Der mit dem Universum spielt
So kurz und packend hat noch keiner erklärt – weder Philosoph, Naturwissenschaftler noch Theologe – woher wir Menschen kommen und wohin wir gehen. Der Münchner Astrophysiker Günther Hasinger, Direktor am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik, hat die 13,7 Milliarden Lebensjahre unseres Universums auf ein Jahr zusammenschnurren lassen.

Den Urknall lässt der Max-Planck-Forscher um Punkt Mitternacht mit dem Silvesterfeuerwerk stattfinden. Die Elemente entstanden, und bereits zwischen dem 5. und 13. Januar wurden die ersten Sterne und Schwarzen Löcher geboren. Es vergingen acht Monate, bis sich am 1. September unsere Sonne und die Erde formten. Die ersten Bakterien rührten sich schon am 29. September. Zwischen dem 20. und 24. Dezember – »rechtzeitig zu Weihnachten«, so Hasinger – schossen Wälder in die Höhe, und die Reptilien krochen an Land. Am 29. Dezember (vor 65 Millionen Jahren) starben die Dinosaurier aus.
Erst sechs Minuten vor Mitternacht entstand der moderne Mensch, und vor gerade mal 4,6 Sekunden lebte Jesus Christus. Am 12. Februar des Folgejahres wird es infolge zunehmender Sonnenstrahlung zu heiß für das Leben auf der Erde, am 16. April feiern die Milchstraße und der Andromedanebel »Galaxienhochzeit« – beide verschmelzen miteinander. Am 10. Juli bläht sich die Sonne, kurz bevor ihr Brennstoff verbraucht ist, zum Roten Riesen auf. Dann, in 7300 Jahren, sterben alle anderen Sterne und es wird wieder dunkel in unserem Kosmos.
Nach 10 hoch 90 Jahren (das ist eine 1 mit 90 Nullen!) , zerfallen die letzten Schwarzen Löcher, »es bleibt ›Nichts‹ übrig«, schreibt Hasinger in seinem unlängst erschienenen Buch »Das Schicksal des Universums« (C.H. Beck) und schließt mit der Frage: »Ist Gott das Nichts?«

Professor Hasinger nahm im Februar 2008 an dem Programm “Naturwissenschaften kontrovers” der Münchner Volkshochschule teil. Damit möchte der Leiter der Naturwissenschaften, Dr. Hermann Schlüter, ein Signal geben und den lange vernachlässigten Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit forcieren. “Nach wie vor setzen wir auf das Innovationspotenzial, das in den Naturwissenschaften steckt”, sagt er, “dennoch ist vieles an dieser Entwicklung umstritten, insbesondere wenn wir an die gesellschaftlichen und ethischen Folgen denken.”

Den Auftakt der dreiteiligen Serie bestritt Hasinger mit dem Thema “ Sind wir alleine? - Gibt es Leben im Kosmos?”, moderiert von P.M.-Redakteur Wolfgang C. Goede. Der Max-Planck-Forscher hielt es für durchaus möglich, dass es in der Milchstraße und anderen Galaxien unterschiedliche Stufen von Leben geben könnte, nur die Entfernungen seien viel zu riesig und die Funk- und Reisegeschwindigkeit zu winzig, als dass eines Tages Kontakte entstehen könnten.
An diesem Naturgesetz kommt selbst die intelligenteste Zivilisation nicht vorbei: Das intra- und intergalaktisches Tempolimit für beide, Raumschiffe und elektromagnetische Wellen, ist die Lichtgeschwindigkeit. Diese ist angesichts der Weite des Kosmos nachgerade ein Schneckentempo, braucht ein Lichtteilchen doch schon allein von Alpha Centauri, der unserem Solarsystem nächsten Sonne, fast fünf Jahre lang.
Die Vorstellung vom Nichts, aus dem der Urknall hervorging und auf das sich der Kosmos wieder zubewegt, ist für Wissenschaftler aller Couleur eine große denkerische Herausforderung. In der ihm eigenen bildhaften Sprache erläuterte Hasinger, wie man sich das Nichts vorstellen könnte: als den höchsten Energiezustand überhaupt, vergleichbar einem Kochtopf mit siedendem Wasser, der oben fest mit einem Deckel verschlossen ist.
Das zweite Thema in der Kontroversen-Reihe befasste sich mit der Frage “Schöpfung oder Evolution?”. Seitdem Charles Darwin im 19. Jahrhundert die biologische Theorie zur Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl formuliert hat, gab es immer wieder Gegner, die aus einem religiösen Verständnis heraus die Evolutionstheorie kritisierten, erklärte dazu der Moderator, Hermann Schlüter. Unter dem Stichwort Kreationismus oder Intelligent Design werden auch gegenwärtig wieder Gegenentwürfe aufgestellt. Das Thema gewinnt auch Bedeutung insofern, als im Jahr 2009 der 200. Geburtstag des Biologen durch ein internationales Darwinjahr gewürdigt wird.
Der Jesuitenpater Professor Christian Kummer, Theologe, Biologe und Philosoph, versuchte durch dieses verminte Terrain einen Pfad zu schlagen. Er referierte nicht nur beide Positionen, die zum Teil so verfeindet sind, dass sie sich nicht einmal an einen Tisch setzen würden, um ihre unterschiedlichen Auffassung gemeinsam zu diskutieren. Kummer baute auch eine Brücke, indem er eine in der Öffentlichkeit weithin unbekannte Position einführte: die “Schöpfung durch Evolution”. Ihre Anhänger glauben, dass Gott zwar die Welt geschaffen hat, die Arten aber durch Evolution entstanden sind.

