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    <title>Wissenschaft für alle!</title>
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    <title>Wissenschaft für alle!</title>
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    <title><![CDATA[Hype oder Hybris: Leben 2.0]]></title>
    <link>http://blogs.pm-magazin.de/openscience/stories/52535/</link>
    <description><![CDATA[Diskurs und Dialog zwischen den gesellschaftlichen Gruppen sind heute wichtiger denn je. Ob Atomenergie oder ingenieurtechnische Gro&szlig;projekte wie Stuttgarts unterirdischer Bahnhof: Wenn das Thema vorher nicht gesellschaftlich &#8222;geerdet&#8220; wurde, also ein breiter Konsens &uuml;ber die Notwenigkeit der Ma&szlig;nahme erzielt worden ist, dann ger&auml;t es zum Rohrkrepierer. Wegen mangelnder Akzeptanz l&auml;sst es sich nicht durchsetzen. <br />
<br />
Das Thema Gentechnologie ist entsprechend aufgeladen. Darf man das Erbgut ver&auml;ndern, wo verl&auml;uft die Grenze wissenschaftlicher Freiheit, was ist Leben &#8211; spielt sich derjenige als Gott auf, der von der Natur festgelegte Abl&auml;ufe ver&auml;ndert? In den letzten Jahren war das Thema in seiner Brisanz ein wenig abgek&uuml;hlt, bis im Mai dieses Jahres der US-Genforscher Craig Venter einen Durchbruch schaffte: Ihm gelang die k&uuml;nstliche Herstellung eines Genoms und pflanzte dieses einem Bakterium ein. Synthetische Biologie nennt sich das. <br />
<br />
<img title="" height="279" alt="P1000685" width="283" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/P1000685.jpg" /><br />
<br />
Hat er damit die B&uuml;chse der Pandora ge&ouml;ffnet &#8211; die Tore zum Leben 2.0 sperrangelweit ge&ouml;ffnet? Werden wir damit irgendwann maschinell hergestellte Lebewesen erzeugen, lassen sie sich aus biologischen Versatzst&uuml;cken wie ein Legohaus zusammenstellen, die sich am Ende unkontrolliert vermehren, sich mit den bestehenden Spezies vermischen und die Evolution auf den Kopf stellen &#8211;  Frankenstein ante portas? <br />
<br />
Oder wird die wissenschaftliche Kunst, Lebewesen ma&szlig;zuschneidern, der Medizin und Pharmazie v&ouml;llig neue Behandlungsmethoden f&uuml;r die Volkskrankheiten wie Krebs, Kreislaufleiden und Demenz er&ouml;ffnen? Werden &#8222;Synthi-Fuels&#8220; m&ouml;glich, die aus Holzabf&auml;llen entstehen, wenn Speziallebewesen auf diese angesetzt werden? Umwelt- und Klimaschutz k&ouml;nnten damit eine neue Ebene der Nachhaltigkeit erklimmen. <br />
<br />
In der gemeinsamen Stellungnahme <a href="http://www.acatech.de/de/aktuelles-presse/dossiers/dossier-synthetische-biologie.html">&#8222;Synthetische Biologie&#8220;</a> besch&auml;ftigen sich die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften acatech, die Deutsche Forschungsgemeinschaft und die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina mit diesem konflikttr&auml;chtigen Thema und pl&auml;dieren ebenfalls f&uuml;r den breiten gesellschaftlichen Dialog dar&uuml;ber. Das machte jetzt acatech wahr, indem die Akademie ein Journalisten-Workshop dazu im <a href="http://www.senckenberg.de/root/index.php?page_id=24">Frankfurter Senckenberg Museum</a> veranstaltete. Das ist vor allem f&uuml;r seine Dinosaurieraustellung bekannt und deshalb besonders bei Familien mit kleinen Kindern beliebt, die mit gro&szlig;en Augen die riesigen Skelette der Urzeittiere bewundern. <br />
<br />
<img title="" height="276" alt="Senckenberg-007" width="369" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/Senckenberg-007.jpg" /><br />
<br />
<a href="http://www.acatech.de">Acatech</a> hatte zu dieser Veranstaltung 15 Journalisten eingeladen, zum gro&szlig;en Teil Biologen, die von Vertretern der Forschung (Bernd M&uuml;ller-R&ouml;ber, Universit&auml;t Potsdam; Nediljko Budisa, TU Berlin) und der Wirtschaft (J&uuml;rgen Eck, BRAIN)  &uuml;ber das Potenzial der Sythetischen Biologie aufgekl&auml;rt wurden. Sie machten klar, dass man weit entfernt sei von der Schaffung neuer Lebewesen und demonstrierten an Beispielen, wie falsch und verflachend besonders die Lokalpresse oft &uuml;ber das Thema berichtete. <br />
<br />
J&uuml;rgen Eck stellte auch den nachhaltigen Charakter von &#8220;SynBio&#8221; heraus. Waschmittel mit gentechnisch ver&auml;nderten Enzymen erforderten keine chemischen Wirkstoffe mehr, entlasteten also das Wasser. Dar&uuml;ber hinaus gestatteten sie eine merkliche Temperaturabsenkung. Entsprechend umweltfreudlich seien neue Enteisungsmittel, die bereits auf dem Frankfurter Flughafen eingesetzt werden. Ecks n&auml;chstes Ziel in der Produktpalette: Bioplastik aus dem Klimakiller Kohlendioxid. <br />
<br />
Journalisten hingegen gaben Tipps f&uuml;r die kritische Auseinandersetzung mit diesem Zukunftsthema, etwa durch Analyse der Netzwerke von Forschern, und er&ouml;ffneten neue Recherchem&ouml;glichkeiten, etwa mithilfe von <a href="http://debategraph.org/Stream.aspx?nID=73947&amp;id=7733AC55-58ED-4466-866E-6B4B5275074C">Debatten</a> (Holger Hettwer, Initiative Wissenschaftsjournalismus; Sascha Karberg, Schnittstelle). <br />
<br />
<img title="" height="385" alt="P1000783" width="283" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/P1000783.jpg" /><br />
<br />
Wolfgang Goede, P.M., erarbeitete mit den Teilnehmern journalistische Darstellungsformen: einen Sachbericht (&#8222;Alternatives Leben auf fernen Planeten. Es geht auch ohne Kohlenstoff&#8220;), eine Reportage (&#8222;Mechaniker des Lebens&#8220;), einen Zukunftsreport (&#8222;Agenda 2210: Ihr Wunsch ist unser Code!) sowie eine Kritik (&#8222;Das Phantom sichere Gentechnik&#8220;). Beim &#8222;Herumspinnen&#8220; erwiesen sich die Wissenschaftler zum Teil kreativer als die Journalisten, berichtete eine Teilnehmerin bei der Pr&auml;sentation der Werke. <br />
<br />
<img title="" height="294" alt="P1000739" width="400" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/P1000739.jpg" /><br />
<br />
Ein abendliches Kamingespr&auml;ch mit dem Theologen und Ethiker Peter Dabrock (Universit&auml;t Erlangen-N&uuml;rnberg) &uuml;ber das Wesen und die Grenzen der Sch&ouml;pfung zog einen Vergleich der forscherischen Ethik mit der journalistischen nach sich. So warnte bereits der Zukunftsforscher und Wissenschaftsautor Robert Jungk vor der Gefahr von Katastrophen, wenn keine Br&uuml;cken zwischen Hochschulen und B&uuml;rgern gebaut werden. Das sowie die w&ouml;rtliche &Uuml;bersetzung des Wortes Diskurs (lat. discurrere: hin und her laufen) durch Dabrock f&uuml;hrte zu einer wissenschaftlichen Aufstellung des Themas: &#8222;Die Synthetische Biologie in der Gesellschaft&#8220;. Dabei liefen die Teilnehmer im Raum hin und her und nahmen entsprechend ihrer Position und Relation zueinander eine bestimmte Stellung darin ein. <br />
<br />
<img title="" height="378" alt="Senckenberg-051" width="283" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/Senckenberg-051.jpg" /><br />
<br />
Sechs Teilnehmer repr&auml;sentierten die gesellschaftlich relevanten Gruppen: Forscher der Synthetischen Biologie, Wirtschaft, Politik, B&uuml;rger und Zivilgesellschaft bzw. NGOs, Wissenschaftsjournalismus sowie die Kirche in Gestalt des Papstes, in diesem Fall einer P&auml;pstin. Die Forschung suchte sofort die N&auml;he von Wirtschaft und Politik. Letzterer war das unangenehm, sie wich zur&uuml;ck und verringerte die Distanz zum B&uuml;rger. Die Politik f&uuml;hlte sich &uuml;berfordert, verlangte nach einem unabh&auml;ngigen Experten, doch bei den Zuschauern wollte keiner in diese Rolle treten. Im Verlauf dieser Bewegungen n&auml;herte sich der Papst immer mehr dem Zentrum. Offenbar f&uuml;hlte er sich den ethischen Fragen verpflichtet. Am Ende hatten sich Forschung, Politik und Wirtschaft (mit ein wenig abgewandtem Gesicht) so weit gen&auml;hert, dass sie einen Halbkreis um den Wissenschaftsjournalisten bildeten. <br />
<br />
<img title="" height="299" alt="P1000763" width="400" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/P1000763.jpg" /><br />
<br />
Dieses Bild f&uuml;hrte zu zwei markanten &Auml;u&szlig;erungen bei den Zuschauern. Eine Journalistin, emotional sichtlich ber&uuml;hrt, sagte: &#8222;Ich bin kein Aufpasser und kein Mittel zum Zweck.&#8220; Sie sei Biologin aus Leidenschaft und m&uuml;sse ihre Rolle &uuml;berdenken. Ein Kollege von ihr fragte sich, ob der Wissenschaftsjournalist nicht auf einen Stuhl steigen m&uuml;sse, um von oben das Szenario zu betrachten, statt ein Teil davon zu sein. Ein anderer Teilnehmer bem&auml;ngelte die Zuf&auml;lligkeit der Aufstellung, dass u.a. die Rollen nicht hinreichend definiert worden waren. <br />
<br />
Allen Teilnehmern  war die Aufstellung als Abbildung gesellschaftlicher Kooperationen und Spannungen bisher unbekannt. Einige fanden Gefallen daran, sie m&ouml;glicherweise auf Konferenzen einzuf&uuml;hren. Eine Aufstellung zu Leben 2.0 wird die Psychologin Ruth Sander bei <a href="http://politik-im-raum.de/index.php?id_seite=1186569455">&#8220;Politik im Raum&#8221;</a> im n&auml;chsten Jahr in M&uuml;nchen in einem professionellen Rahmen mit genug Zeit f&uuml;r die Vorbereitung, Durchf&uuml;hrung und Auswertung vornehmen. Wir werden &uuml;ber das Ergebnis berichten.<br />
<br />
Acatech-Bericht: <a href="http://www.acatech.de/de/aktuelles-presse/presseinformationen-news/news-detail/artikel/journalistenworkshop-synthetische-biologie-journalisten-treffen-forscher-einer-neuen-technikwissens.html">Journalisten treffen Forscher einer neuen Technikwissenschaft</a><br />
<br />
<i>Fotos: Ohlendorf, Goede</i><br />
<br />
<a href="http://www.pm-magazin.de/de/"><b>*** Neuestes aus der P.M. Gruppe: *** Spannendes aus Forschung, Technik, Historie *** Sci-Tech-News *** exkl. Themen-Specials *** Fragen&amp;Antworten *** BesserWissen *** Hirntrainer ***</b></a><br />
<br />
<a href="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/main"><b>Weitere "Wissenschaft f&uuml;r alle! / Open Science"-Beitr&auml;ge</b></a>]]></description>
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    <dc:date>2010-10-18T17:45:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/stories/52408/">
    <title><![CDATA[Galopp über ein hartes Pflaster]]></title>
    <link>http://blogs.pm-magazin.de/openscience/stories/52408/</link>
    <description><![CDATA[<i>Es steht ganz klein im Heft. Meistens auf der ersten Seite in Schriftgr&ouml;&szlig;e 8. F&uuml;r die Beteiligten f&uuml;hlt es sich an wie Schriftgr&ouml;&szlig;e minus 10. Dennoch steht er da. Unter &#8222;Redaktion&#8220;. Der eigene Name: Mirja Helms. Sie studiert im dritten Semester Fachjournalistik an der Hochschule Bremen und hospitiert derzeit in der P.M. Redaktion. Hier berichtet sie von ihren Erfahrungen in der Chefredaktion eines studieninternen Projektes.</i><br />
<br />
<img title="" height="238" alt="Mirja1" width="170" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/Mirja1.jpg" /><br />
<br />
Jeder, der schon einmal einen eigenen Text verfasst hat, der irgendwo publiziert wurde, kennt dieses Gef&uuml;hl des Stolzes und Triumphes. Wenn der eigene Name dort steht: Entweder im Impressum oder wenigstens in der Autorenzeile. Das motiviert. So geht es jedem Reporter und jedem, der es mal werden will. So erging es auch uns &#8211; hoffnungsvollen k&uuml;nftigen Journalisten w&auml;hrend unseres ersten gro&szlig;en Projektes: <a href="http://sludern.de/zeilenweise-das-magazin/">&#8222;Zeilenweise&#8220;</a>.<br />
<br />
F&uuml;r viele ist und bleibt der Traum &#8222;Journalist sein&#8220; ein Traum. Ihnen fehlt das Talent, der n&ouml;tige Habitus oder das Handwerk. Einige werden fr&uuml;her aufgeben, andere werden bis zum Ende dabei bleiben und vielleicht ihr Leben lang durch unbezahlte Praktika rennen. Journalismus ist ein hartes Pflaster.<br />
<br />
In unserem <a href="http://www.hs-bremen.de/internet/de/">internationalen Studiengang Fachjournalistik</a> soll schnell erkannt werden, wer diese Qualifikationen mitbringt und wer nicht. Schon im ersten Semester wird uns der Redaktionsalltag nahe gebracht, indem wir ein eigenes Magazin schaffen. <br />
<br />
<b>Ganz alleine</b><br />
<br />
&#8222;So schwer wird das schon nicht sein&#8220;, denken wir uns. Die anderen haben es ja auch geschafft. Die Zeilenweise erscheint j&auml;hrlich. Das Blatt ist das Produkt eines jeden Jahrgangs unseres Studiengangs und erh&auml;lt in jeder Generation ein neues Thema. Das fertige Exemplar geht in einer Auflage von 5000 an alle Redaktionen der Republik. Es soll Chefredakteure begeistern und eine Visitenkarte eines jeden von uns darstellen.<br />
<br />
Ohne sich zu kennen, wird eine Redaktion gew&auml;hlt. Bestehend aus der Anzeigenabteilung, dem Marketing, dem Layout, der Schluss-, Bild- und Chefredaktion. Wer macht was? Und vor allem: Wer kann was? Nur wenige von uns haben eine Redaktion schon einmal von innen gesehen, geschweige denn eine nennenswerte Position in einer Abteilung besetzt. <br />
