Die Liebeschemie in drei Minuten
BBC-Präsentator Quentin Cooper kam ohne Umschweife zum Thema. „Wir müssen neue Stimmen für die Natur- und Ingenieurswissenschaften finden“, verlangte er auf der Euroscience Open Forum ESOF Konferenz in Barcelona. Die von ihm moderierte Veranstaltung „FameLab“ legt eine Antwort darauf vor. Nachwuchswissenschaftler, größtenteils Studenten im höheren Semester und Doktoranden, stellten einem Publikum ein Thema vor, so bildhaft und packend wie möglich, gleichzeitig aber auch seriös und tiefschürfend – in nur drei Minuten!

Den Anfang machte eine Österreicherin. Sie zeigte eine Kette, die riss und alle ihre Perlen über die Bühne verstreute. Das Schmuckstück symbolisierte die menschliche DNA. Irgendwann werden ihre Molekülstränge alt und morsch, sie können sich selber nicht mehr reparieren, der Mensch altert, erkrankt und stirbt. As Kontrast dazu zeigte sie eine andere Kette, die intakt blieb und mit der die junge Wissenschaftlerin ihre Geschichte fortsetzte. Sie leuchtete ihre Doktorarbeit aus, die sich mit Arzneimitteln befasst, die die DNA-Reparatur unterstützen und somit eines Tages vielleicht das Erreichen von 250 Lebensjahren ermöglichen.
Die Botschaft war klar, anschaulich und visionär, leider hatte die charmante Wettkämpferin der Worte und Gesten unterschätzt, wie kurz drei Minuten waren. Noch bevor sie ihre schöne Geschichte abschließen konnte, wurde sie von der Timekeeperin mit einer quietschigen Tröte ausgegongt – dennoch erhielt sie großen Applaus. Ein „Clapometer“ hielt dessen Phonstärke fest.
Es blieb spannend, denn jetzt musste sich die Frau der vierköpfigen Jury stellen, die aus kompetenten Wissenschaftlern und Journalisten bestand, die noch einmal nachhakten, den Stand der Forschung erklärt haben wollten und wann denn mit den ersten lebensverlängernden DNA-Pharmazeutika zu rechnen sei. Schließlich die Bewertung, die sich zwischen den Noten 6 und 8 bewegte, was ein sehr guter Wert war. Die Gesamtnote errechnete sich aus gemessener Phonstärke des Applaus sowie den Zahlenwerten der Juroren.
Es folgten neun weitere Kandidaten aus dem südosteuropäischen Raum, die alle bereits in ihren eigenen Ländern präsentiert hatten, in der Türkei sogar vor 20 Millionen Fernsehzuschauern. Der junge Mann aus Aserbaidschan begann mit den Worten „Life is good, but good life is better“ und entwickelte ein Managementmodell, das sich auf die Naturgesetze berief. Es fehlte die Bildhaftigkeit, einige Passagen waren nicht besonders gut verstehbar, die Tiefstnote fiel auf 3 ab.
Autsch, das tat weh, was wiederum seinen Nachfolger zu Höchstleistungen motivierte, der anhand eines Gehirns aus Plastik die „Chemistry of Love“ erklärte, zum Teil unter Einbeziehungen persönlicher Liebes-Befindlichkeiten sowie peinlichen Fauxpas im verminten Liebesrevier, was ihm die etwa hundert Zuhörer mit tosendem Beifall dankten: In 180 Sekunden war jedem klar geworden – durch Fakten, Witz und Humor –, dass es sich mit Liebe einfach viel netter lebt und liebt.

Der „FameLab Competition“ wurde 2005 auf dem Cheltenham Science Festival in England erfunden, von dort vom British Council (BC) nach Südosteuropa getragen und jetzt in Barcelona auf die internationale Bühne gestellt. Der BC versteht sich als Anwalt eines engagierten Dialogs zwischen Forschern und Bürgern und wird in Deutschland von einem Think Tank aus Wissenschaftlern, Wissenschaftskommunikatoren und Wissenschaftsjournalisten beraten.
Die Einrichtung hat dazu beigetragen, das Format des Science Cafes in Deutschland verbreiten zu helfen. Es wäre schön, wenn der BC sich jetzt auch des FameLab annehmen könnte. An dieser Stelle müssen wir uns aber auch mal auf die eigene Brust klopfen und festhalten, dass wir den smarten Briten manchmal auch voraus sind: Die Weltpremiere des Science Slam, einer Mischung aus Poetry Slam und FameLab, fand unlängst in Braunschweig statt.