Um das Thema für die Anwesenden greifbarer zu machen, ließ Schlüter über die drei Positionen abstimmen. Es zeigte sich, dass keiner (= 0 %) der Anwesenden dem biblischen Schöpfungsglauben (I) anhing, dass 19 (= 43 %) eine Schöpfung durch Evolution (II) befürworteten und dass 26 (= 57 %) die Darwinsche Evolutionslehre (III) vertraten. Im bundesdeutschen Vergleich liegt die Verteilung bei 20, 20, 60 Prozent, während sie in den USA stark abweicht: Dort glauben 50 % an I und nur jeweils 25 % an II und III. Kummer stellte in seinem Vortrag dar, dass das Leben und wie es entstanden ist auch aus naturwissenschaftlicher Sicht immer noch ein großes Rätsel darstelle und es darauf keine einfachen Antworten gebe. Außerdem birgt Darwin, auch für Atheisten, immer noch großen emotionalen Sprengstoff. Selbst 150 Jahre nach Veröffentlichung seines revolutionären Buches geht es selbst aufgeklärtesten Geistern bis zum heutigen Tage oft gegen den Strich, dass der Mensch nur ein höher entwickelter Verwandter des Affen sein soll.

Das dritte Thema der Serie im Münchner Gasteig stellte die Frage “Gehirn und Denken – Wer ist ich?” zur Diskussion. Dazu hatte der Wissenschaftskommunikator Dr. Marc Denis Weitze zwei Gäste eingeladen: den Philosophen Sebastian Wolf und den Neuroforscher Michael Zehetleitner. Bei der Begrüßung stimmte er die Anwesenden auf das Thema ein, indem er sie bat, einmal in sich hineinzuhorchen, “ob es da jemanden gibt” und fragte dann, wie viele “Ichs” im Raum anwesend seien: 50, 1 oder 0. Das Thema oszilliere, so Weitze, zwischen so unterschiedlichen Standpunkten wie Descartes' berühmter Satz “Ich denke, also bin ich” und des Physikers Francis Crick Diktum, dass Emotionen, Gedanken, Willensfreiheit und Identität nur ein Ergebnis von Nervenzellen und Molekülen seien: Sie erzeugten im Kopf Neuronengewitter und machten die Wirklichkeit zur eingebildeten Fiktion.
Zwischen diesen Positionen fluktuierten an diesem Abend im Münchner Gasteig auch die Forscher. Der Naturwissenschaftler machte klar, dass sich das Ich beharrlich Messversuchen entziehe, während der Philosoph mit dem “narrativen Gravitationszentrum” zumindest eine einleuchtende Erklärung für Unsterblichkeit vorlegen konnte, die auch manchen Nichtgläubigen versöhnen mag: Wenn das Leben eines Verstorbenen von den ihn Überlebenden von Generation zu Generation weitererzählt wird, entsteht eine Vorstellung von einem Leben nach dem Tode, die ein Ich zu Lebzeiten impliziert. Um 21.30 Uhr schloss Weitze die Veranstaltung und verabschiedete sich mit den Worten: “Nun bringen Sie Ihr Ich gut nach Hause.”