<br />
Erste Treffen finden statt und die neu ernannte &#8222;Chefredaktion&#8220; versucht einen Plan aufzustellen. Wovon soll unser Magazin handeln? Wie gro&szlig; soll es werden? Wo k&ouml;nnen wir Anzeigen verkaufen und wie viel Geld ben&ouml;tigen wir? Wochenlang wird &uuml;ber ein Oberthema beraten, das unser Zielpublikum erreicht (welches ist das eigentlich?), in die Saison passt, und zu dem alle etwas schreiben m&ouml;chten. <br />
<br />
Worte wie &#8222;Heimat&#8220;, &#8222;bunt&#8220; und &#8222;Himmel&#8220; werden an die Tafel geklatscht, die Diskussionen beginnen. Es wird abgestimmt, beraten. Neu diskutiert und wieder abgestimmt. Einige Wochen vergehen, bis man sich einig ist: &#8222;Hinter den Kulissen&#8220; soll es hei&szlig;en, das Thema unserer Zeitschrift, das Thema unserer Zeilenweise.<br />
<br />
<img title="" height="338" alt="ZW_Cover2-Kopie" width="227" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/ZW_Cover2-Kopie.jpg" /><br />
<br />
W&auml;hrend die Autoren schon flei&szlig;ig dabei sind, sich Themen zu &uuml;berlegen, k&auml;mpft die Anzeigenabteilung damit, ein Produkt zu verkaufen, das noch keines ist. Die Wochen vergehen und Deadlines werden ohne Absprache verschoben. Mittlerweile ist beinahe jeder an einem eigenen Thema dran. Recherchiert, obwohl er noch nie ein Interview gemacht hat. Macht ein Interview, obwohl er noch nie ein Aufnahmeger&auml;t bedient hat. Oder schreibt einen Kommentar, obwohl er noch gar nicht so recht wei&szlig;, was das eigentlich ist. <br />
<b><br />
Dennoch funktioniert es &#8211; irgendwie</b><br />
<br />
Die ersten Texte kommen bei der Chefredaktion an, werden redigiert und gehen wieder zur&uuml;ck. Dieses Verfahren wiederholt sich drei bis zehn Mal. Die Autoren kleben an ihren S&auml;tzen wie Obstfliegen am Pfirsich. Und pl&ouml;tzlich wird einem klar: Es wird ernst! Dieses Magazin, das die Redakteure irgendwann auf ihrem Schreibtisch finden werden, dieses Magazin soll das Beste werden, das sie je gesehen haben. Ein Mix aus politisch relevanten Themen, einzigartigen Portr&auml;ts, Reportagen, die bewegen, Interviews, die nachdenklich machen... <br />
<br />
Pl&ouml;tzlich wird einem bewusst, was es hei&szlig;t, &#8222;Chef&#8220; zu sein. Verantwortung zu &uuml;bernehmen, keine Kompromisse einzugehen, die Meinung anderer manchmal zu missachten.<br />
<br />
Vier Monate sind um. Arbeitstage von 12 bis 14 Stunden werden nur durch kleine Zigaretten- oder Kaffeepausen unterbrochen, um alle Texte noch einmal auf Klarheit, Relevanz und Stringenz zu redigieren. Das Layout-Team arbeitet bis sp&auml;t in den Abend, um nebenbei noch die Pr&uuml;fungen zu bestehen. Die Autoren werden biestig, weil ihre Texte gek&uuml;rzt und S&auml;tze umgestellt werden. Die Anzeigenabteilung sucht nach neuen Kunden, damit genug Geld in die Kasse kommt, muss aber vor dubiosen Gesch&auml;ftemachern aufpassen, die den studentischen Markt penetrieren wollen. <br />
<br />
Es sind zu viele Texte, wir m&uuml;ssen expandieren. Aus 48 Seiten werden 52. Aus 52 werden sp&auml;ter 56 Seiten. Wie viel Geld haben wir noch? 11 Anzeigen werden am Ende insgesamt verkauft. <br />
<br />
<b>Eine gute Bilanz &#8211; finden wir</b><br />
<br />
Eigentlich war der Abgabetermin der Texte im Mai. Aufgrund von &#8222;Komplikationen&#8220; haben wir ihn um sechs Wochen aufgeschoben. Der Drucktermin steht aber fest: Es soll der 14. Juni sein. Noch drei Wochen. Langsam macht sich Panik unter allen Beteiligten breit. Wo sind die Foto-Credits? Wer hat meinen Text gesehen? Wieso hat der Text noch kein Layout? Und wieso sind &uuml;berall die Anf&uuml;hrungszeichen falsch?! <br />
<br />
Nein. Nat&uuml;rlich sind wir nicht p&uuml;nktlich fertig. Auch, wenn sich alle die gr&ouml;&szlig;te M&uuml;he geben, muss der Drucktermin verschoben werden. <br />
<br />
In der Lehrredaktion, die viele von uns schon liebevoll ihr &#8222;zweites Zuhause&#8220; nennen, t&uuml;rmen sich Papierstapel, hoch wie Wolkenkratzer. Klebezettel, bunte Stifte und B&uuml;roklammern erschweren den Weg zur Ausgangst&uuml;r, die sowieso kaum einer mehr betritt. Andere Menschen der Hochschule haben vor&uuml;bergehend keinen Zutritt. Hier wird geschrieben, redigiert, gearbeitet. Geschlafen und gegessen. Die Schlussredaktion &uuml;berpr&uuml;ft noch einmal jeden Text. &#8222;Wie wird &gt;miteinzubeziehen&lt; geschrieben?&#8220;, &#8222;kommt vor dem &gt;und&lt; hier ein Komma?&#8220; <br />
<br />
<img title="" height="267" alt="zw1" width="400" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/zw1.jpg" /><br />
<br />
Jeder Text, der mindestens drei Mal redigiert wurde, kommt an die Schrankwand. Wenn ein roter, gelber und gr&uuml;ner Punkt drauf ist, wurde er schon redigiert. Wenn ein blauer Haken drauf ist, wurde er in das richtige Programm eingef&uuml;gt. <br />
<br />
Morgen fr&uuml;h m&uuml;ssen wir das Paket zur Druckerei schicken und weil wir schon so sp&auml;t dran sind, bekommen wir auch keine Korrekturabz&uuml;ge. Sp&auml;t am Abend sind wir fertig. Jetzt k&ouml;nnen wir nichts mehr tun, au&szlig;er warten.<br />
<br />
Nach wochenlanger Arbeit und nervenzerrei&szlig;enden Stunden ist es soweit: Zeilenweise ist da. Die Kartons stapeln sich auf den Fluren, erste Neugierige &ouml;ffnen die Deckel. Dann: Das erste Exemplar. Der Geruch von frischer Druckerschw&auml;rze, Stolz und Triumph f&uuml;llt den Raum: <br />
<b><br />
&#8222;Wir haben es geschafft, ohne Hilfe&#8220;</b><br />
<br />
<i>Foto: Timo Robben</i><br />
<br />
<a href="http://www.pm-magazin.de/de/"><b>*** Neuestes aus der P.M. Gruppe: *** Spannendes aus Forschung, Technik, Historie *** Sci-Tech-News *** exkl. Themen-Specials *** Fragen&amp;Antworten *** BesserWissen *** Hirntrainer ***</b></a><br />
<br />
<a href="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/main"><b>Weitere "Wissenschaft f&uuml;r alle! / Open Science"-Beitr&auml;ge</b></a>]]></description>
    <dc:creator>open-science</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2010 open-science</dc:rights>
    <dc:date>2010-10-08T16:30:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/stories/52355/">
    <title><![CDATA[Künstler + Forscher = Musiktherapeut]]></title>
    <link>http://blogs.pm-magazin.de/openscience/stories/52355/</link>
    <description><![CDATA[Die Wissenschaften und die K&uuml;nste stehen angeblich in einer engen Symbiose. Kaum ein Kongress, auf dem das Thema nicht thematisiert wird, mit oft allerdings vagesten Ergebnissen. Als Alibi muss meistens Einstein herhalten, der ja bekanntlich die Geige spielte. Verdankte er sein Genius den Noten und der Musik, erschlossen sie ihm neue Sph&auml;ren. Das bleibt immer sehr spekulativ, und am Ende steht ein allgemeiner Befund, den wir alle gerne teilen m&ouml;gen: K&uuml;nstler sind spielerisch, so ein bisschen wie kleine Buben in der Sandkiste &#8211; nicht viel anders der wirklich gute Wissenschaftler. <br />
<br />
<img title="" height="213" alt="800px-M2_1024" width="283" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/800px-M2_1024.png" /><br />
<br />
Forscher, die mit ihrem Wissensstoff und den Werkzeugen der Wissenserweiterung kreativ und spielerisch vorgehen, sto&szlig;en bestimmt eher auf neue und &uuml;berraschende Thesen, Zusammenh&auml;nge  sowie Erkenntnismethoden als der kleinkariert-rechtwinkelige Forscher, der wie ein klassischer Beamter vorgeht. Als weitererer Beweis f&uuml;r die enge Verwandtschaft von Kunst und Wissenschaft wird auch immer die Sch&ouml;nheit und &Auml;sthetik von Formeln bem&uuml;ht, die kurz und b&uuml;ndig einen Sachverhalt in ein Gesetz gie&szlig;en, wobei wir wieder bei Einstein und dessen E = m mal c zum Quadrat sind. Der K&uuml;nstler verwendet Formen und Farben, der Wissenschaftler Formeln und Mathematik. <br />
<br />
Auch nicht soo &uuml;berraschend, so dass sich nunmehr der Gehirnforscher Ernst P&ouml;ppel zu diesem Thema zu Wort meldet, um es weiterzudrehen. Er verweist auf die Veranstaltung Art+Science, in der beide Berufgruppen zusammenfinden und die mit beeindruckenden k&uuml;nstlerischen Installationen auf sich aufmerksam macht. Etwa einem Teleskop, dass nicht himmel-, sondern erdw&auml;rts gerichtet ist und auf ein Gehin zeigt: &#8222;Inneres Observatorium&#8220; hei&szlig;t es und will die Neuro-Forschung voranbringen. &#8222;Kunst ist die kulturelle &Uuml;berh&ouml;hung unserer origin&auml;ren menschlichen F&auml;higkeiten&#8220;, sagt P&ouml;ppel dazu.<br />
<br />
Das alte &Uuml;bel bleibt, das Auspendeln des Themas bewegt sich zwischen Abstraktionen und Banalit&auml;ten &#8211; was k&ouml;nnen wir als Gewinn aus dieser Diskussion wirklich abspeichern? <br />
<br />
Jetzt macht der M&uuml;nchner Komponist Peter Michael einen beherzten Vorsto&szlig;, indem er Forschung und Kunst mit Therapie verbindet. Unsere Lieblingsmusik, meint er, sagt viel &uuml;ber unsere Pers&ouml;nlichkeit sowie Seelenlasten aus. Melancholiker werden eher zu schwerm&uuml;tigen Weisen neigen, Sanguiniker zu flotten T&ouml;nen. Daraus will Michael einen Schuh machen mit einem Forschungsprojekt, dass genau diese Verbindung unter die Lupe nimmt und die Musik als therapeutisches Instrument einsetzt. Musiktherapie, nicht ganz taufrisch, nachdem aber so viele Menschen seelisch am Stock gehen:Depressionen, &Auml;ngste, Burnout immer mehr befallen, w&auml;re hier ein Riesenl&uuml;cke f&uuml;r die Forschung UND die Kunst. Ich bin gespannt auf neueste Ergebnisse!<br />
<br />
<img title="" height="213" alt="800px-M7_1024" width="283" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/800px-M7_1024.png" /><br />
<br />
Fotos: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mandelbrot-Menge">Mandelbrot Fraktal</a>, eine Gr&ouml;&szlig;e aus der Chaosforschung, in Modi z hoch 2 +c und z hoch 7 + c<br />
<br />
Mehr Info: <a href="http://art-meets-science.info/">Art meets Science</a><br />
<br />
<a href="http://www.pm-magazin.de/de/"><b>*** Neuestes aus der P.M. Gruppe: *** Spannendes aus Forschung, Technik, Historie *** Sci-Tech-News *** exkl. Themen-Specials *** Fragen&amp;Antworten *** BesserWissen *** Hirntrainer ***</b></a><br />
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<a href="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/main"><b>Weitere "Wissenschaft f&uuml;r alle! / Open Science"-Beitr&auml;ge</b></a>]]></description>
    <dc:creator>open-science</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2010 open-science</dc:rights>
    <dc:date>2010-10-06T11:31:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/stories/52147/">
    <title><![CDATA[Die Formel für Science-Seller]]></title>
    <link>http://blogs.pm-magazin.de/openscience/stories/52147/</link>
    <description><![CDATA[Der Schriftsteller Ken Follet verdient mit seinen B&uuml;chern (Sturz der Titanen, Die Nadel) so gut, dass er sich ein B&uuml;ro mit 16 Angestellten leisten kann. In der <a href="http://www.welt.de/die-welt/kultur/article9733207/Ich-moechte-nicht-mit-Kafka-tauschen.html">&#8222;Welt am Sonntag&#8220;</a> gab der Pfund- und Auflagen-Million&auml;r ein spannendes Interview &uuml;ber die Kunst des Schreibens. Seine Ratschl&auml;ge lassen sich eins zu eins auf die Zunft der Journalisten und -Wissenschaftsjournalisten &uuml;bertragen &#8211; hier Follets eiserne Regeln. <br />
<br />
<img title="" height="266" alt="800px-Ken_follet1" width="400" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/800px-Ken_follet1.jpg" /><br />
<br />
Nach dem Anfang muss die Story auf den ersten Seiten sofort eine &uuml;berraschende Wende nehmen, sonst langweilt sich der Leser. Der Schreiber muss bei seinen Figuren Angstgef&uuml;hle implantieren. Sie sind des Menschen st&auml;rkster Antrieb ist, peitschen ihn an &#8211; oder erdrosseln ihn. <br />
<br />
Der Autor muss mit seinem Stoff so vertraut sein, dass er ihn wie eine zweite Haut empfindet, das erfordert: Recherche, Recherche &#8211; und noch mal Recherche. Das St&uuml;ck sollte mit einer j&auml;hen &Uuml;berraschung beendet werden, &#8222;das empfindet der Leser als r&uuml;pelhaften Rauswurf&#8220;, den er nicht vergisst. Und: Nach dem ersten Wurf den Text gnadenlos redigieren: Hau mit dem Hammer drauf &#8222;und horch, wo die Story hohl klingt&#8220;, empfiehlt Follet sowie: &#8222;K&uuml;rzen ist literarisches Viagra!&#8220; <br />
<br />
Was ist tabu? &#8222;Kaprizi&ouml;se Metaphern und spaghettihaft verschlungene Satzkonstruktionen ... Ein Follet-Satz muss transparent wie eine Fensterscheibe sein und darf weder Gehirnjucken noch G&auml;hnkr&auml;mpfe ausl&ouml;sen.&#8220; <br />
<br />
Was braucht ein guter Schreiber? Einen gnadenloser Kritiker im Nacken, der ihn vorantreibt. Das ist im Fall Follet dessen Literaturagent. &#8222;Wenn er mir mit dem&uuml;tigender Genauigkeit auseinandersetzte, warum meine Manuskripte absolut unverk&auml;uflich seien, h&auml;tte ich ihm jedesmal eine reinhauen k&ouml;nnen.&#8220; Aber der kl&uuml;gere Teil von ihm begriff gl&uuml;cklicherweise, dass dieser Mann ihn besser machte.<br />