Den Anfang machte eine Österreicherin. Sie zeigte eine Kette, die riss und alle ihre Perlen über die Bühne verstreute. Das Schmuckstück symbolisierte die menschliche DNA. Irgendwann werden ihre Molekülstränge alt und morsch, sie können sich selber nicht mehr reparieren, der Mensch altert, erkrankt und stirbt. As Kontrast dazu zeigte sie eine andere Kette, die intakt blieb und mit der die junge Wissenschaftlerin ihre Geschichte fortsetzte. Sie leuchtete ihre Doktorarbeit aus, die sich mit Arzneimitteln befasst, die die DNA-Reparatur unterstützen und somit eines Tages vielleicht das Erreichen von 250 Lebensjahren ermöglichen.
Die Botschaft war klar, anschaulich und visionär, leider hatte die charmante Wettkämpferin der Worte und Gesten unterschätzt, wie kurz drei Minuten waren. Noch bevor sie ihre schöne Geschichte abschließen konnte, wurde sie von der Timekeeperin mit einer quietschigen Tröte ausgegongt – dennoch erhielt sie großen Applaus. Ein „Clapometer“ hielt dessen Phonstärke fest.
Es blieb spannend, denn jetzt musste sich die Frau der vierköpfigen Jury stellen, die aus kompetenten Wissenschaftlern und Journalisten bestand, die noch einmal nachhakten, den Stand der Forschung erklärt haben wollten und wann denn mit den ersten lebensverlängernden DNA-Pharmazeutika zu rechnen sei. Schließlich die Bewertung, die sich zwischen den Noten 6 und 8 bewegte, was ein sehr guter Wert war. Die Gesamtnote errechnete sich aus gemessener Phonstärke des Applaus sowie den Zahlenwerten der Juroren.
Es folgten neun weitere Kandidaten aus dem südosteuropäischen Raum, die alle bereits in ihren eigenen Ländern präsentiert hatten, in der Türkei sogar vor 20 Millionen Fernsehzuschauern. Der junge Mann aus Aserbaidschan begann mit den Worten „Life is good, but good life is better“ und entwickelte ein Managementmodell, das sich auf die Naturgesetze berief. Es fehlte die Bildhaftigkeit, einige Passagen waren nicht besonders gut verstehbar, die Tiefstnote fiel auf 3 ab.
Autsch, das tat weh, was wiederum seinen Nachfolger zu Höchstleistungen motivierte, der anhand eines Gehirns aus Plastik die „Chemistry of Love“ erklärte, zum Teil unter Einbeziehungen persönlicher Liebes-Befindlichkeiten sowie peinlichen Fauxpas im verminten Liebesrevier, was ihm die etwa hundert Zuhörer mit tosendem Beifall dankten: In 180 Sekunden war jedem klar geworden – durch Fakten, Witz und Humor –, dass es sich mit Liebe einfach viel netter lebt und liebt.

Der „FameLab Competition“ wurde 2005 auf dem Cheltenham Science Festival in England erfunden, von dort vom British Council (BC) nach Südosteuropa getragen und jetzt in Barcelona auf die internationale Bühne gestellt. Der BC versteht sich als Anwalt eines engagierten Dialogs zwischen Forschern und Bürgern und wird in Deutschland von einem Think Tank aus Wissenschaftlern, Wissenschaftskommunikatoren und Wissenschaftsjournalisten beraten.
Die Einrichtung hat dazu beigetragen, das Format des Science Cafes in Deutschland verbreiten zu helfen. Es wäre schön, wenn der BC sich jetzt auch des FameLab annehmen könnte. An dieser Stelle müssen wir uns aber auch mal auf die eigene Brust klopfen und festhalten, dass wir den smarten Briten manchmal auch voraus sind: Die Weltpremiere des Science Slam, einer Mischung aus Poetry Slam und FameLab, fand unlängst in Braunschweig statt.
open-science - 25. Jul, 15:10


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