“Naturwissenschaften kontrovers” lief erstmals im Wintersemester 2007 und sorgte damals bereits für überfüllte Räume im Gasteig. Ein Abend befasste sich u.a. mit der Frage, ob angesichts der Erkenntnisse der Hirnforschung dem Menschen noch ein freier Wille zugesprochen werden könne. Ein anderer Abend war experimentell und bestand aus einer Debatte im Stil des englischen Unterhauses, die der ein wenig zugespitzten Frage nachging, ob die Geisteswissenschaften abgeschafft werden sollten.
Im Herbst 2007 fand im Rahmen des Münchner Kl!maherbstes der MVHS ein Wissenschafts-Café statt, moderiert von Weitze. Dabei wurde die Klimaerwärmung als Folge von CO2-Emissionen kontrovers diskutiert und die Frage angesprochen, ob Klimaskeptiker Recht haben könnten, die die Erwärmung für nicht nachgewiesen halten.
Dieser lockere Kaffeehausstil, bei dem sich Publikum und Experten auf gleicher Augenhöhe begegnen, die “Wissenschaft quasi ins Wohnzimmer geholt wird”, wie Hasingers Ehefrau Barbara (auf dem dritten Foto von oben am Fenster sitzend) dieses Heraustreten aus dem Elfenbeinturm treffend beschrieb, soll auch im Wintersemester 2008/09 (Oktober, November, Januar) fortgesetzt werden, diesmal auf einer höheren Ebene. Dann soll die beliebte Veranstaltungsreihe in der Münchner Schrannenhalle im größeren Rahmen stattfinden. Eines der möglichen Themen: Was war vor dem Urknall?
Dort gibt es Räume für über hundert Teilnehmer und auch eine Restauration, die für eine lockere Begegnung sorgt. Wir alle, die das Baby großgepäppelt haben, freuen uns darauf, noch mehr Bürger zu noch kontroverseren Wissenschaftsthemen mit noch konkreteren Ergebnissen begrüßen zu dürfen, die uns wie ein Kompass beim Navigieren durch die labyrinthischen Wissenswelten helfen.

Den Urknall lässt der Max-Planck-Forscher um Punkt Mitternacht mit dem Silvesterfeuerwerk stattfinden. Die Elemente entstanden, und bereits zwischen dem 5. und 13. Januar wurden die ersten Sterne und Schwarzen Löcher geboren. Es vergingen acht Monate, bis sich am 1. September unsere Sonne und die Erde formten. Die ersten Bakterien rührten sich schon am 29. September. Zwischen dem 20. und 24. Dezember – »rechtzeitig zu Weihnachten«, so Hasinger – schossen Wälder in die Höhe, und die Reptilien krochen an Land. Am 29. Dezember (vor 65 Millionen Jahren) starben die Dinosaurier aus.
Erst sechs Minuten vor Mitternacht entstand der moderne Mensch, und vor gerade mal 4,6 Sekunden lebte Jesus Christus. Am 12. Februar des Folgejahres wird es infolge zunehmender Sonnenstrahlung zu heiß für das Leben auf der Erde, am 16. April feiern die Milchstraße und der Andromedanebel »Galaxienhochzeit« – beide verschmelzen miteinander. Am 10. Juli bläht sich die Sonne, kurz bevor ihr Brennstoff verbraucht ist, zum Roten Riesen auf. Dann, in 7300 Jahren, sterben alle anderen Sterne und es wird wieder dunkel in unserem Kosmos.
Nach 10 hoch 90 Jahren (das ist eine 1 mit 90 Nullen!) , zerfallen die letzten Schwarzen Löcher, »es bleibt ›Nichts‹ übrig«, schreibt Hasinger in seinem unlängst erschienenen Buch »Das Schicksal des Universums« (C.H. Beck) und schließt mit der Frage: »Ist Gott das Nichts?«

Professor Hasinger nahm im Februar 2008 an dem Programm “Naturwissenschaften kontrovers” der Münchner Volkshochschule teil. Damit möchte der Leiter der Naturwissenschaften, Dr. Hermann Schlüter, ein Signal geben und den lange vernachlässigten Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit forcieren. “Nach wie vor setzen wir auf das Innovationspotenzial, das in den Naturwissenschaften steckt”, sagt er, “dennoch ist vieles an dieser Entwicklung umstritten, insbesondere wenn wir an die gesellschaftlichen und ethischen Folgen denken.”