<br />
Bevor ein neues Follet-Buch in Druck geht, haben es 20 bis 30 Leute gelesen und kommentiert. Jede beanstandete Seite schreibt der Meister per Hand neu. Bei diesem Vorgang merkt er, dass es keinen einzigen Satz gebe, den er nicht um einiges verbessern k&ouml;nne, sagt das Schreibgenie.<br />
<br />
Gutes Schreiben, besonders auch &uuml;ber Science, bleibt eine fast nie enden wollende Sisyphusarbeit. Mehr Anregungen &uuml;ber das Kunstwerk Sprache, dessen Fallen und Alltagsprobleme sowie himmlische Dimensionen bei Deutschlands erstem <a href="http://www.sprachbloggeur.de/">Sprachbloggeur</a>!<br />
<br />
<i>Foto: Wikimedia Commons </i><br />
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    <dc:creator>open-science</dc:creator>
    
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    <dc:date>2010-09-24T11:15:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/stories/52039/">
    <title><![CDATA[Bürger entdecken Sonnenleiche]]></title>
    <link>http://blogs.pm-magazin.de/openscience/stories/52039/</link>
    <description><![CDATA[Nach der Wikipedia die Astropedia: Der Himmel wird neuerdings von Hobbyforschern vermessen und erkl&auml;rt. Man k&ouml;nnte sie auch, abgeleitet aus dem angels&auml;chischen Terminus <a href="http://www.eurekalert.org/pub_releases/2010-08/nsf-csd081210.php">&#8220;Citizen Scientists&#8221;</a>, zivile oder B&uuml;rgerwissenschaftler nennen. Sie haben am Firmament ein neues Gestirn entdeckt. <br />
<br />
<img title="" height="285" alt="800px-Pulsar_model" width="400" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/800px-Pulsar_model.jpg" /><br />
<br />
Es handelt sich um einen sogenannten Pulsar. Das sind pulsierende Neutronensterne, die wie ein Leuchturm im schnellen Rhythmus ein elektromagnetisches Signal aussenden. Kurz bevor ein Stern seinen Brennstoff, den Wasserstoff, aufgebraucht hat, explodiert er in einer Supernova. &Uuml;brig bleibt ein Neutronenstern, in dem sich auf kleinstem Raum die Restmaterie des Sterns vereint. Pulsare haben oft nur Durchmesser von 20 Kilometer und rotieren rasend schnell. Eine Umdrehung dauert von acht bis nur 0, 01 Sekunden &#8211; hundertmal in jeder Sekunde! <br />
<br />
Die ersten dieser rasenden Sonnenleichen wurden Ende der 1960er Jahre entdeckt. Daf&uuml;r gab es damals einen Nobelpreis. Mittlerweile sind tausend dieser Himmelserscheinungen bekannt. Die neueste Entdeckung ist der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/PSR_J2007%2B2722">PSR J2007+2722</a> in 17 000 Lichtjahren Entfernung von unserem Heimatplaneten. Er hat eine Rotationsfrequenz von  &#8222;nur&#8220; 41 Umdrehungen in der Sekunde und ein sehr geringes Magnetfeld. Das deutet darauf hin, dass dieser Pulsar noch relativ jung ist, eine Babyleiche, wenn man so will. Der j&uuml;ngste bekannte Pulsar ist 900 Jahre alt, f&uuml;r die Zeitdimensionen im Kosmos ist das weniger als ein Wimpernschlag. <br />
<br />
Das neueste Mitglied in der exotischen Pulsar-Gemeinde wurde von drei &#8220;Zivilisten&#8221; entdeckt: Chris und Helen Colvin aus Ames im US-Staat Iowa und dem Deutschen Daniel Gebhardt aus Mainz. Ihre Computer bilden zusammen mit einer halben Million anderen Rechnern ein riesengro&szlig;es Netz. Die nutzen die meist nicht voll ausgenutzte Rechenpower, um Signale aus dem All zu analysieren, die ihnen das Radioteleskop Arecibo auf der Karibikinsel Puerto Rico zuspielt. <br />
<br />
Dieses Projekt hei&szlig;t <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Einstein@home">Einstein@Home</a> und existiert seit dem Jahr 2005. Es sucht nach Gravitationswellen aus dem Kosmos. Sie wurden von Albert Einstein vorhergesagt als Folgeerscheinung seiner Relativit&auml;tstheorie. Bisher wurden allerdings noch keine dieser Wellen entdeckt, weshalb das private Rechnernetz zugeschaltet wurde. <br />
<br />
&#8222;Mit gro&szlig;em Erfolg, wie man jetzt sieht&#8220;, freute sich Bruce Allen, Leiter dieser Forschungsinitiative und Direktor des Max-Planck-Instituts f&uuml;r Gravitationswellen in Hannover: &#8222;Das beweist, dass sich durch &ouml;ffentliche Teilnahme Neues am Himmel entdecken l&auml;sst.&#8220;<br />
<br />
<img title="" height="298" alt="571px-Vela_Pulsar_jet" width="283" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/571px-Vela_Pulsar_jet.jpg" /><br />
<br />
<i>Bilder: Wikimedia Commons</i><br />
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    <dc:creator>open-science</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2010 open-science</dc:rights>
    <dc:date>2010-09-17T09:44:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/stories/51869/">
    <title><![CDATA[Gegen jede Regel]]></title>
    <link>http://blogs.pm-magazin.de/openscience/stories/51869/</link>
    <description><![CDATA[<i>M&auml;nner sind vom Mars, Frauen von der Venus: Die Gegens&auml;tze recherchierte unsere Hospitantin Claudia Weber in ihrem Beitrag</i> <a href="http://www.pm-magazin.de/de/wissensnews/wn_id2206.htm">&#8222;Warum Frauen schlecht einparken&#8220;</a>. <i>Kein Grund zum Verzweifeln: Es gibt (Schoko-)Br&uuml;cken zwischen den Geschlechter-Planeten &#8211; hier ihre eigene Sicht!</i><br />
<br />
<img title="" height="266" alt="_THA7623" width="400" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/_THA7623.jpg" /><br />
<br />
Es ist soweit. Der Ferrari f&auml;hrt wieder. Anders gesagt: Die Menstruation hat eingesetzt. Egal, ob man Tage, Periode oder die Tante Anne aus Amerika dazu sagt, ein Keks muss her &#8211; sofort. <br />
<br />
Leider habe ich keine schokohaltigen Substanzen mehr daheim. Das Verlangen nach S&uuml;&szlig;em ist so gro&szlig;, dass ich kurz &uuml;berlege, die Schokofl&ouml;ckchen aus dem M&uuml;sli einzeln heraus zu  klauben. Um mir das letzte bisschen Selbstachtung zu bewahren, setze ich mich mit einer Banane vor den Fernseher. <br />
<br />
Missmutig und unbefriedigt schaue ich mir die Werbung an. Ein K&auml;tzchen, das neugierig und tollpatschig &uuml;ber den Boden tapst, wirbt f&uuml;r Futter. Es frisst so lieblich und dann schl&auml;ft es auf einem violetten Deckchen ein. <br />
<br />
Mir kommen die Tr&auml;nen. Die Werbung hat bei mir eingeschlagen. Schon morgen werde ich in den n&auml;chsten Supermarkt laufen und feine Entenh&auml;ppchen in So&szlig;e kaufen, obwohl ich keine Katze halte. Das sind nur die Hormone, das sind nur die Hormone, rede ich mir ein. Schokolade k&ouml;nnte helfen. Ach ja, hab ja keine ...<br />
<br />
Ich rufe meinen Freund an und mach ihn zur Schnecke, weil ich ihn im Verdacht habe, meine letzen Schokovorr&auml;te vertilgt zu haben. Er sagt nicht: &#8222;Entschuldigung, Schatz.&#8220; Er fragt: &#8222;Hast du deine Tage?&#8220; Ich lege w&uuml;tend auf, weil er meinen Zyklus kennt. <br />
<br />
Wenn Frauen ihre Tage haben sind sie aggressiv, depressiv, unsicher, verletzlich, stark und irrational &#8211; innerhalb einer Stunde. Jeder Makel am K&ouml;rper wird ihnen bewusst. Die H&uuml;ften gleichen dann jenen eines alten Rennpferdes kurz vor der Schlachtung. Die Br&uuml;ste sind einen Tag endlos h&auml;ngend und am n&auml;chsten zu klein f&uuml;r die BH&#8208;Welt. Und sogar die Zehen k&ouml;nnten eine Sch&ouml;nheitsoperation vertragen. <br />
<br />
Meine Makel und ich verstecken uns zu Hause. Wir bekommen ein schlechtes Gewissen. Wir h&auml;tten nicht auflegen sollen. Ich will, dass er anruft. Will, dass er noch einmal fragt, wie es mir geht. Will, dass er mir sagt, dass meine Makel keine sind. <br />
<br />
Seufz! Ich esse ein Wurstbrot und schaue ein TV&#8208;Magazin. Alle am Bildschirm sind entweder reicher, d&uuml;nner oder beides als ich. Ich drehe ab und greife zum H&ouml;rer. Mein Freund hebt nicht ab. Ist er w&uuml;tend? Hat er das Telefon nicht l&auml;uten geh&ouml;rt? Ich rufe noch einmal an. Wieder Stille. <br />
<br />
Er ist b&ouml;se auf mich. Das wollte ich nicht. Aber dass er gleich so reagiert? Das macht er bestimmt mit Absicht! Bitte, von mir aus. Dann eben nicht. Ich komm auch ohne Aufmerksamkeit klar!<br />
<br />
Noch immer nach Schokolade lechzend, stelle ich wieder den Fernseher an. Ich will das tapsende K&auml;tzchen noch einmal sehen. Stattdessen bekomme ich Unruhen in Frankreich, schlechtes Wetter und verzweifelte M&uuml;tter, die eine Schwiegertochter f&uuml;r ihren noch verzweifelteren Sohn suchen. <br />
<br />
Ich beginne wieder zu weinen &#8211; einfach so, ohne K&auml;tzchen. Ich hasse mich. Warum muss ich denn jetzt weinen? Ist das doof. Es l&auml;utet an der T&uuml;r. &Uuml;berrascht stelle ich fest: Es ist mein Freund. Und er hat Schokolade dabei &#8211; oh, wie s&uuml;&szlig; er ist! Ich falle ihm in die Arme und mache mich &uuml;ber die Tafel Schokonuss her. Mit vollem Mund sage ich: <br />
<br />
&#8222;Abheben h&auml;ttest du aber schon k&ouml;nnen.&#8220;<br />
<br />
<img title="" height="266" alt="_THA7616" width="400" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/_THA7616.jpg" /><br />
<i><br />
Fotos: Thomas Hadinger</i><br />
<br />
Siehe dazu auch: <a href="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/stories/27608/">Frauen in der M&auml;nnerdom&auml;ne &#8211; ein Disput</a><br />
<br />
<a href="http://www.pm-magazin.de/de/"><b>*** Neuestes aus der P.M. Gruppe: *** Spannendes aus Forschung, Technik, Historie *** Sci-Tech-News *** exkl. Themen-Specials *** Fragen&amp;Antworten *** BesserWissen *** Hirntrainer ***</b></a><br />
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<a href="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/main"><b>Weitere "Wissenschaft f&uuml;r alle! / Open Science"-Beitr&auml;ge</b></a>]]></description>
    <dc:creator>open-science</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2010 open-science</dc:rights>
    <dc:date>2010-09-10T08:22:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/stories/51720/">
    <title><![CDATA[Der „Ich-liebe-Dich!“-Code]]></title>
    <link>http://blogs.pm-magazin.de/openscience/stories/51720/</link>
    <description><![CDATA[<i>Marina Klimchuk studiert Soziologie. Im August hospitierte sie in der Redaktion und verfasste u.a. die Online-News, darunter </i><a href="http://www.pm-magazin.de/de/wissensnews/wn_id2215.htm">&#8222;Vorsicht: Droge Liebe!&#8220;</a>. <i>Das hat sie inspiriert, dieses gro&szlig;e Gef&uuml;hl einmal soziologisch unter die Lupe zu nehmen. Leider bleibt davon nicht so viel &uuml;brig ...</i><br />
<br />
<img title="" height="378" alt="IMG00214-20100901-2217" width="283" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/IMG00214-20100901-2217.jpg" /><br />
<br />
Wenn auf der Kinoleinwand Bella ihrem geliebten Vampir &#8222;Edward, ich liebe Dich mehr als alles andere in der Welt zusammen&#8220; zuraunt, stehen romantisch veranlagten Twilight-Fans die Tr&auml;nen in den Augen. <br />
<br />
Ein paar Generationen zuvor war es noch Scarlett, die in &#8222;Vom Winde verweht&#8220; mit pathetischen S&auml;tzen wie &#8222;Ich wei&szlig; nur, dass ich dich liebe&#8220; Millionen Menschen schmachten lie&szlig;. So geht das schon, solange wir zur&uuml;ckdenken k&ouml;nnen. Die Liebe ist einfach &uuml;berall, in Songs, Filmen, auf Werbeplakaten und auch in unserem Alltag. Es ist eine Inflation, wie Geld sie nie erlebt hat!  <br />
<br />
Eigentlich sollte uns die Sache mit der Gef&uuml;hlsduselei schon l&auml;ngst langweilen &#8211; doch sie tut es nicht. Dabei ist die Liebe nicht einmal ein Gef&uuml;hl. Zumindest sagen das die Wissenschaftler, die als unromantisch gelten &#8211; die Soziologen: &#8222;Liebe ist ein symbolisch generalisiertes Kommunikationsmedium.&#8220;<br />
<br />
Oder anders herum gefragt: Woher wissen pubertierende M&auml;dchen, dass sie sich gerade zum ersten Mal verlieben? Warum ist es so selbstverst&auml;ndlich, dass sie ihre Schmetterlinge im Bauch als Liebe zu interpretieren wissen? Jedenfalls nicht, indem sie ihre Gef&uuml;hle von selbst richtig deuten. Sie wissen es, weil es ihnen schon viel fr&uuml;her kommuniziert wurde: Von der Bravo, von ihren Freundinnen, aus Filmen wie Twilight.<br />
<br />
Genau aus diesen Quellen wissen die jungen Menschen auch, dass es etwas Positives ist, sich zu verlieben, dass sie das Gef&uuml;hl unbedingt bejahen sollten. &#8222;Setzt nicht die Liebe auf den ersten Blick voraus, dass man auch schon vor dem ersten Blick verliebt war?&#8220;, fragte sich der prominente Soziologe Niklas Luhmann.<br />
<br />
<img title="" height="198" alt="luhmann-wikimedia-commons" width="198" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/luhmann-wikimedia-commons.png" /><br />
<br />
Und gerade das ist der Punkt: Liebe ist nicht ein Gef&uuml;hl im eigentlichen Sinne. Liebe ist ein Code in der Kommunikation. Nach den Regeln dieses Codes k&ouml;nnen die Menschen ihre Gef&uuml;hle ausdr&uuml;cken und anderen vermitteln: Wenn also Bella ihrem Edward &#8222;Ich liebe dich so sehr&#8220; zufl&uuml;stert, benutzt sie eigentlich nur eine l&auml;ngst bekannte Floskel, um etwas auszudr&uuml;cken, was sich in ihrem Bewusstsein abspielt. <br />
