Auftraggeber am meisten motivierte – gelang nicht: Gold synthetisch herzustellen.

Principes Botschaft an die Wissenschaftswelt von heute sowie alle Innovatoren und Menschen, die Neues in die Welt tragen wollen: Man müsse sich »die Finger dreckig machen«, unermüdlich ausprobieren, Irrtümer hinnehmen, alte Dogmen in Frage stellen, nur so entdecke man Neues – damals wie heute.

Dr. Lawrence M. Principe ist Professor für Wissenschafts-, Medizin- und Technologie-Geschichte sowie Chemie-Professor an der Johns Hopkins Unversität. Er ist Autor und Co-Autor von drei Büchern, die sich mit der Alchemie befassen, darunter The Aspiring Adept: Robert Boyle and His Alchemical Quest.

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