Den Auftakt der dreiteiligen Serie bestritt Hasinger mit dem Thema “ Sind wir alleine? - Gibt es Leben im Kosmos?”, moderiert von P.M.-Redakteur Wolfgang C. Goede. Der Max-Planck-Forscher hielt es für durchaus möglich, dass es in der Milchstraße und anderen Galaxien unterschiedliche Stufen von Leben geben könnte, nur die Entfernungen seien viel zu riesig und die Funk- und Reisegeschwindigkeit zu winzig, als dass eines Tages Kontakte entstehen könnten.
An diesem Naturgesetz kommt selbst die intelligenteste Zivilisation nicht vorbei: Das intra- und intergalaktisches Tempolimit für beide, Raumschiffe und elektromagnetische Wellen, ist die Lichtgeschwindigkeit. Diese ist angesichts der Weite des Kosmos nachgerade ein Schneckentempo, braucht ein Lichtteilchen doch schon allein von Alpha Centauri, der unserem Solarsystem nächsten Sonne, fast fünf Jahre lang.
Die Vorstellung vom Nichts, aus dem der Urknall hervorging und auf das sich der Kosmos wieder zubewegt, ist für Wissenschaftler aller Couleur eine große denkerische Herausforderung. In der ihm eigenen bildhaften Sprache erläuterte Hasinger, wie man sich das Nichts vorstellen könnte: als den höchsten Energiezustand überhaupt, vergleichbar einem Kochtopf mit siedendem Wasser, der oben fest mit einem Deckel verschlossen ist.
Das zweite Thema in der Kontroversen-Reihe befasste sich mit der Frage “Schöpfung oder Evolution?”. Seitdem Charles Darwin im 19. Jahrhundert die biologische Theorie zur Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl formuliert hat, gab es immer wieder Gegner, die aus einem religiösen Verständnis heraus die Evolutionstheorie kritisierten, erklärte dazu der Moderator, Hermann Schlüter. Unter dem Stichwort Kreationismus oder Intelligent Design werden auch gegenwärtig wieder Gegenentwürfe aufgestellt. Das Thema gewinnt auch Bedeutung insofern, als im Jahr 2009 der 200. Geburtstag des Biologen durch ein internationales Darwinjahr gewürdigt wird.
Der Jesuitenpater Professor Christian Kummer, Theologe, Biologe und Philosoph, versuchte durch dieses verminte Terrain einen Pfad zu schlagen. Er referierte nicht nur beide Positionen, die zum Teil so verfeindet sind, dass sie sich nicht einmal an einen Tisch setzen würden, um ihre unterschiedlichen Auffassung gemeinsam zu diskutieren. Kummer baute auch eine Brücke, indem er eine in der Öffentlichkeit weithin unbekannte Position einführte: die “Schöpfung durch Evolution”. Ihre Anhänger glauben, dass Gott zwar die Welt geschaffen hat, die Arten aber durch Evolution entstanden sind.

Um das Thema für die Anwesenden greifbarer zu machen, ließ Schlüter über die drei Positionen abstimmen. Es zeigte sich, dass keiner (= 0 %) der Anwesenden dem biblischen Schöpfungsglauben (I) anhing, dass 19 (= 43 %) eine Schöpfung durch Evolution (II) befürworteten und dass 26 (= 57 %) die Darwinsche Evolutionslehre (III) vertraten. Im bundesdeutschen Vergleich liegt die Verteilung bei 20, 20, 60 Prozent, während sie in den USA stark abweicht: Dort glauben 50 % an I und nur jeweils 25 % an II und III. Kummer stellte in seinem Vortrag dar, dass das Leben und wie es entstanden ist auch aus naturwissenschaftlicher Sicht immer noch ein großes Rätsel darstelle und es darauf keine einfachen Antworten gebe. Außerdem birgt Darwin, auch für Atheisten, immer noch großen emotionalen Sprengstoff. Selbst 150 Jahre nach Veröffentlichung seines revolutionären Buches geht es selbst aufgeklärtesten Geistern bis zum heutigen Tage oft gegen den Strich, dass der Mensch nur ein höher entwickelter Verwandter des Affen sein soll.