<br />
So gesehen: Menschen k&ouml;nnen keine Gef&uuml;hle oder Emotionen haben, die nicht schon von der Gesellschaft vorgegeben sind, schon vor ihnen da waren. Und mit der Gesellschaft &auml;ndert sich auch die Art zu lieben &#8211; traut man Luhmanns k&uuml;hlen Analysen. Emotionen, die f&uuml;r uns heute selbstverst&auml;ndlich sind, gab es vor tausend Jahren noch nicht einmal. <br />
<br />
Was also ist Liebe?<br />
<br />
<img title="" height="181" alt="KISSING_Bredehorn_Jens" width="283" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/KISSING_Bredehorn_Jens.jpg" /><br />
<br />
Fotos: pixelio, wikimedia commons, Klimchuk<br />
<br />
<br />
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<a href="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/main"><b>Weitere "Wissenschaft f&uuml;r alle! / Open Science"-Beitr&auml;ge</b></a>]]></description>
    <dc:creator>open-science</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2010 open-science</dc:rights>
    <dc:date>2010-09-02T08:18:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/stories/51561/">
    <title><![CDATA[Noten nur zum Singen]]></title>
    <link>http://blogs.pm-magazin.de/openscience/stories/51561/</link>
    <description><![CDATA[<b>Keine Noten mehr &#8211; nur zum Singen! </b><br />
<br />
So k&ouml;nnte ein alter Sponti-Spruch aus den 1980ern lauten. Schule ohne Zensuren, diese Debatte ist aber noch lange nicht beendet. Selbst wer sich heute mit guten Noten durch das aus Kaiserszeiten stammende Schulsystem schl&auml;ngelt, hat immer weniger Chancen auf eine gl&uuml;ckliche berufliche Zukunft. Und die Sitzenbleiber, bis wohin fallen die durch?<br />
<br />
<br />
<img title="" height="180" alt="cover_change_022010_386_260_rdax_180x180" width="180" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/cover_change_022010_386_260_rdax_180x180.jpg" /><br />
<br />
<br />
Ein Schlaglicht dazu liefert die aktuelle Ausgabe von &#8220;Change&#8221;, das Magazin der Bertelsmann Stiftung. Sein Titel: <a href="http://www.change-magazin.de/issue_2010_02.php">&#8220;Lernen. Ein Leben lang. Warum wir den Hunger nach Wissen nie verlieren d&uuml;rfen&#8221;.</a> Bildung, so der Tenor, ist ein Gl&uuml;cksbringer. Das Heft enth&auml;lt Interviews mit Menschen aus allen Bev&ouml;lkerungsschichten, die den Wert von Bildung f&uuml;r das Weiterkommen im Leben bezeugen. Nur, wie kommt man in den Genu&szlig; dieses T&uuml;r&ouml;ffners f&uuml;r das Leben?<br />
<br />
Besonders lesenswert ist ein Interview mit dem <a href="http://www.uni-due.de/bifo/klemm.php">Erziehungswissenschaftler Klaus Klemm</a>. &#8222;Sitzenbleiben kostet die Bundesl&auml;nder j&auml;hrlich knapp eine Milliarde Euro&#8220;, kritisiert der P&auml;dagoge. Diese Kostenlawine werde zum Teil durch die Verl&auml;ngerung der Schulzeit ausgel&ouml;st, erkl&auml;rt er, aber: &#8222;Die Befunde der empirischen Schulforschung weisen darauf hin, dass Sitzenbleiben nicht oder nicht nachhaltig die Schulleistung steigert.&#8220;<br />
<br />
Beispiel: Bayern, Spitzenreiter im Sitzenbleiben mit einer Quote von 3,6 Prozent. Im Nachbarbundesland Baden-W&uuml;rttemberg liegt sie nur bei der H&auml;lfte. &#8222;Wenn wir aber die Leistungen der bayerischen Schulen mit denen in Baden-W&uuml;rttemberg vergleichen, gibt es keine signifikanten Unterschiede, obwohl die Sch&uuml;ler in dem einen Land doppelt so h&auml;ufig sitzen bleiben wie die des anderen Landes&#8220;, analysiert Klemm, emeritierter Professor der Universit&auml;t Duisburg-Essen. <br />
<br />
<b>Fazit: W&auml;re Sitzenbleiben ein Instrument der Verbesserung, m&uuml;ssten die bayerischen Schulen leistungsst&auml;rker sein &#8211; &#8222;sie sind es aber nicht&#8220;, res&uuml;miert der Experte. </b><br />
<br />
<br />
<img title="" height="203" alt="klaus_klemm_155" width="155" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/klaus_klemm_155.jpg" /><br />
<br />
<br />
Vom Geld, was das Sitzenbleiben kostet, k&ouml;nnten &#8220;15 000 Lehrer eingestellt werden, die jeweils etwa 25 Stunden pro Woche unterrichten&#8220;, stellt der Fachmann klar. Weitere 2,6 Milliarden verschl&auml;ngen F&ouml;rderschulen. Die Eltern machen zus&auml;tzlich 1,5 Milliarden f&uuml;r fragw&uuml;rdige Nachhilfe locker. Davon profitierten nur die Gutsituierten, soziale schw&auml;chere Familien k&ouml;nnten sich die Extraausgaben nicht leisten, was die soziale Ungleichheit bei den Bildungschancen zementiert, so Klemm. Gerechter w&auml;re eine individuelle F&ouml;rderung innerhalb der Schule. <br />
<br />
Wenn jetzt nach den Sommerferien die Schulen wieder ihren Betrieb aufnehmen, sollten Klemms Einw&auml;nde Anlass sein, &uuml;ber den Sinn von &#8220;Ehrenrunden&#8221; und der Gerechtigkeit von Noten erneut auf allen Ebenen nachzudenken. <br />
<b><br />
Bildung ist unsere Zukunft, schreibt &#8222;Change&#8220; &#8211; aber: Im europ&auml;ischen Vergleich mutet das dreiklassige deutsche Schulsystem mittelalterlich-feudalistisch an, in dem der Fortschritt ertrinkt.</b><br />
<br />
<br />
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<br />
<a href="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/main"><b>Weitere "Wissenschaft f&uuml;r alle! / Open Science"-Beitr&auml;ge</b></a>]]></description>
    <dc:creator>open-science</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2010 open-science</dc:rights>
    <dc:date>2010-08-27T11:13:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/stories/51445/">
    <title><![CDATA[Debatte aus der Röhren-Perspektive]]></title>
    <link>http://blogs.pm-magazin.de/openscience/stories/51445/</link>
    <description><![CDATA[Der Pr&auml;sident der europ&auml;ischen Wissenschaftsjournalisten, Hajo Neubert, hat in die Debattenkultur zwei neue Begriffe eingef&uuml;hrt. Auf der Euroscience Open Forum Konferenz ESOF 2010 in Turin sprach er von &#8222;End-of-Pipe&#8220; und &#8222;Start-of-Pipe&#8220; Debatten. Erstere basieren auf bereits fertigen Ergebnissen, &#8222;die B&uuml;rger d&uuml;rfen Kommentare beisteuern, die Agenda wird sich dadurch aber nicht &auml;ndern&#8220;. Anzustreben dagegen seien die Letzteren, verlangte der EUSJA-Pr&auml;sident in dem ESOF-Workshop &#8222;The Missing Mediator&#8220;, &#8222;bei denen die Rohre noch nicht verlegt sind und die B&uuml;rger Einfluss auf die Entscheidungen haben&#8220;. Nur dieser Ansatz f&uuml;hre die Bev&ouml;lkerung aus dem wissenschaftlichen Analphabetismus. Die Offensive seiner Journalistenorganisation werde dem &#8222;Start-of-Pipe&#8220;-Prinzip folgen, k&uuml;ndigte er an. Die European Union of Science Journalists&#8217; Organisations will mit ihren 24 Mitgliedsl&auml;ndern auf dem europ&auml;ischen Kontinent eine Wissenschaftsdebatte &uuml;ber wichtige Themen der Forschung veranstalten. <br />
<br />
<img title="" height="170" alt="Bild-7" width="400" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/Bild-7.png" /><br />
<br />
Die Idee dazu stammt aus den USA. Dort f&uuml;hrte sie der Journalist und Filmemacher Shawn Otto im letzten Pr&auml;sidentschaftswahlkampf ein. Die US Science Debate 2008 wurde von 38 000 US-Forschern und 30 Nobelpreistr&auml;gern sowie fast allen Wissenschaftsorganisationen im Lande unterst&uuml;tzt, berichtete Otto bei dem ESOF-Workshop. Sie sei deshalb notwendig geworden, weil die prominentesten TV-Moderatoren die Kandidaten statt nach Forschungsthemen nach UFOs befragten und unter den 535 Mitgliedern im US-Kongress sich nur elf mit einem natur-wissenschaftlichen Abschluss befanden. <br />
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<img title="" height="193" alt="-uncle_sam_SD08VOTE-Kopie1" width="142" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/-uncle_sam_SD08VOTE-Kopie1.jpg" /><br />
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&#8222;Die Wissenschaftsdebatte 2008 wurde zur gr&ouml;&szlig;ten politischen Initiative in der Geschichte der Wissenschaft&#8220;, bilanzierte Otto das Projekt. Die Antworten einer US-weiten Befragung &uuml;ber Erfordernisse in der Forschung wurden die Grundlage von US-Pr&auml;sident Barack Obamas Forschungspolitik. Im US-Wahlkampf 2012 wollen Otto und seine Mitstreiter erneut antreten und diesmal den alten Traum von 2008 zur Erf&uuml;llung bringen: ein TV-Duell der demokratischen und republikanischen Spitzenkandidaten &uuml;ber Forschung und Wissenschaft, Umwelt und Technologie.<br />
<br />
<img title="" height="266" alt="Bild-2-Kopie1" width="400" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/Bild-2-Kopie1.png" /><br />
<br />
Vom wegweisenden US-Beispiel lie&szlig; sich auch der italienische Hochschullehrer und Ingenieur Michele Ciavarella inspirieren. Er installierte ein Debattenformat, das sich haupts&auml;chlich an die akademische Gemeinde Italiens wendet. Ciavarella erinnerte die Workshop-Besucher daran, dass im Jahr 2000 die europ&auml;ischen Staatschefs ank&uuml;ndigten, Europa bis 2010 zum &#8222;dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt&#8220; zu machen. Um das zu erreichen, versprachen sie, drei Prozent des Bruttosozialprodukts in die Forschung zu investieren. Ergebnis: Viele EU-L&auml;nder erreichen nicht mal die H&auml;lfte, bedauerte der Italiener. An diesem Missstand m&uuml;ssen Wissenschaftsdebatten ansetzen, verlangte er und zitierte den ehemaligen EU Pr&auml;sidenten Romani Prodi: Wenn Europa in Forschung und Wissenschaft so weitertr&ouml;delt, wird &#8222;es zu einem Museum verfallen, und nur noch im Fu&szlig;ball Weltspitze bleiben&#8220;.<br />
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<img title="" height="191" alt="SCIENCEDEBATE" width="142" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/SCIENCEDEBATE.jpg" /><br />
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Auch in Deutschland fiel die US-Initiative auf fruchtbaren Boden. Dar&uuml;ber berichtete Neubert, der auch Vorsitzender der Journalistenvereinigung f&uuml;r technisch-wissenschaftliche Publizistik TELI ist. Die &#8222;German Science Debate 2009&#8220; wurde zum 80. Geburtstag des Vereins ausgerufen und begleitete den Bundestagswahlkampf im Herbst 2009. &#8222;Deutschland stellt die W-Frage&#8220; &#8211; das Konzept wurde schnell von den Medien aufgegriffen und verbreitet. Die Debatte wurde online gef&uuml;hrt und befragte etliche Experten in Wissenschaft und Politik sowie Zivilgesellschaft &uuml;ber Probleme in der deutschen Forschungslandschaft. Einige der Ergebnisse: Statt zu forschen w&uuml;rden Wissenschaftler immer mehr B&uuml;rokraten, mit 2,5 Prozent liege der Bundesforschungsetat immer noch unter der EU-Empfehlung, &Ouml;ffnung der Universit&auml;ten f&uuml;r Quereinsteiger, die Energieforschung m&uuml;sse sich mehr an Nachhaltigkeit orientieren und etwa Erdw&auml;rme f&ouml;rdern, Vorsicht bei umstrittenen Forschungsfeldern wie Stammzellen und Nano-Technologie, das Fachchinesisch der Wissenschaft m&uuml;sse einem dialogisch-partizipativen Format weichen. <br />
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<img title="" height="174" alt="Bild-21" width="400" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/Bild-21.png" /><br />
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Ein Kernpunkt der deutschen Debatte war die &#8222;Scientific Citizenship&#8220;, die wissenschaftliche B&uuml;rgerschaft. Im wissenschaftlich-forscherischen Prozess fallen dem W&auml;hler, Steuerzahler und Verbraucher eine Schl&uuml;sselrolle zu. Als jemand, der die Forschung finanziert und mit dessen Ergebnissen leben muss, sollte der B&uuml;rger &uuml;ber die Projekte mitentscheiden d&uuml;rfen. Das verlangen die Regeln der Demokratie. Sie erstreckt sich nicht nur auf das Wahlrecht, sondern gew&auml;hrt &#8211; im klassischen griechischen Sinne &#8211; Mitsprache bei allen &ouml;ffentlichen Angelegenheiten der Polis. Der B&uuml;rger steht im Zentrum der Gesellschaft, zum Ausdruck gebracht durch das Galileo-Modell, Grundlage eines neuen Gesellschaftsvertrages. Nur eine enge Partnerschaft zwischen Laien-Experten und Fach-Experten macht die Forschung &#8222;sozial robust&#8220;. Die Br&uuml;cke zwischen beiden ist die Debatte. <br />
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<img title="" height="220" alt="Galileomodel" width="400" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/Galileomodel.jpg" /><br />
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Die Ergebnisse der Online-Befragung wurden den Medien und Wahlk&auml;mpfern zugeleitet, berichtete TELI-Chef Neubert auf der ESOF 2010 in Turin. Am 14. September gab die TELI eine Pressemitteilung heraus mit dem Titel: &#8222;Wissenschaft kommt in der Politik nicht mehr vor&#8220;, dazu die Einleitung:<br />
