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Nachhaltig die Zukunft zünden!

Seit 1929 hat sich unsere Welt technisch und wissenschaftlich völlig verändert, doch die Herausforderungen im Umgang mit Technik und Wissenschaft sind im Jahr 2009 die gleichen geblieben. Diese historische Brücke schlug der Journalist Bernd Schöne anlässlich einer Informationstagung zur Forschungs- und Innovationspolitik der Bundesregierung, mit dem sie den 80. Geburtstag der TELI würdigte, der Journalistenvereinigung für technisch-wissenschaftliche Publizistik.

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Alle Beteiligten, darunter 40 TELI-Journalisten aus ganz Deutschland sowie die Staatssekretäre verschiedener Bundesministerien, waren sich einig: Forschung, Wissenschaft und Technik sind seit dem 19. Jahrhundert die Grundlage für Wohlstand und Fortschritt in Deutschland. Alle Akteure stehen in der Pflicht, die Ergebnisse der Forschung so zu kommunizieren, dass die Bürger sie verstehen.

Hier sind die Forscher und die Journalisten besonders gefordert: Erstere müssen sich der Öffentlichkeit noch weiter öffnen und mehr Einblicke in ihre Forschungslabors gewähren – Letztere müssen daraus noch bessere Geschichten machen; schließlich müssen Regierung und Politiker noch intensiver über die Forschungspolitik berichten. Genau darum ging es am 20. Mai bei der ganztägigen Veranstaltung im Bundespresseamt in Berlin.

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Frieder Meyer-Krahmer, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), stellte die Hightech-Strategie der Bundesregierung vor, die unter dem Motto „Ideen zünden!“ steht. Sie setzt auf die Förderung und den weiteren Ausbau umweltfreundlicher Technik. 60 Prozent des Weltmarktes an Umweltprodukten werden bereits von Deutschland bestritten, erklärte Meyer-Krahmer. In knapp 30 Jahren sei das Land zum Exportweltmeister von Umwelttechnik aufgestiegen – um so bemerkenswerter, als es Anfang der 1980-er Jahre noch keine nennenswerte Umweltindustrie gab.

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Im Vergleich mit anderen großen Ländern geht Deutschland vorbildlich sparsam mit Energie um. Würden die US-Amerikaner und Chinesen ihren Energieverbrauch auf den der Deutschen herunterschrauben, ließen sich 21 Prozent der Weltenergie einsparen. Ein ähnliches Bild bietet sich bei den Emissionen. Reduzierten die USA und China ihren Schadstoffausstoß auf das Niveau Deutschlands, produzierte die Welt ein Viertel weniger Treibhausgase.

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Meyer-Krahmers Fazit: Wachstum und Arbeitsplätze in Deutschland werden in Zukunft durch nachhaltige Technologien gesichert. Dazu bekenne sich die Bundesregierung, wie der Etat zeige: Die Ausgaben des Bundes für Forschung sind seit dem Jahr 2005 um drei Milliarden Euro gestiegen. Dies sei auch die Antwort auf die gegenwärtige Wirtschaftskrise sowie der Ausweg daraus, betonte der BMBF-Staatssekretär: „Forschung und Bildung erhalten ein Upgrading“ – sollen also weiterhin mehr Gelder bekommen.

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Am Rande der Bundespressekonferenz traf die TELI-Delegation auch auf Regierungssprecher Ulrich Wilhelm. Er unterstrich, dass der Forschungsetat der höchste seit der Gründung der Bundesrepublik vor 60 Jahren sei. „Nur wenn wir auf Technik setzen, werden wir unseren Wohlstand halten können“, sagte auch Wilhelm und empfahl: der ausländischen Konkurrenz immer zwei Pferdelängen voraus zu sein!

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Staatssekretär Matthias Machnig vom Umweltministerium (BMU) erläuterte die Klima- und Energiepolitik der Bundesregierung. „Katastrophismus, Technikskeptizismus und einer Zukunft ohne Wachstum“ erteilte er eine Absage. Die Herausforderung sei, eine konsequent ökologische Industriepolitik durchzusetzen, die den Umsatz von Umweltprodukten von derzeit 1000 Milliarden Euro bis zum Jahr 2020 auf 3000 Milliarden Euro steigert. Dazu bedürfe es einer „dritten industriellen Revolution“, die u.a. die Elektromobilität und die Speicherkapazität durch Wasserstoff voranbringen muss.

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Machnig hat hohe Erwartungen an den ökologischen Umbau der Gesellschaft. „Bis 2030 produzieren die Häuser Energie“, hofft er, „und bis 2050 haben wir eine nahezu CO2-freie Wirtschaft“. Gleichzeitig kritisierte er, dass die Energieforschung dramatisch unterfinanziert sei, sich die Gelder dafür von 800 Million Euro in den 1980-er Jahren auf heute 400 Millionen halbiert haben.

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„Wir bauen die effizientesten Dieselmotoren“, lobte er und verlangte, dass Deutschlands Automobilindustrie künftig die Innovationsführungsrolle übernehme. Dass der Russpartikelfilter in Frankreich entwickelt wurde und der Hybridmotor in Japan, das dürfe nicht noch einmal passieren, wenn „wir der Wachstumstreiber bei den Erneuerbaren bleiben wollen“, so der BMU-Staatssekretär. Einer Renaissance der Atomenergie gab er keine Chance: begrenzte Uranvorräte, wenige geeignete Standorte, das ungelöste Problem der Endlagerung.

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Die TELI-Journalisten trafen auch mit Vertretern der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften, acatech, zusammen. Für Präsident Reinhard Hüttl und Vizepräsident Henning Kagermann kann sich Deutschland in der globalen Wirtschaft nur mit hervorragenden Ingenieuren behaupten. Ein wichtiges Element der acatech-Technikoffensive ist deshalb die verbesserte Ausbildung. Deshalb hat die Akademie unlängst einen Nachwuchsgipfel veranstaltet, sucht aber gleichzeitig das Bild der Technik in der Öffentlichkeit zu verbessern und hat dafür den Journalistenpreis “Punkt” ausgeschrieben.

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Der TELI-Vorsitzende Hajo Neubert kündigte bei der Veranstaltung ein neues Projekt der Journalistenvereinigung an, das die von allen Seiten gewünschte Breitenwirkung von Technik und Wissenschaft in der Öffentlichkeit fördern soll. Den Wahlkampf für die Bundestagswahlen am 27. September will die TELI mit einer Science Debate begleiten. Die Erwartungen von Forschern und Forschungsinstituten an die neue Bundesregierung und den neuen Bundestag werden von der TELI abgefragt und den politischen Kandidaten vorgelegt. Daraus soll sich eine öffentliche Debatte entwickeln, die erstmals die Forschung zum Thema eines Wahlkampfes macht. Die Vertreter der Bundesregierung wie auch acatech sagten der TELI Unterstützung für die Science Debate zu.

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Siehe auch den acatech-Bericht "Stimmen der Technik – junge Akademie trifft traditionsreiche Journalistenvereinigung"

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