Wenn Glaube Wissen ersetzt
Die Manipulation hat deutliche „Blutspuren“ hinterlassen. Ein hochrangiger Beamter des Weißen Hauses durchstrich mit leichter Hand einen ganzen Absatz im Klimareport, den Forscher in einem Strategiepapier der US-Regierung vorgelegt hatten. Der Hinweis, dass abschmelzende Gletscher die Trinkwasserversorgung beeinträchtigten und davon besonders eingeborene Bevölkerungen betroffen seien, fand der Regierungsfunktionär „spekulativ“, wie er handschriftlich kommentierte.

Dieses und viele andere Beispiele hat der amerikanische Wissenschaftsjournalist Seth Shulman in seinem neuen Buch „Undermining Science“ zusammengetragen, wie die Bush-Regierung wissenschaftliche Daten unterdrückt und verfälscht. Wie sie die neuesten Erkenntnisse über den Klimawandel buchstäblich auf Eis legte, weil eine Reduzierung der CO2-Emissionen für die Wirtschaft zu hohe Kosten verursacht hätte, ist der bekannteste Fall.
Weiterhin half das Weiße Haus, geleitet von evangelistischen Aktivisten, die Nachricht zu verbreiten: Abtreibung fördere Brustkrebs – obwohl eine dänische Studie, an der 1,5 Millionen Frauen teilnahmen, genau das Gegenteil herausgefunden hatte. Aus einem Gesetzesentwurf über Quecksilberemissionen von Kraftwerken, die unabhängige Regierungswissenschaftler restriktiv formuliert hatten, fielen zwölf Paragrafen heraus.
Forscher des Landwirtschaftsminsteriums wurden dazu verdonnert, über „sensible“ Themen wie genveränderte Pflanzen nur mit Genehmigung zu sprechen – jetzt wurde bekannt, dass Designer-Mais Insekten tötet.

Nach 100 Interviews mit Wissenschaftlern beklagt Shulman eine „extreme Politisierung der Wissenschaft“, bei der alle Daten unterdrückt werden, die nicht in die Regierungspolitik passen. Diese Kontrolle, die es selbst unter Nixon nicht gegeben habe, sei einmalig und untergrabe die Demokratie. Bushs parteiische und glaubensgesteuerte Wissenschaftspolitik stößt aber auf immer mehr Widerstand: 12 000 Forscher, darunter 48 Nobelpreisträger, haben eine Protestnote unterschrieben.

Dieses und viele andere Beispiele hat der amerikanische Wissenschaftsjournalist Seth Shulman in seinem neuen Buch „Undermining Science“ zusammengetragen, wie die Bush-Regierung wissenschaftliche Daten unterdrückt und verfälscht. Wie sie die neuesten Erkenntnisse über den Klimawandel buchstäblich auf Eis legte, weil eine Reduzierung der CO2-Emissionen für die Wirtschaft zu hohe Kosten verursacht hätte, ist der bekannteste Fall.
Weiterhin half das Weiße Haus, geleitet von evangelistischen Aktivisten, die Nachricht zu verbreiten: Abtreibung fördere Brustkrebs – obwohl eine dänische Studie, an der 1,5 Millionen Frauen teilnahmen, genau das Gegenteil herausgefunden hatte. Aus einem Gesetzesentwurf über Quecksilberemissionen von Kraftwerken, die unabhängige Regierungswissenschaftler restriktiv formuliert hatten, fielen zwölf Paragrafen heraus.
Forscher des Landwirtschaftsminsteriums wurden dazu verdonnert, über „sensible“ Themen wie genveränderte Pflanzen nur mit Genehmigung zu sprechen – jetzt wurde bekannt, dass Designer-Mais Insekten tötet.

Nach 100 Interviews mit Wissenschaftlern beklagt Shulman eine „extreme Politisierung der Wissenschaft“, bei der alle Daten unterdrückt werden, die nicht in die Regierungspolitik passen. Diese Kontrolle, die es selbst unter Nixon nicht gegeben habe, sei einmalig und untergrabe die Demokratie. Bushs parteiische und glaubensgesteuerte Wissenschaftspolitik stößt aber auf immer mehr Widerstand: 12 000 Forscher, darunter 48 Nobelpreisträger, haben eine Protestnote unterschrieben.
open-science - 18. Jan, 11:10


Fällig ist gewissermaßen die psychische Revolution in der Menschheitsgeschichte, nachdem die bürgerliche Revolution schon die soziale Revolution gewesen ist, die immerhin schon formal Freiheit, Gleichheit und Demokratie eingeführt hat. Also von äußerlich sichtbarer, aktueller Ausbeutung und Unterdrückung haben die Menschen sich schon zu befreien gelernt. Jetzt zeigt die ökologische Krise an, dass wir uns nun alle auch von der verinnerlichten Unterdrückung und Aufhetzung befreien müssen, um als selbstbestimmte Persönlichkeiten zu begreifen, warum es vollkommen nutzlos ist, sich gegenseitig zu bekämpfen und zu belügen und sich selbst zu betrügen.
Mit so einem kurzen Kommentar wie hier lässt sich nicht die große Mehrheit der Menschen zu der psychischen Revolution anstiften, wo sie in einem Sturm der Entrüstung, in einer Katharsis, in einem „reinigenden Gewitter“ ihre Fremdbestimmung endlich abschütteln muss, um ihre eigenen vitalen Interessen zu begreifen, die im Grunde letztlich gemeinsame Interessen sind. Dazu gehört beim heutigen Stand der Technik auch, zu begreifen, dass wir alle ein gemeinsames Interesse an der Wahrheit haben. Deshalb verwende ich bei den Diskussionen im Internet meinen richtigen Namen und hoffe, dazu beitragen zu können, dass in der Gesellschaft die fällige Diskussion über unsere menschlichen Interessen, Antriebe und möglichen erstrebenswerten Ziele bald in Gang kommt.