Obama will Debatte über Wissenschaft
US-Bürger haben im Wahlkampf um den nächsten Präsidenten ihres Landes eine Initiative ins Rollen gebracht, der bald schon viele andere Länder folgen könnten, vielleicht sogar Deutschland im Wahljahr 2009.
„Die Natur- und Ingenieurswissenschaften sind verantwortlich für die Hälfte des Bruttosozialprodukts in den letzten 57 Jahren und beeinflussen mittlerweile jeden Aspekt in unserem Leben, unsere Wirtschaft, unsere Gesundheit, unsere Umwelt und unsere Entscheidungsprozesse“, verkündet Shawn Lawrence Otto, der Sprecher der Gruppe „Science Debate 2008“ und verlangt von den Präsidentschaftsbewerbern eine öffentliche Debatte über die Zukunft von Wissenschaft und Technologie.
Die Forderung haben seit Dezember 2007 weit über zehntausend Wissenschaftler und Bürger unterschrieben, dazu 160 der führenden Universitäten und Forschungslabors vom Atlantik bis zum Pazifik sowie Herausgeber und Redakteure der bedeutendsten Wissenschaftsmedien und, last not least, ein Dutzend Nobelpreisträger. Per Klick auf die Homepage kann sich jeder Leser als weiterer Unterstützer eintragen.
Die Organisatoren schlagen all die umstrittenen Themen vor, die seit Jahren in den Schlagzeilen sind: Klimawechsel und saubere Energie, die Krise der Gesundheitsversorgung, der wissenschaftliche Unterricht an den Schulen, Landwirtschaft mit genveränderten Pflanzen, nachhaltige Wasserwirtschaft, Stammzellen, Schutz der Tier- und Pflanzenarten, sogar das in den USA “heilige” Weltraumprogramm und dessen Nutzen soll einer näheren Betrachtung unterworfen werden.
Die Veranstalter heben hervor, dass sie keinen Wissenschaftsquiz beabsichtigen und dass sie auch nicht in die hitzige Diskussion von Kreationisten und Darwinisten eingreifen wollen über die Frage, ob eine Schöpferhand oder die natürliche Zuchtwahl die Spezies auf diesem Planeten erschaffen haben. Sie begehren Antworten darauf, wie sich die Bewerber zu den großen wissenschaftlichen Kontroversen der Zeit stellen und wie sie mit ihnen während ihrer Amtszeit umgehen wollen.

Als Datum schlagen die Debatten-Befürworter den 18. April vor, das wäre vier Tage vor den wichtigen Vorwahlen im US-Bundesstaat Philadelphia. Diese könnten entscheiden, ob die Demokratische Partei Hillary Clinton oder Barack Obama zu ihrem Spitzenkandidaten für die Wahl am 4. November kürt. In der Republikanischen Partei hat sich bereits John McCain durchgesetzt. Obama hat seine grundsätzliche Bereitschaft zugesagt, im Wahlkampf auch über Wissenschaft und Technologie debattieren zu wollen.

Das Thema ist auch in den Medien höchst präsent. Auf der Jahreskonferenz der American Association for the Advancement of Science AAAS im Februar berichteten die Berater von sowohl Hillary Clinton als auch Barack Obama, wie diese mehr Transparenz in die bisher sehr undurchsichtige Beziehung von Wissenschaft und Politik bringen möchten. Darüber berichteten viele nationale und internationale Publikums- und Fachmedien (AAAS ist u.a. der Herausgeber von "Science") und machten bewusst, dass Forschung stets auch eine stark politische Komponente hat.