Das dritte Thema der Serie im Münchner Gasteig stellte die Frage “Gehirn und Denken – Wer ist ich?” zur Diskussion. Dazu hatte der Wissenschaftskommunikator Dr. Marc Denis Weitze zwei Gäste eingeladen: den Philosophen Sebastian Wolf und den Neuroforscher Michael Zehetleitner. Bei der Begrüßung stimmte er die Anwesenden auf das Thema ein, indem er sie bat, einmal in sich hineinzuhorchen, “ob es da jemanden gibt” und fragte dann, wie viele “Ichs” im Raum anwesend seien: 50, 1 oder 0. Das Thema oszilliere, so Weitze, zwischen so unterschiedlichen Standpunkten wie Descartes' berühmter Satz “Ich denke, also bin ich” und des Physikers Francis Crick Diktum, dass Emotionen, Gedanken, Willensfreiheit und Identität nur ein Ergebnis von Nervenzellen und Molekülen seien: Sie erzeugten im Kopf Neuronengewitter und machten die Wirklichkeit zur eingebildeten Fiktion.
Zwischen diesen Positionen fluktuierten an diesem Abend im Münchner Gasteig auch die Forscher. Der Naturwissenschaftler machte klar, dass sich das Ich beharrlich Messversuchen entziehe, während der Philosoph mit dem “narrativen Gravitationszentrum” zumindest eine einleuchtende Erklärung für Unsterblichkeit vorlegen konnte, die auch manchen Nichtgläubigen versöhnen mag: Wenn das Leben eines Verstorbenen von den ihn Überlebenden von Generation zu Generation weitererzählt wird, entsteht eine Vorstellung von einem Leben nach dem Tode, die ein Ich zu Lebzeiten impliziert. Um 21.30 Uhr schloss Weitze die Veranstaltung und verabschiedete sich mit den Worten: “Nun bringen Sie Ihr Ich gut nach Hause.”

“Naturwissenschaften kontrovers” lief erstmals im Wintersemester 2007 und sorgte damals bereits für überfüllte Räume im Gasteig. Ein Abend befasste sich u.a. mit der Frage, ob angesichts der Erkenntnisse der Hirnforschung dem Menschen noch ein freier Wille zugesprochen werden könne. Ein anderer Abend war experimentell und bestand aus einer Debatte im Stil des englischen Unterhauses, die der ein wenig zugespitzten Frage nachging, ob die Geisteswissenschaften abgeschafft werden sollten.
Im Herbst 2007 fand im Rahmen des Münchner Kl!maherbstes der MVHS ein Wissenschafts-Café statt, moderiert von Weitze. Dabei wurde die Klimaerwärmung als Folge von CO2-Emissionen kontrovers diskutiert und die Frage angesprochen, ob Klimaskeptiker Recht haben könnten, die die Erwärmung für nicht nachgewiesen halten.
Dieser lockere Kaffeehausstil, bei dem sich Publikum und Experten auf gleicher Augenhöhe begegnen, die “Wissenschaft quasi ins Wohnzimmer geholt wird”, wie Hasingers Ehefrau Barbara (auf dem dritten Foto von oben am Fenster sitzend) dieses Heraustreten aus dem Elfenbeinturm treffend beschrieb, soll auch im Wintersemester 2008/09 (Oktober, November, Januar) fortgesetzt werden, diesmal auf einer höheren Ebene. Dann soll die beliebte Veranstaltungsreihe in der Münchner Schrannenhalle im größeren Rahmen stattfinden. Eines der möglichen Themen: Was war vor dem Urknall?
Dort gibt es Räume für über hundert Teilnehmer und auch eine Restauration, die für eine lockere Begegnung sorgt. Wir alle, die das Baby großgepäppelt haben, freuen uns darauf, noch mehr Bürger zu noch kontroverseren Wissenschaftsthemen mit noch konkreteren Ergebnissen begrüßen zu dürfen, die uns wie ein Kompass beim Navigieren durch die labyrinthischen Wissenswelten helfen.
open-science - 14. Mrz, 15:14