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<img title="" height="160" alt="Bild-4-Kopie" width="400" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/Bild-4-Kopie.png" /><br />
<br />
&#8222;Wissenschaft, Forschung und Technologie werden offenbar in der n&auml;chsten Legislaturperiode keine gro&szlig;e Rolle spielen. Deshalb ist eine Wissenschaftsdebatte n&ouml;tig. W&auml;hrend des Kanzlerduells am vergangenen Sonntagabend erw&auml;hnte Angela Merkel die Begriffe &#8218;Forschung&#8217; und &#8218;Bildung&#8217; erstmals 60 Minuten nach Beginn des Duells. Als Argument f&uuml;r die Zukunft Deutschlands sprach sie die beiden Begriffe noch einmal in ihrem Schlusswort gegen 22:00 Uhr aus. Ihr Kontrahent Frank-Walter Steinmeier erw&auml;hnte die Worte &#8218;Forschung&#8217; und &#8218;Bildung&#8217; &uuml;berhaupt nicht.&#8220;<br />
<br />
<img title="" height="225" alt="Bild-2-Kopie2" width="400" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/Bild-2-Kopie2.png" /><br />
<br />
Mit der Europ&auml;isierung auf dem Euroscience Open Forum hat die Science Debate jetzt eine neue Reifestufe erreicht. Bei der EU scheint sie auch viel mehr Resonanz zu finden als in Deutschland. Unl&auml;ngst gab Br&uuml;ssel die Pressemitteilung &#8222;EU investiert 43 Millionen Euro in Science Debates&#8220; heraus. Diese Gelder sollen die enge Interaktion zwischen Wissenschaft, Forschung und der breiteren &Ouml;ffentlichkeit unterst&uuml;tzen, etwa bei den Themen Klima, Ern&auml;hrung, Gesundheit. Aber auch die F&ouml;rderung von Forscherinnen und neuen Methoden zum Unterrichten von Wissenschaft an den Schulen sind im Visier der EU-Planer. <br />
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<img title="" height="300" alt="ESOF-PIX3-GOEDE" width="400" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/ESOF-PIX3-GOEDE.jpg" /><br />
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Das ist ein gro&szlig;er Erfolg &#8211; wer veranstaltet dazu die n&auml;chsten Debatten?<br />
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<img title="" height="300" alt="ESOF-PIX1-GOEDE" width="400" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/ESOF-PIX1-GOEDE.jpg" /><br />
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<i>Links: </i><br />
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<a href="http://www.teli.de/wissenschaftsdebatte/index.html">Science Debate Germany </a><br />
<a href="http://www.eusja.org/">EUSJA-Report:What happened in Torino?</a><br />
<a href="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/stories/33009/">Die neue US-Wissenschafts-Politik</a><br />
<a href="http://www.teli.de/wissenschaftsdebatte/pm2009-09.html">&#8222;Wissenschaft kommt in der Politik nicht mehr vor&#8220;</a><br />
<a href="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/stories/41038/">Deutschland stellt die W-Frage</a><br />
<a href="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/stories/31376/">Science Debate 2008: Reden Sie mit bei den US-Wahlen!</a><br />
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<a href="http://www.pm-magazin.de/de/"><b>Neuestes aus der P.M. Gruppe: Spannendes aus Forschung, Technik, Historie - Sci-Tech-News - exkl. Themen-Specials - Fragen&amp;Antworten - BesserWissen - Hirntrainer: auf der P.M. HP</b></a><br />
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<a href="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/main"><b>Weitere "Wissenschaft f&uuml;r alle! / Open Science"-Beitr&auml;ge</b></a>]]></description>
    <dc:creator>open-science</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2010 open-science</dc:rights>
    <dc:date>2010-08-20T11:58:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/stories/51334/">
    <title><![CDATA[One Night Stand für Büro-Arbeiter]]></title>
    <link>http://blogs.pm-magazin.de/openscience/stories/51334/</link>
    <description><![CDATA[New York ist die Stadt, die nie schl&auml;ft. Dieser Mythos, wie alle anderen, stimmt nicht so richtig. Ab zwei Uhr nachts wird es selbst um Broadway und Times Square herum merklich ruhiger, sogar auf der Treppe findet man einen Platz, wie ich bei einem k&uuml;rzlichen NYC-Besuch erfuhr. Dennnoch, der Trend ist richtig: Die Menschen am Big Apple sind auf bestem Wege, sich die Nacht mit Arbeit um die Ohren zu schlagen. <br />
<br />
<img title="" height="265" alt="DSC_0150" width="400" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/DSC_0150.jpg" /><br />
<br />
Dazu passt ein kleiner Artikel, den ich soeben in der neuesten Ausgabe der ZEIT entdeckte. &#8222;Nachts ins B&uuml;ro!&#8220; beschreibt eine ungew&ouml;hnliche Initiative, um die herum sich die &#8222;New Yorker Nachteulen&#8220; sammeln. Wir wissen es ja alle: Tags&uuml;ber im B&uuml;ro gibt es viele Ablenkungen, die Teek&uuml;che, der Schnack mit den Kollegen, die vielen unerbeteten Anrufe. Immer wieder und vor allem &#8211; immer h&auml;ufiger! &#8211; werden wir aus unseren kreativsten und genialsten Gedanken herausgerissen. Der Tagesb&uuml;romensch f&uuml;hlt sich oft wie ein gebremster F1-Renner, der sich durch die Rush-Hour einer Gro&szlig;stadt qu&auml;lt.<br />
<br />
Zu Hause geht es ihm oft nicht viel besser. Auch wenn er in den Genu&szlig; eines (mittlerweile steuerlich wieder absetzbaren) Arbeitszimmers kommt und sich darin von der Familie, Mitbewohnern und anderen Qu&auml;lgeistern zur&uuml;ckziehen kann, der Ablenkungen gibt es viele. Der K&uuml;hlschrank, das Schr&auml;nkchen mit den Spirituosen, die verdreckte K&uuml;che &#8211; und haste nicht gesehen, das B&uuml;cherregal hat sich schon wieder mit einer Staubschicht &uuml;berzogen, die das Abendlicht so gr&auml;&szlig;lich reflektiert. <br />
<br />
Im Nullkommanix ist es schon wieder Mitternacht, die dringend zu erledigende Arbeit unerledigt und die &Auml;uglein zugefallen. Das Vermeidungsverhalten in der heimischen Wohnung ist noch gr&ouml;&szlig;er als im B&uuml;ro. Auch deshalb sagte P.M.-Gr&uuml;nder Peter Gerhard Moosleitner immer: Blo&szlig; keine Pflanzen in der Redaktion, dort d&uuml;rfe es einem nicht zu heimisch werden.<br />
<br />
<img title="" height="233" alt="Bayerische_staatsbibliothek" width="369" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/Bayerische_staatsbibliothek.jpg" /><br />
<br />
Um dieser Falle zu entgehen, suchen immer mehr Menschen in M&uuml;nchen den Lesesaal der Staatsbibliothek auf. Der ist seit einiger Zeit bis Mitternacht ge&ouml;ffnet, die ganze Woche einschlie&szlig;lich sonntags. Hier ist Arbeit pur angesagt, keinerlei Ablenkung, Handys sind nach wie vor verboten und &uuml;berall stehen Schilder mit dem Hinweis: &#8222;Ruhe: Sie befinden sich in einer Bibliothek. Beim Gehen bitte leise auftreten!&#8220; <br />
<br />
Die atmosph&auml;risch stark unterk&uuml;hlte und spartanische Denkst&auml;tte mit gro&szlig;en Fenstern in eine gr&uuml;ne Stadtlandschaft hinein wird gut besucht, bleibt aber unwirtlich, trotz der erhabenen Architektur mit einer endlos langen Marmortreppe. Nicht einmal die versifften Klos laden zum Verweilen ein. Um 23 Uhr summen an vielen Tischen noch die Laptops, erst eine halbe Stunde sp&auml;ter lichten sich die Reihen. Die Letzten m&uuml;ssen von der Security hinauskomplimentiert werden.<br />
<br />
Die <a href="http://nynightowls.com">&#8222;New Yorker Nachteulen&#8220;</a> haben diese Form von Arbeit nun zum System erhoben, und zwar die ganze Nacht hindurch bis zum fr&uuml;hen Morgen. In einem Gro&szlig;raumb&uuml;ro am Broadway und Canalstreet treffen sich ab 22 Uhr an jedem Dienstag mehrere Dutzend Nachtschaffende: Ingenieure, Designer und junge Unternehmer, die bis vier Uhr in der Fr&uuml;he auf ihren Rechnern herumwirbeln. Die Ruhe und konzentrierte Energie der freiwilligen Nachtschichtler wirkt energetisierend, findet die ZEIT-Reporterin Claudia Steinberg, &#8222;das anonyme Ambiente ohne Familienfotos, Stofftiere oder Pinnw&auml;nde stimuliert&#8220;. <br />
<br />
<img title="" height="212" alt="Bild-6" width="400" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/Bild-6.png" /><br />
<br />
Die Idee stammt vom 26-j&auml;hrigen Produktdesigner Allan Grinshtein, der den Besitzer der Firma dazu &uuml;berreden konnte, das nachts nicht genutzte B&uuml;ro ihm und seinen via Twitter gefundenen Gesinnungsgenossen gratis zu &uuml;berlassen. Das neue Arbeitsmodell hat in aller Welt bereits Nachahmer gefunden.<br />
<br />
Auch in Deutschland &#8211; ist doch die Stabi an der herrschaftlichen Ludwigstra&szlig;e nur eine harmlose, geradezu biedere Variante intellektueller One Night Stands. Aus M&uuml;nchen h&ouml;rt man unter der Hand &uuml;ber Hardcore-Methoden, zum Beispiel von Wettk&auml;mpfen unter der ITlern in den gro&szlig;en Branchen wie Versicherungen, die einander herausfordern: Wer h&auml;lt am l&auml;ngsten die Augen offen. Im Klartext: Sie gehen gar nicht erst nach Hause und arbeiten die Nacht durch. &#8222;One Nighter&#8220; hei&szlig;en solche modernen Helden der Arbeit. Der Rekord soll bei drei N&auml;chten liegen. Dagegen ist das Nachtleben New Yorks und die Nachteulen-Masche geradezu provinziell, finde ich.  <br />
<br />
Good night!<br />
<br />
<i>Fotos: pixelio, wikimedia commons</i><br />
<br />
<a href="http://www.pm-magazin.de/de/"><b>Neuestes aus der P.M. Gruppe: Spannendes aus Forschung, Technik, Historie - Sci-Tech-News - exkl. Themen-Specials - Fragen&amp;Antworten - BesserWissen - Hirntrainer: auf der P.M. HoPa</b></a><br />
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<a href="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/main"><b>Weitere "Wissenschaft f&uuml;r alle! / Open Science"-Beitr&auml;ge</b></a>]]></description>
    <dc:creator>open-science</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2010 open-science</dc:rights>
    <dc:date>2010-08-13T16:06:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/stories/51245/">
    <title><![CDATA[Nix Neues unter der Sonne?]]></title>
    <link>http://blogs.pm-magazin.de/openscience/stories/51245/</link>
    <description><![CDATA[Der Deckel des Druckwerkes zeigt ein an der Kette liegendes Buch. So mussten die Engl&auml;nger um 1850 ihre B&uuml;cher vor Dieben sch&uuml;tzen, weil Gedrucktes so kostbar war. Um ein Buch zu erwerben, opferte ein Facharbeiter seinen Wochenverdienst, hat der Autor Eckhard H&ouml;ffner herausgefunden. In seinem Buch <a href="http://www.fifoost.org/katalog/product_info.php?manufacturers_id=11&amp;products_id=1108">&#8222;Geschichte und Wesen des Urheberrechts&#8220;</a> macht er f&uuml;r die unerschwinglichen Buchpreise die Gesetze zum Schutze des geistigen Eigentums verantwortlich. Sie gehen auf der Insel auf die Anf&auml;nge des 18. Jahrhunderts zur&uuml;ck. Dieses &#8222;Copyright&#8220; hatte den Verlegern offensichtlich zu einer Monopolstellung verholfen, die sie schamlos ausnutzten. Ihre Produkte konnten sich nur noch die Reichen leisten. Das Nachsehen hatte das Volk, das quasi verdummte &#8211; zum Nachteil des Empires: Die Gro&szlig;macht England, das die ganze Welt beherrschte und der Pionier der Industrialisierung war, stieg mangels Bildung allm&auml;hlich ab. <br />
<br />
<img title="" height="333" alt="Geschichte_und_Wesen" width="227" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/Geschichte_und_Wesen.png" /><br />
<br />
Ganz anders der zur&uuml;ckgebliebene Agrarstaat Deutschland. W&auml;hrend Mitte des 19. Jahrhunderts in dem Inselreich nur noch tausend neue B&uuml;cher erschienen, waren es im Nachbarland vierzehnmal so viele. Sie wirkten auf die Bev&ouml;lkerung wie eine Wissens- und Bildungsinfusion.  Diese B&uuml;cherschwemme, so H&ouml;ffner, hatte damit zu tun, dass das Urheberrecht in Preu&szlig;en gesetzlich erst 1837 eingef&uuml;hrt worden war. Aber wegen der fehlenden staatlichen Einheit konnte es sich nicht durchsetzen, sodass &#8222;Raub und Klau&#8220; fr&ouml;hliche Urst&auml;nd feierten. <br />
<br />
Die meisten Bucherscheinungen wurden hemmungslos abgekupfert und als Billigb&uuml;cher in Umlauf gebracht. Am meisten profitierten davon wissenschaftliche und technische Publikationen, etwa &uuml;ber Maschinenbau und Landwirtschaft. Die B&uuml;cherflut f&uuml;hrte in Deutschland zu einer Bildungsexplosion ohnegleichen, behauptet der Autor &#8211; mit der Folge, dass das Deutsche Reich in seiner Entwicklung bis zum Jahr 1900 mit England gleichgezogen hatte. <br />
<br />
Das Copyright als Barriere f&uuml;r die Volksbildung: eine spannende und hochkontroverse These, an der sich abzuarbeiten Historiker eine Freude haben werden. Das Thema ist auch aus der Heute-Sicht explosiv &#8211; nur mit umgekehrtem Vorzeichen. Das Internet hat den Autorenschutz vielfach aufgel&ouml;st. Viele nehmen ihn erst gar nicht in Anspruch. Sie stellen freiwillig und unentgeldlich ihre Inhalte ins Netz. Das hat zu einer &#8222;Bedien-Mentalit&auml;t&#8220; gef&uuml;hrt, dem Copy-Paste: kopieren und einf&uuml;gen. <br />