Die "Los Angeles Times'" erinnerte beispielsweise daran, dass viele asiatische Länder viel mehr Naturwissenschaftler hervorbrächten und das die Schulleistungen der US-Schüler in Mathematik verheerend schlecht seien; auch das müsste die Debatte ansprechen und Auswege aus dieser Misere suchen. Die Wissenschaftszeitschrift "Nature" machte ihren Lesern klar, wie die Bush Administration die Klimafrage lange Zeit ignoriert und auch bei anderen Themen versagt hätte und unterstützte ausdrücklich die Forderung nach einer Debatte, zu der auch ausgewiesene Experten zu den verschiedenen Themen herangezogen werden sollten.
Dieser Wahlkampf bleibt spannend wie ein Krimi, nicht zuletzt durch diese neue Wende, und zeigt im Wechselspiel von Wissenschaft und Politik neue Facetten von Macht und Mitgestaltung, die bisher nie so klar hervorgetreten waren – der akademische Elfenbeinturm und die "splendid isolation" seiner Bewohner wackelt.
„Die Natur- und Ingenieurswissenschaften sind verantwortlich für die Hälfte des Bruttosozialprodukts in den letzten 57 Jahren und beeinflussen mittlerweile jeden Aspekt in unserem Leben, unsere Wirtschaft, unsere Gesundheit, unsere Umwelt und unsere Entscheidungsprozesse“, verkündet Shawn Lawrence Otto, der Sprecher der Gruppe „Science Debate 2008“ und verlangt von den Präsidentschaftsbewerbern eine öffentliche Debatte über die Zukunft von Wissenschaft und Technologie.
Die Forderung haben seit Dezember 2007 weit über zehntausend Wissenschaftler und Bürger unterschrieben, dazu 160 der führenden Universitäten und Forschungslabors vom Atlantik bis zum Pazifik sowie Herausgeber und Redakteure der bedeutendsten Wissenschaftsmedien und, last not least, ein Dutzend Nobelpreisträger. Per Klick auf die Homepage kann sich jeder Leser als weiterer Unterstützer eintragen.
Die Organisatoren schlagen all die umstrittenen Themen vor, die seit Jahren in den Schlagzeilen sind: Klimawechsel und saubere Energie, die Krise der Gesundheitsversorgung, der wissenschaftliche Unterricht an den Schulen, Landwirtschaft mit genveränderten Pflanzen, nachhaltige Wasserwirtschaft, Stammzellen, Schutz der Tier- und Pflanzenarten, sogar das in den USA “heilige” Weltraumprogramm und dessen Nutzen soll einer näheren Betrachtung unterworfen werden.
Die Veranstalter heben hervor, dass sie keinen Wissenschaftsquiz beabsichtigen und dass sie auch nicht in die hitzige Diskussion von Kreationisten und Darwinisten eingreifen wollen über die Frage, ob eine Schöpferhand oder die natürliche Zuchtwahl die Spezies auf diesem Planeten erschaffen haben. Sie begehren Antworten darauf, wie sich die Bewerber zu den großen wissenschaftlichen Kontroversen der Zeit stellen und wie sie mit ihnen während ihrer Amtszeit umgehen wollen.

Als Datum schlagen die Debatten-Befürworter den 18. April vor, das wäre vier Tage vor den wichtigen Vorwahlen im US-Bundesstaat Philadelphia. Diese könnten entscheiden, ob die Demokratische Partei Hillary Clinton oder Barack Obama zu ihrem Spitzenkandidaten für die Wahl am 4. November kürt. In der Republikanischen Partei hat sich bereits John McCain durchgesetzt. Obama hat seine grundsätzliche Bereitschaft zugesagt, im Wahlkampf auch über Wissenschaft und Technologie debattieren zu wollen.

Das Thema ist auch in den Medien höchst präsent. Auf der Jahreskonferenz der American Association for the Advancement of Science AAAS im Februar berichteten die Berater von sowohl Hillary Clinton als auch Barack Obama, wie diese mehr Transparenz in die bisher sehr undurchsichtige Beziehung von Wissenschaft und Politik bringen möchten. Darüber berichteten viele nationale und internationale Publikums- und Fachmedien (AAAS ist u.a. der Herausgeber von "Science") und machten bewusst, dass Forschung stets auch eine stark politische Komponente hat.

Die "Los Angeles Times'" erinnerte beispielsweise daran, dass viele asiatische Länder viel mehr Naturwissenschaftler hervorbrächten und das die Schulleistungen der US-Schüler in Mathematik verheerend schlecht seien; auch das müsste die Debatte ansprechen und Auswege aus dieser Misere suchen. Die Wissenschaftszeitschrift "Nature" machte ihren Lesern klar, wie die Bush Administration die Klimafrage lange Zeit ignoriert und auch bei anderen Themen versagt hätte und unterstützte ausdrücklich die Forderung nach einer Debatte, zu der auch ausgewiesene Experten zu den verschiedenen Themen herangezogen werden sollten.
Dieser Wahlkampf bleibt spannend wie ein Krimi, nicht zuletzt durch diese neue Wende, und zeigt im Wechselspiel von Wissenschaft und Politik neue Facetten von Macht und Mitgestaltung, die bisher nie so klar hervorgetreten waren – der akademische Elfenbeinturm und die "splendid isolation" seiner Bewohner wackelt.
open-science - 4. Apr, 16:52