<br />
Darin sieht etwa der &ouml;sterreichische Sozialforscher Stefan Weber einen <a href="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/stories/50344">Angriff auf die abendl&auml;ndische Kultur.</a> Studenten setzen sich nicht mehr geistig auseinander mit den Objekten ihrer wissenschaftlichen Analyse, sondern sie kopieren nur noch forscherische Versatzst&uuml;cke aus dem Internet und &#8222;leimen&#8220; sie zusammen. Neue Erkenntnisse bleiben dabei auf der Strecke. Nicht viel anders die Journalisten, die ebenfalls immer mehr, meist ungepr&uuml;ft, aus anderen Quellen &uuml;bernehmen, vornehm ausgedr&uuml;ckt. <br />
<br />
<img title="" height="362" alt="titel103" width="270" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/titel103.png" /><br />
<br />
<a href="http://www.message-online.com"><br />
&#8222;Wir haben abgeschrieben!&#8220;</a> Die internationale Zeitschrift f&uuml;r Journalismus &#8222;message&#8220; &uuml;berf&uuml;hrt in ihrer neuesten Ausgabe* die Schreiber renommierter Bl&auml;tter des Pagiats. Auch sie sind f&uuml;r das Gemeinwesen von wenig Nutzen. Auf diese Art und Weise schleichen sich gravierende Fehler in die Berichterstattung, viele wissenschaftliche Forschungsergebnisse werden ins Absurde weitergedreht. Das Volk verdummt, wie dereinst in England um 1850. <br />
<br />
Die gro&szlig;e Frage, damals wie heute: Wo verl&auml;uft die Grenze zwischen Originalit&auml;t und Plagiat? War die fl&auml;chendeckende Verbreitung des Kopierers nicht bereits ein schwerer Affront gegen den Urhebergeist? Kopieren ist besser als studieren, sagten die Spontis in den 1970-ern. Selbst ohne maschinelle Hilfe: Als die Studenten noch auf Karteikarten ihren Stoff erarbeiteten, waren viele Magister- und Diplomarbeiten nicht aus dem Internet, sondern aus dem Zettelkasten abgeschrieben &#8211; Doktor- und Habilitationsschriften nicht ausgenommen! Das war zwar m&uuml;hseliger, geistig aber schon genauso t&ouml;dlich. Und haben viele Journalisten nicht schon immer Agenturmeldungen in bunter Folge mit Schere und Kleber zusammengeleimt und als ihr eigenes Werk ausgegeben? Das hat Tradition und wurde auch so dem Nachwuchs vorgelebt. Aus dem Patentrecht wissen wir: Man nehme ein erfolgreiches Ger&auml;t, ver&auml;ndere daran etwas und beantrage ein neues Patent &#8211; schon hat man einen Persilschein zum geistigen Diebstahl.  <br />
<br />
Mal ehrlich: Was ist &uuml;berhaupt so neu auf der Welt, dass es kein Plagiat ist? Wer hat heute wirklich originelle Gedanken, die uns aus alten Denkschienen ausbrechen lassen und in Wirtschaft wie Gesellschaft den Blick auf neue Horizonte er&ouml;ffnen? Drehen wir uns nicht alle im Kreise und schmoren im eigenen Saft &#8211; sind wir nicht alle irgendwie Plagiateure, pardon, Recycler, die Altes neu zusammenkleistern: Wir Erfinder, K&uuml;nstler, Wissenschaftler, Designer und Journalisten. Schon die Bibel st&ouml;hnt: &#8222;Es gibt nichts Neues unter der Sonne.&#8220; <br />
<br />
Dabei h&auml;tten wir gerade heute einen &#8222;Spiritus Novus&#8220; n&ouml;tiger denn je!<br />
<br />
*) <a href="http://www.message-online.com/103/heft.html">Inhalt von MESSAGE von 3-2010 </a><br />
<br />
<a href="http://www.pm-magazin.de/de/"><b>Neuestes aus der P.M. Gruppe: Spannendes aus Forschung, Technik, Historie - Sci-Tech-News - exkl. Themen-Specials - Fragen&amp;Antworten - BesserWissen - Hirntrainer: auf der P.M. HoPa</b></a><br />
<br />
<a href="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/main"><b>Weitere "Wissenschaft f&uuml;r alle! / Open Science"-Beitr&auml;ge</b></a>]]></description>
    <dc:creator>open-science</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2010 open-science</dc:rights>
    <dc:date>2010-08-06T11:37:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/stories/51161/">
    <title><![CDATA[Technik mit braunen Schatten]]></title>
    <link>http://blogs.pm-magazin.de/openscience/stories/51161/</link>
    <description><![CDATA[Gestern abend war ich Gast im Deutschen Museum. Dort wurde ein neues, 711 Seiten dickes Buch vorgestellt: &#8222;Das Deutsche Museum in der Zeit des Nationalsozialismus&#8220;. Es folgt einem seit der Jahrtausendwende immer st&auml;rker werdenden Trend: Mehr und mehr Einrichtungen aus Technik und Wissenschaft durchleuchten ihre Vergangenheit und sp&uuml;ren ihre braunen Schatten auf. <br />
<br />
<img title="" height="354" alt="07_NS_U1-1-" width="227" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/07_NS_U1-1-.jpg" /><br />
<br />
&Uuml;ber entsprechende Bem&uuml;hungen der Journalistenvereinigung f&uuml;r technisch-wissenschaftliche Publizistik TELI hatte ich ja schon mehrmals in diesem Blog berichtet. Sie hat eine solche Aufarbeitung erstmals f&uuml;r Journalisten im Dritten Reich geleistet. Im <a href="http://www.teli.de/geschichte/geschichte.html">Geschichtsteil</a> auf der TELI-Homepage finden sich dazu viele Informationen und Pr&auml;sentationen, die international auf gro&szlig;es Interesse sto&szlig;en. Das Thema kommt auch wieder bei der 7. Weltkonferenz der Wissenschaftsjournalisten in Kairo im Sommer 2011 auf die Agenda. Dort wird ein Workshop der Frage nachgehen, ob wir spezielle ethische Richtlinien im Technik- und Wissenschafts-Journalismus brauchen und eine internationale Kontrollkommission n&ouml;tig ist, um politischen Missbrauch und Fremdsteuerung zu verhindern. Im historischen R&uuml;ckblick werden wir gerne die neuesten Forschungen &uuml;ber das Deutsche Museum in M&uuml;nchen einbinden. <br />
<br />
Museumsdirektor Professor Wolfgang M. Heckl brachte das Thema bei der Er&ouml;ffnung der Buchvorstellung auf den Punkt. &#8222;Wir wollen uns selber kritisch reflektieren, uns mit der Vergangenheit auseinandersetzen und Orientierung f&uuml;r die Zukunft finden&#8220;, verk&uuml;ndete Heckl und r&auml;umte mit einem alten Mythos auf, hinter dem sich seine Einrichtung in der Nachkriegszeit lange versteckte: &#8222;Technik war schon immer auch politisch, nie apolitisch&#8220; und ist immer in den Kreislauf der Gesellschaft eingebunden. Dieser Einsicht trage das Deutsche Museum seit Jahren Rechnung. Seit 1984 setze sich seine F&uuml;hrung offensiv mit der Rolle in der Nazi-Zeit auseinander, in Form von Ver&ouml;ffentlichungen und Symposien, etwa &uuml;ber Zwangsarbeiter in dem Museum. Das neue Buch sei besonders wertvoll, so Heckl, weil es &#8222;Koh&auml;renz&#8220; schaffe, die verschiedenen Ans&auml;tze und Bem&uuml;hungen miteinander verbindet und auf eine neue Ebene hebt. <br />
<br />
Er verwies auch auf die Ausstellung <a href="http://www.deutsches-museum.de/presse/presse-2010/100-jahre-konrad-zuse/">&#8222;100 Jahre Konrad Zuse&#8220;</a> im Foyer der Bibliothek. Dessen Nachlass war vom Archiv des Deutschen Museums aufbewahrt und unl&auml;ngst aufgearbeitet worden. In den Vitrinen ist auch ein gr&uuml;nes St&uuml;ck Papier mit verblichener Schrift zu sehen. Darin bekannte sich der Wegbereiter des Computers zur nationalsozialistischen Rassenlehre. Mit seinem neuen Rechenverfahren k&ouml;nnte man die Abstammung von Familien viel rascher und effektiver ermitteln, stellte er den Machthabern in Aussicht. <br />
<br />
<img title="" height="277" alt="Kraftfahrzeugausstellung_1938" width="400" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/Kraftfahrzeugausstellung_1938.jpg" /><br />
<br />
Einer der beiden Herausgeber des vorgestellten Buches,  der Physikhistoriker Dr. Stefan L. Wolff, kn&uuml;pfte in seinem Referat an Heckls Politikdefinition an. Das Deutsche Museum hat in der Vergangenheit gerne die Auffassung verbreitet, dass Technik von Haus aus unpolitisch sei und deshalb eine N&auml;he zur Politik des Nationalsozialismus v&ouml;llig irrelevant war. Dahingegen hat das Regime versucht, das Museum f&uuml;r ideologische Zwecke zu instrumentalisieren, was ihm auch zum Teil gelang, etwa mit der Automobilausstellung. Bei der Entnazifizierung nach Ende des Krieges stellte sich heraus: Von den 181 Besch&auml;ftigten im Deutschen Museum hatten 52 der NSDAP angeh&ouml;rt, knapp ein Drittel. Auch darin steckt eine Aussage von erheblicher politischer Sprengkraft.<br />
<br />
Das verdichtete Wolffs Herausgeber-Kollegin, die Chemiehistorikerin Professor Dr. Elisabeth Vaupel. Das Deutsche Museum war im Dritten Reich eine wichtige Institution, h&auml;ufig besucht von KdF-Reisenden, die dort  &#8222;Volksbildung tankten&#8220;, ebenso wie von Wehrmachtsangeh&ouml;rigen, deren Wehrwille dort gest&auml;rkt wurde. Es gab einen Konflikt mit dem nationalsozialistischen Stadtrat M&uuml;nchens, dem die Darstellungen nicht national genug waren, etwa in dem Sinne Hitlers, f&uuml;r den &#8222;hinter jeder Maschine ein Arier stand&#8220;, wie der "F&uuml;hrer" einmal sagte. Den Zweiflern kam die Museumsleitung entgegen, indem sie eine Sonderausstellung &uuml;ber deutsche Werksteine zulie&szlig;, die den Architekturliebhaber Hitler zu einem Besuch bewegen sollte. Die Werbeplakate sind aber aus dem Archiv des Deutschen Museums verschwunden, bemerkte die Referentin. Die Verantwortlichen wussten also, dass sie eine Grenze &uuml;berschritten und sich v&ouml;lkisch inszeniert hatten. <br />
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<img title="" height="293" alt="Strassenbauabteilung_um_1940" width="400" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/Strassenbauabteilung_um_1940.jpg" /><br />
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Auch bei der Neugestaltung der Verkehrs- und Autoabteilung kam das Deutsche Museum dem Autonarren Hitler entgegen, der einmal gesagt hatte: &#8222;Ich liebe den Kraftwagen &uuml;ber alles, denn er hat uns Deutschland erschlossen.&#8220; Stra&szlig;en- sowie Autobahnbau und Massenmobilisierung waren im Dritten Reich zu einem milit&auml;rischen und ideologischen  Faktor geworden. &#8222;Der Reichsautobahnsaal wurde zum veritablen Hitlerehrensaal&#8220;, mit Reichsadler und Hitlerportr&auml;t, berichtete Elisabeth Vaupel. Auch der Nachbau eines Spatens, mit dem Hitler 1933 sein gro&szlig;es Autobahn-Bauprogramm er&ouml;ffnete, fand Eingang in das Museum. Er lohnte diese willkommene Propaganda mit einer finanziellen Unterst&uuml;tzung von zwei Millionen Reichsmark. <br />
<br />
&#8222;Nationalsozialistische Inhalte und Design hatten sich seit 1938 im Museum festgefressen&#8220;, bilanzierte die Buchmitherausgeberin, &#8222;und die Leitung steuerte einen gef&auml;hrlichen Kurs.&#8220; Zu einem Dammbruch kam es aber nicht. Die Darstellung der Exponate blieb sehr n&uuml;chtern, berichtete Vaupel. Den Besuchern wurde das Lesen un&uuml;bersichtlicher Texttafeln abverlangt. Das, obwohl Reichsausstellungen der Partei bereits ungeheuer modern und multimedial arbeiteten, etwa mit Riesenbildern und &uuml;berdimensionalen Darstellungen. Sie kamen v&ouml;llig ohne Texte aus und wirkten mit h&ouml;chst suggestiven Botschaften, so etwa einem Adler an der Decke eines Versammlungssaals, der mit unterschiedlichen Farben angestrahlt wurde. &#8222;Hier wurden richtige Erlebniswelten ins Leben gerufen&#8220;, so die Historikerin, &#8222;aber alle Anregungen, das auch im Museum zu versuchen, verhallten in M&uuml;nchen ungeh&ouml;rt.&#8220; <br />
<br />
So gesehen, bleibt das Deutsche Museum, von einigen Erscheinungen abgesehen, im Gro&szlig;en und Ganzen auf Distanz zu den Nazis, allerdings mit einem allm&auml;hlichen Prozess der Anpassung. Einen scharfen Bruch, wie 1933 in weiten Teilen der deutschen Professorenschaft und Universit&auml;ten, oder einen Bildersturm gab es nicht. Diese Sichtweise steht auf um so festeren Beinen, wenn man dazu das NS-Profil anderer Museen in Beziehung setzt. &#8222;Das Deutsche Hygiene-Museum in Dresden stellte sich viel mehr in den Dienst der Machthaber&#8220;, berichtete Vaupel. Mit den f&uuml;r den Nazis typischen Schriftbildern und Darstellungen, Texten und &#8222;schwerstideologisch befrachteten Ausstellungen&#8220; propagierte das Museum die Vernichtung nichtarischen Lebens. <br />
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<b>F&uuml;r alle, die noch mehr wissen m&ouml;chten, hier der offizielle Langtext zu dem Buch: </b><br />
<a href="http://www.deutsches-museum.de/presse/presse-2010/ns-zeit/">Das Deutsche Museum in der Zeit des Nationalsozialismus &#8211; Eine Bestandsaufnahme</a><br />
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Jahrzehntelang hielt das Deutsche Museum, eines der gr&ouml;&szlig;ten naturwissenschaftlich-technischen Museen der Welt, das Selbstbild aufrecht, sich w&auml;hrend des &#8222;Dritten Reiches&#8220; in einem Spannungsfeld zwischen Anpassung und Widerstand bewegt zu haben, wobei man sich sogar eher auf der Seite der Opfer des Nationalsozialismus w&auml;hnte. Ein umfangreiches, von Mitarbeitern des Museums sowie von externen Historikern verfasstes Werk zeigt nun, dass diese Sichtweise grundlegend revidiert werden muss: Die Vorstellung, das Deutsche Museum sei als &#8222;rein&#8220; technisch-wissenschaftliche Bildungseinrichtung eine &#8222;unpolitische&#8220; Institution gewesen, erweist sich demnach als Fiktion. Vielmehr wird deutlich, dass das Museum aus eigenem Antrieb auf vielerlei Ebenen Verbindungen zum NS-Staat suchte.<br />
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<img title="" height="176" alt="Stamp_Germany_2003_-_100_Jahre_Deutsches_Museum" width="288" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/Stamp_Germany_2003_-_100_Jahre_Deutsches_Museum.jpg" /><br />
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Als die Nationalsozialisten an die Macht gelangten, wurde das Deutsche Museum von einem dreik&ouml;pfigen, ehrenamtlich t&auml;tigen Vorstand geleitet, dessen Vorsitzender der Museumsgr&uuml;nder Oskar von Miller (1855&#8211;1934) war. Die M&uuml;nchner NSDAP betrachtete Miller schon seit Ende der 1920er Jahre als Gegner, unter anderem, weil dieser sich geweigert hatte, auf dem Museumsgel&auml;nde ein Bismarck-Denkmal aufstellen zu lassen. Nachdem der von Nationalsozialisten beherrschte Stadtrat dem Deutschen Museum 1933 die &uuml;bliche Ausrichtung des Empfangs zur Jahresversammlung verweigert und Hitler kurz zuvor auch die &#8211; seit 1923 von jedem Reichskanzler akzeptierte &#8211; Ehrenpr&auml;sidentschaft im Museum abgelehnt hatte, f&uuml;rchtete Miller, seinem Haus unter den ver&auml;nderten politischen Gegebenheiten nicht l&auml;nger n&uuml;tzen zu k&ouml;nnen. Deshalb legte er zum 7. Mai 1933 &#8211; seinem 78. Geburtstag &#8211; die Museumsleitung nieder.<br />
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<img title="" height="288" alt="419px-ZenneckJ1951" width="201" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/419px-ZenneckJ1951.jpg" /><br />
<br />
Als Nachfolger war eigentlich der Physikprofessor an der TH M&uuml;nchen, Jonathan Zenneck (1871-1959), vorgesehen, der Millers Aufgaben tats&auml;chlich einige Monate lang kommissarisch &uuml;bernahm. Als Mitglied der Deutschen Nationalen Volkspartei (DNVP) sympathisierte Zenneck mit der neuen &#8222;nationalen Regierung&#8220;. Er bef&uuml;rwortete das Berufsbeamtengesetz, das die Entlassung all derer erm&ouml;glichte, die in Opposition zur neuen Regierung zu stehen schienen oder deren Abstammung als &#8222;j&uuml;disch&#8220; definiert werden konnte. Zenneck war im Fr&uuml;hjahr 1933 dann auch f&uuml;r die Durchf&uuml;hrung dieses Gesetzes im Museum verantwortlich. Zwei Mitarbeiter wurden daraufhin entlassen, einer aus politischen, der andere aus &#8222;rassischen&#8220; Gr&uuml;nden.<br />
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<img title="" height="235" alt="482px-Hugo_Bruckmann" width="189" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/482px-Hugo_Bruckmann.jpg" /><br />
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F&uuml;r den Anschluss an die neuen politischen Gegebenheiten war es f&uuml;r das Museum nicht hinreichend, einen Deutschnationalen an der Spitze zu haben. Deshalb installierte Miller im Dezember 1933 einen Mann als Vorstandsvorsitzenden, der zu den fr&uuml;hen F&ouml;rderern der NSDAP in M&uuml;nchen geh&ouml;rte und Hitler seit vielen Jahren pers&ouml;nlich sehr nahe stand: den mit ihm verschw&auml;gerten M&uuml;nchner Verleger Hugo Bruckmann (1863-1941: Nach seinem Tod wurde ihm ein Staatsbegr&auml;bnis im Innenhof des Museums zuteil). Dieser besa&szlig; zwar keine besondere Qualifikation f&uuml;r seine k&uuml;nftige Aufgabe als Museumsleiter, verf&uuml;gte aber &uuml;ber sehr gute Verbindungen zu einflussreichen M&auml;nnern in Partei und Staat.<br />
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<img title="" height="289" alt="d4ce165347" width="369" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/d4ce165347.jpg" /><br />
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Die Museumsleitung bem&uuml;hte sich vor allem nach Millers Tod (9. April 1934) verst&auml;rkt darum, die unter Miller bestehenden Vorbehalte gegen&uuml;ber den neuen Machthabern abzubauen. Hatte sich dieser (damals unterst&uuml;tzt von Zenneck) noch vehement gegen jegliche Einflussnahme der Parteipolitik verwahrt, so wurde diese Linie rasch aufgegeben. Man ging nun gezielt dazu &uuml;ber, wichtige NS-Politiker zur Mitarbeit im Museum zu gewinnen. Zu den Umworbenen geh&ouml;rte unter anderem Fritz Todt, der Generalinspekteur f&uuml;r das deutsche Stra&szlig;enwesen, der die 1934 in M&uuml;nchen gezeigte Propagandaausstellung &#8222;Die Stra&szlig;e&#8220; organisiert hatte. Das Museum wollte das Renommee und die Beziehungen des &#8222;Chef-Ingenieurs des Dritten Reiches&#8220; nutzen, um seine Stra&szlig;enbauabteilung neu zu gestalten, in der besonders das politisch hochaktuelle Thema &#8222;Reichsautobahnbau&#8220; thematisiert werden sollte. Man hoffte, dass Todt bei der Realisierung dieses Projekts n&uuml;tzlich sein w&uuml;rde, vor allem bei der Geldbeschaffung.<br />
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<img title="" height="239" alt="Besuch_Adolf_Hitler_im_Deutschen_Museum_1935" width="400" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/Besuch_Adolf_Hitler_im_Deutschen_Museum_1935.jpg" /><br />
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Gleicherma&szlig;en versuchte die Museumsleitung intensiv, Hitler zu einem offiziellen Museumsbesuch zu gewinnen. Auf ausdr&uuml;cklichen Wunsch des &#8222;F&uuml;hrers&#8220; wurde eine Sonderausstellung &uuml;ber &#8222;Deutsche Werksteine&#8220; organisiert, die den architekturbegeisterten Reichskanzler tats&auml;chlich so interessierte, dass er das Museum Anfang April 1935 mit seinem Besuch beehrte. Nicht ohne Vorbedacht f&uuml;hrte Bruckmann den &#8222;F&uuml;hrer&#8220; bei dieser Gelegenheit auch durch die veraltete Kraftfahrzeugabteilung. Da Hitler sich engagiert f&uuml;r die Massenmotorisierung in Deutschland einsetzte, sollte auch sie &#8211; dem politischen Trend der Zeit entsprechend &#8211; aktualisiert werden. Mit Hilfe zweier einflussreicher Wirtschaftsf&uuml;hrer, die den Selbstverwaltungsgremien des Hauses angeh&ouml;rten, erreichte das Museum, dass Hitler zwei Millionen Reichsmark zur Neugestaltung der Kraftfahrzeug- und Luftfahrtabteilung zusagte.<br />
<br />
Damit konnte der Bau einer Ausstellungshalle f&uuml;r die 1938 er&ouml;ffnete, neue Kraftfahrzeugabteilung finanziert werden. Im selben Jahr wurde auch die von Todts Mitarbeitern gestaltete Stra&szlig;enbauabteilung fertig. Da sie fast ausschlie&szlig;lich den Reichsautobahnbau behandelte, wurde sie schon von Zeitgenossen ironisch &#8222;Reichsautobahnschau&#8220; genannt. In beiden neuen Abteilungen wich das Museum signifikant von seiner bisherigen Ausstellungspolitik ab, nach der in seinen R&auml;umen eigentlich nur herausragende &#8222;Meisterwerke&#8220; der Naturwissenschaft und Technik pr&auml;sentiert werden sollten. Der in der &#8222;Reichsautobahnschau&#8220; ausgestellte Nachbau eines Spatens, den Hitler im September 1933 zum Baubeginn des Reichsautobahnprojekts in Frankfurt am Main benutzt hatte, entsprach diesen Kriterien jedoch ebenso wenig wie ein vom &#8222;F&uuml;hrer&#8220; gefahrener Mercedes in der Kraftfahrzeugabteilung.<br />
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<img title="" height="265" alt="Dt-Mus-NS-005" width="198" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/Dt-Mus-NS-005.jpg" /><br />
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W&auml;hrend im Sammlungsbau des Deutschen Museums besonders jene Abteilungen neu gestaltet wurden, die politisch aktuelle Themen behandelten &#8211; der Miller&#8217;schen Tradition entsprechend geschah dies immer in historischer Perspektive &#8211;, wurden im Bibliotheksbau seit 1934 gezielt Sonderausstellungen gezeigt, die sich ausschlie&szlig;lich mit zeitgen&ouml;ssischer Technik besch&auml;ftigten, etwa dem Fernsehen oder den &#8222;Neuen deutschen Werkstoffen&#8220;. Erstmals in der Museumsgeschichte wurde f&uuml;r diese Sonderschauen nicht mehr der historische Ansatz gew&auml;hlt.<br />
<br />
Mit dieser Strategie versuchte das Museum dem vor allem von Todt ge&auml;u&szlig;erten Vorwurf zu begegnen, zu einer &#8222;Rumpelkammer historischer Technik&#8220; verkommen zu sein, und einer r&uuml;ckw&auml;rtsgewandten Ausstellungspolitik ohne jeglichen Gegenwartsbezug zu huldigen. Der Bibliotheksbau war au&szlig;erdem Schauplatz mehrerer extern konzipierter Propagandaveranstaltungen, so der ber&uuml;chtigten Hetzausstellung &#8222;Der ewige Jude&#8220; (1937).<br />
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<img title="" height="292" alt="07_dm_ns_ewig" width="400" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/07_dm_ns_ewig.jpg" /><br />
<br />
1937 wurde der Museumsvorstand auf f&uuml;nf Personen erweitert, zu denen nun auch Todt geh&ouml;rte. In seiner neuen Funktion versuchte er, das Museum f&uuml;r seine politischen Ziele &#8211; vor allem im Rahmen des von ihm geleiteten Nationalsozialistischen Bunds Deutscher Technik (NSBDT) &#8211; zu instrumentalisieren. Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges im September 1939 verlagerten sich Todts Interessen jedoch. Seine Pl&auml;ne zur Umgestaltung des Museums wurden nach seinem t&ouml;dlichen Flugzeugabsturz (1942) nicht mehr weiterverfolgt.<br />
<br />
Fritz Todt plante auf dem zur Innenstadt gelegenen Isarufer &#8211; also dem Deutschen Museum genau gegen&uuml;ber &#8211; den Bau eines letztlich nie realisierten &#8222;Hauses der Technik&#8220;, in dem die zeitgen&ouml;ssischen technischen Entwick-lungen mit ihrer jeweiligen politischen Einbettung thematisiert werden sollten. Bei seinem Versuch, das Deutsche Museum dieser Institution anzugliedern und unterzuordnen, stie&szlig; er auf den entschiedenen Widerstand Zennecks. <br />
<br />
Dieser Machtkampf, den Todt angesichts des Kriegsausbruchs dann aber nicht weiterverfolgte, zeigt, dass es im Deutschen Museum neben Opportunismus und Konformit&auml;t durchaus auch Konflikte mit einzelnen Repr&auml;sentanten bzw. &Auml;mtern des nationalsozialistischen Staates gab. Diese Kontroversen wurden in der Nachkriegszeit zur &#8222;Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus schlechthin&#8220; &uuml;berh&ouml;ht. Die aktiven Kooperationen, die das Deutsche Museum mit dem NS-Staat eingegangen war, wurden dagegen gezielt verdr&auml;ngt und vergessen.<br />
<br />
Diese komplizierte Gemengelage von NS-konformen Interessen und Aktivit&auml;ten im Deutschen Museum einerseits, und Reibungsfl&auml;chen mit einzelnen Funktionstr&auml;gern aus Staat und Partei andererseits, wird in einem im Wallstein-Verlag erschienenen, umfangreichen Sammelband sehr differenziert dargestellt. &Uuml;ber hundert bislang unver&ouml;ffentlichte Photos illustrieren, wie das Deutsche Museum in die Technikpropaganda des NS-Staates involviert war.<br />
<br />
<img title="" height="298" alt="Dt-Mus-NS-004" width="397" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/Dt-Mus-NS-004.jpg" /><br />
<br />
Elisabeth Vaupel und Stefan L. Wolff (Hrsg.):<br />
Das Deutsche Museum in der Zeit des Nationalsozialismus<br />
Eine Bestandsaufnahme<br />
Wallstein-Verlag G&ouml;ttingen 2010<br />
710 S., 120 Abb. &#8364; 39,90<br />
<br />
Der Band enth&auml;lt 17 Aufs&auml;tze, die von Kuratoren des Deutschen Museums und renommierten externen Historikern verfasst wurden. Er beinhaltet biographische Portr&auml;ts der wichtigsten Akteure, Analysen repr&auml;sentativer Museumsabteilungen sowie die Geschichte exemplarischer Objekte.<br />
<br />
Prof. Dr. Elisabeth Vaupel (Jahrgang 1956) ist Chemiehistorikerin und lehrt neben ihrer T&auml;tigkeit am Deutschen Museum seit 2004 Chemiegeschichte an der Universit&auml;t Stuttgart. Schwerpunkte ihrer Arbeit: Geschichte der wissenschaftlichen und technischen Chemie vom 18. bis 20. Jahrhundert.<br />
<br />
Dr. Stefan L. Wolff (Jahrgang 1952) ist Physikhistoriker und Lehrbeauftragter am Forschungsinstitut des Deutschen Museums sowie am Lehrstuhl f&uuml;r Wissenschaftsgeschichte der LMU M&uuml;nchen. Schwerpunkte seiner Arbeit: Physikgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert, Erfassung des Nachlasses von Wilhelm Wien; Emigration von Physikern w&auml;hrend des Nationalsozialismus.<br />
<br />
Deutsches Museum, Museumsinsel 1, 80538 M&uuml;nchen<br />
E-Mail: e.vaupel@deutsches-museum.de und s.wolff@deutsches-museum.de<br />
Pressereferent: Bernhard Weidemann b.weidemann@deutsches-museum.de<br />
<br />
<i>Fotos: Deutsches Museum, Wikimedia Commons</i>]]></description>
    <dc:creator>open-science</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2010 open-science</dc:rights>
    <dc:date>2010-07-30T14:42:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/stories/51064/">
    <title><![CDATA[Dichten durch Schwärzen]]></title>
    <link>http://blogs.pm-magazin.de/openscience/stories/51064/</link>
    <description><![CDATA[Kennen Sie auch Schreibblockaden? Fixiert Sie die wei&szlig;e Textvorlage im Rechner oder das Blatt Papier so wie das eckig erstarrte Auge des Teufels? Dann kann Ihnen jetzt geholfen werden. Versuchen Sie es doch mal mit &#8222;Blackout-Poetry&#8220;. Rei&szlig;en Sie sich eine beliebige Seite aus einer Tageszeitung oder einem Werbeblatt heraus, nehmen Sie einen dicken schwarzen Stift und beginnen Sie zu schw&auml;rzen. Richtig, einfach Textpassagen abdecken und die S&auml;tze &uuml;briglassen, die f&uuml;r Sie Sinn ergeben. Mit dieser Technik werden Sie zum Gestalter einer h&ouml;chst originellen Geschichte, die zwar auf zuvor Erdachtes zur&uuml;ckgreift, im Wesen aber ein Unikat ist.<br />
<br />
<img title="" height="300" alt="51SRxEnUfdL-_SL500_AA300_" width="300" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/51SRxEnUfdL-_SL500_AA300_.jpg" /><br />
<br />
Der Erfinder ist der heute 27-j&auml;hrige Austin Kleon. Der US-Amerikaner wollte Schriftsteller werden und hatte an Schreibseminaren teilgenommen. Am Ende scheiterte er allerdings an seiner Blockade. Doch der Kreativling, eher ein Zeichner als Texter, verfiel auf den umgekehrten Weg: Schreiben durch Ausl&ouml;schen. Unl&auml;ngst erschien seine Zeitungslyrik in einem Druckwerk im <a href="http://www.amazon.de/Newspaper-Blackout-Austin-Kleon/dp/0061732974">Harper Perennial Verlag</a>, ein Durchbruch f&uuml;r ihn und seine neue Schreib- oder besser: Schw&auml;rzkunst. <br />
<br />
&#8222;Austin ist der erste Schriftsteller mit eigenem Gedichtband, ohne dass auch nur ein einziges Wort davon aus seiner eigenen Feder stammt&#8220;, schreibt die &#8222;S&uuml;ddeutsche Zeitung&#8220;. Als Grundlage benutzt er meistens die New York Times, entweder die Printausgabe oder sogar deren elektronische Ausgabe, die er auf dem iPad grafisch bearbeitet. Was nach seinen Schw&auml;rzungen davon &uuml;brig bleibt, reicht von Alltagsdrama, &uuml;ber geh&auml;ssige gesellschaftliche Einlassungen bis zu flotten Spr&uuml;chen f&uuml;r Werbung und NGOs. <br />
<br />
&#8222;Kreativit&auml;t ist Collage&#8220;, verk&uuml;ndet der Erfinder der Backout-Poetry. Dazu bedarf es zwei oder drei bestehender Ideen, die zu einer neuen verschmolzen werden. Mit dieser schlichten Beschreibung trifft Kleon ins Schwarze. &Auml;hnlich haben sich Kunst und Technik evoluzioniert. In einigen sehr strengen Augen ist ein solches Ideen-Gemenge anr&uuml;chig. Plagiat!, schallt es aus dieser Ecke. Frage: Wo verl&auml;uft die Grenze zwischen Erfindung und Nachahmung &#8211; was ist wirklich neu und originell?]]></description>
    <dc:creator>open-science</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2010 open-science</dc:rights>
    <dc:date>2010-07-23T11:10:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/stories/50925/">
    <title><![CDATA[Kampf ums schwarz-rot-goldene Bundeshirn]]></title>
    <link>http://blogs.pm-magazin.de/openscience/stories/50925/</link>
    <description><![CDATA[Science Slam wird in Deutschland zum neuen Wissenschaftskult. Forscher steigen in die B&uuml;tt und pr&auml;sentieren ihre neuesten wissenschaftlichen Ergebnisse, nicht allwissend vom Katheder herunter und staubtrocken wie in ihren Ver&ouml;ffentlichungen, sondern unterhaltsam und popul&auml;r. Im <a href="http://www.hausderwissenschaft.org">Braunschweiger Haus der Wissenschaft</a> ist der Science Slam bereits zur Institution geworden. Dort fand unl&auml;ngst das Deutschlandfinale statt. Gewinner aus Regionalwettbewerben trafen sich zum Wettkampf um das &#8222;schwarz-rot-goldene Gehirn&#8220;. <br />
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<img title="" height="212" alt="420x315-pm0-bgFFFFFF-jpg-Gehirn" width="283" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/420x315-pm0-bgFFFFFF-jpg-Gehirn.jpg" /><br />
<br />
Mit seinem Vortrag &uuml;ber Entropie und die Unumkehrbarkeit der Dinge gewann Martin Buchholz, Institut f&uuml;r Thermodynamik an der TU Braunschweig, den ersten deutschlandweiten Science Slam. Das ist ein schwieriger Begriff, den nicht mal der Brockhaus so beschreiben kann, dass er einem Nichtexperten klar wird. Entropie hei&szlig;t Unordnung. Durch seine Ausdehnung entsteht im Weltall immer mehr Durcheinander, mit anderen Worten: Alles vermengt sich miteinander, wie in einem schlechten Eintopf. <br />
<br />
<img title="" height="212" alt="420x315-pm0-bgFFFFFF-jpg-Sieger" width="283" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/420x315-pm0-bgFFFFFF-jpg-Sieger.jpg" /><br />
<br />
Das ist ungef&auml;hr so, wie wenn im Luftraum alle Flugzeuge ohne Regeln chaotisch durcheinanderfl&ouml;gen. Irgendwann wird deshalb das Erdall zusammenbrechen und die alte Ordnung wieder hergestellt. Buchholz machte in seinem Slam-Beitrag sehr anschaulich und humvorvoll klar, dass diese physikalische Zustandsgr&ouml;&szlig;e auch unser aller Zeitgef&uuml;hl pr&auml;gt, und erl&auml;uterte dabei in einem kleinen Schlenker die Notwendigkeit von K&uuml;hlt&uuml;rmen in Kraftwerken.<br />
<br />
<img title="" height="212" alt="420x315-pm0-bgFFFFFF-1-jpg-Zweiter" width="283" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/420x315-pm0-bgFFFFFF-1-jpg-Zweiter.jpg" /><br />
<br />
Zweiter Sieger wurde Andr&eacute; Lampe, Universit&auml;t Bielefeld, der am Beispiel des &#8222;Hodenknackerfischs&#8220; dem Publikum ein Verfahren erl&auml;uterte, &#8222;Interleukin 1 beta&#8220; im Blut schneller als bisher zu erkennen. Das Protein spielt bei vielen Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson oder HIV eine Rolle und ist f&uuml;r unsere Gesundheit von gro&szlig;er Bedeutung. Den dritten Platz errang Martin Storbeck von der TU Ilmenau. Der Medienwissenschaftler verglich in einer rasanten Pr&auml;sentation die Philosophie von Wikipedia mit der von konventionellen Enzyklop&auml;die-Verlagen.<br />
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<img title="" height="212" alt="420x315-pm0-bgFFFFFF-2-jpg-Dritter" width="283" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/420x315-pm0-bgFFFFFF-2-jpg-Dritter.jpg" /><br />
<br />
Vor rund 800 Zuschauern stiegen die &#8222;&Uuml;berflieger&#8220; der deutschen Forschungslandschaft in den Ring. Nach den bew&auml;hrten Science Slam Regeln galt es f&uuml;r die Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler, mit einem popul&auml;rwissenschaftlichen Vortrag die Aufmerksamkeit und die Herzen des Publikums zu gewinnen. Kriterium ist nicht die beste Forschung, sondern der beste Vortrag. Es gilt, ein wissenschaftliches Thema popul&auml;rwissenschaftlich aufzubereiten und somit auch ein Laienpublikum zu begeistern. <br />
<br />
<img title="" height="212" alt="420x315-pm0-bgFFFFFF-1-jpg-Zuschauer" width="283" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/420x315-pm0-bgFFFFFF-1-jpg-Zuschauer.jpg" /><br />
<br />
Weitere hochkar&auml;tige Beitr&auml;ge widmeten sich der perfekten Steuer, die auf das Verh&auml;ltnis von Einkommen und Konsum erhoben werden k&ouml;nnte, und winzigen B&auml;rtierchen, die lebensfeindlichste Bedingungen im &#8222;T&ouml;nnchenstadium&#8220; &uuml;berleben. Andere Slamer besch&auml;ftigten sich mit der Bibelauslegung am Beispiel der Geschichte von Josef und Potiphars Gattin. Weiterhin zeigten sie, wie man medizinische Aufnahmen mithilfe der Mathematik vergleichen kann, wie viel CO2 vom letzten R&ouml;chler Julius C&auml;sars noch durch die Welt schwirrt, und warum Pauschaltourismus und Auslandssemester bereits im Mittelalter erfunden wurden.<br />
<br />
<img title="" height="212" alt="420x315-pm0-bgFFFFFF-4-jpg-Alle-" width="283" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/420x315-pm0-bgFFFFFF-4-jpg-Alle-.jpg" /><br />
<br />
Das Haus der Wissenschaft Braunschweig ist eine Plattform f&uuml;r den Dialog der Wissenschaft mit anderen gesellschaftlichen Bereichen. Es f&ouml;rdert die Wissenschaftskommunikation und die f&auml;cher&uuml;bergreifende Vernetzung der Wissenschaft mit Wirtschaft, Kommunen, Bildungstr&auml;gern, Medien, Kunst und Kultur sowie mit der interessierten &Ouml;ffentlichkeit. Als Experimentier- und Lernort bietet es spannende Veranstaltungen und Ausstellungen f&uuml;r Menschen jeden Alters. <br />
<br />
<img title="" height="95" alt="image001" width="120" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/image001.jpg" /><br />
<br />
Berliner Science-Slam: <a href="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/stories/46754/">Wenn Wissenschaftler bolzen</a>]]></description>
    <dc:creator>open-science</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2010 open-science</dc:rights>
    <dc:date>2010-07-15T12:40:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/stories/50812/">
    <title><![CDATA[Urlaubsinseln für Verrückte]]></title>
    <link>http://blogs.pm-magazin.de/openscience/stories/50812/</link>
    <description><![CDATA[Jetzt erst recht nicht! Wenn Nachbarn und Freunde in die Sommerferien abrauschen, bleiben viele demonstrativ zu Hause. Basta! Dieser Hektik verweigern sie sich, obwohl das Fernweh an ihnen nagt. <br />
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<img title="" height="300" alt="51rDgVq3zlL-_BO2-204-203-200_PIsitb-sticker-arrow-click-TopRight-35-76_AA300_SH20_OU03_" width="300" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/51rDgVq3zlL-_BO2-204-203-200_PIsitb-sticker-arrow-click-TopRight-35-76_AA300_SH20_OU03_.jpg" /><br />
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Das Autorenpaar Gabi und Rolf Frob&ouml;se l&auml;sst diese Verweigerer dennoch auf ihre Kosten kommen. Sie halten f&uuml;r sie ein B&uuml;chlein mit einer Weltreise um den Globus parat, in der Leser von einer exotischen Insel zur anderen springen. Der Titel: <a href="http://www.amazon.de/Die-40-kuriosesten-Inseln-Travellers/dp/3839156874">Die 40 kuriosesten Inseln. Der erste Crazy Travellers' Tourist Guide.</a> Mit Google Earth kann der Leser virtuell alle Eilande auch aufsuchen, darunter:<br />
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Bishop Rock, die kleinste Insel der Welt, 46 Meter lang und 16 Meter breit, westlichster Punkt Europas im Atlantik: Keine Palme ziert sie, sondern ein Leuchtturm mit einer abenteuerlichen Baugeschichte<br />
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Inaccessible, die &#8222;Unber&uuml;hrbare&#8220;, die sich hinter Steilk&uuml;sten und unter dichtestem Buschwerk versteckt. Vor knapp 30 Jahren versuchten Ornithologen zum letzten Mal, die Insel zu durchqueren -- vergeblich<br />
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Die Wrangelinsel in der russischen Arktis, auf der bis 1700 v. Christus die letzten Mammuts zu Hause gewesen sein sollen<br />
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Die Kerguelen im Indischen Ozean, die den gleichnamigen Kohl hervorbringen, der sehr dankbar von Schiffsbesatzungen geernet wurde. Generationen von Seefahrern machten dort Halt, um Vitamin C zu tanken und dem drohenden Skorbut Paroli zu bieten<br />
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Die Diomedes-Inseln im Bering-Meer, wo &#8222;Amerika und Russland sich k&uuml;ssen&#8220;, wie die Autoren schreiben: Die eine geh&ouml;rt der ehemaligen Sowjetmacht, die andere zum US-Staat Alaska, nur von einem vier Kilometer breiten Wasserstreifen getrennt. Dennoch betr&auml;gt der Zeitunterschied zwischen beiden 24 Stunden, weil hier die Datumsgrenze verl&auml;uft. <br />
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<img title="" height="250" alt="BeringSt-close-VE" width="400" src="http://blogs.pm-magazin.de/openscience/static/openscience/images/BeringSt-close-VE.jpg" /><br />
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Es folgen 35 weitere Inseln, die viel unber&uuml;hrte Natur und Biodiversit&auml;t, Historie und Seefahrerromantik umweht. Bei einigen vermisst der Leser das genuin Kuriose. St. Helena im S&uuml;datlantik war wohl nur eine Pflicht, weil dorthin Napoleon verbannt wurde &#8211; sonst ist das meiste bekannt dar&uuml;ber. <br />
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Das mit viel Wissenswertem garnierte Buch ist ein Kompromiss zwischen Papier und Bildschirm. Die Satellitenaufnahmen erscheinen ein wenig gleichf&ouml;rmig und auswechselbar. Man w&uuml;nschte sich Fotos von den Inseln selber. Nachdem der Leser die Standorte bei Google Earth ermittelt hat, wird er sich vermutlich im Internet gleich weitere Bilder dazu suchen. Insofern verm&auml;hlt der &#8220;Verr&uuml;ckten-F&uuml;hrer&#8221; Buchdruck-Vater Gutenberg mit Internet-Erfinder Tim Berners-Lee.<br />
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Foto: Wikimedia Commons</i>]]></description>
    <dc:creator>open-science</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2010 open-science</dc:rights>
    <dc:date>2010-07-09T14:25:00Z</dc:date>
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