Einmal im Leben schwerelos
Hier berichtet P.M.-Leser Lars Hönig in Wort, Bild und Film (ganz unten) über sein Erlebnis beim Parabelflug. Er war der Gewinner des von uns ausgeschriebenen Weihnachtspreises. Bei den wellenartigen Flugbewegungen erleben die Passagiere zwei Extreme: Schwerelosigkeit und die Kraft der siebenfachen Erdanziehung. Ganz neu: Dafür braucht man keine größeren Düsen- oder Motorflugzeuge – ein Segelflugzeug reicht.

Ein Horrorszenario für jeden von uns: Man sitzt in einem Flugzeug und schießt mit 160 km/h aus 1300 m Höhe senkrecht auf die Erde zu. Der Atem stockt, der Puls rast, die Baumwipfel stürzen näher … Aber zum Glück zieht mein im Kunstflug erprobter Pilot die Maschine kurzerhand steil Richtung Himmel. Die Sonne blendet mich, 7G (7-fache Erdanziehung) wirken auf meinen Körper und ich spüre, wie das Blut aus meinem Kopf weicht.
Aber nun der Reihe nach: Was treibt einen normalen Menschen dazu, sich in einen kleinen Kunstflugsegelflieger zu setzen und in mehreren Parabeln sich bis zur 7-fachen Erdanziehung auszusetzen – was sonst nur angehende Astronauten in Spezialflugzeugen erleben?
Ganz einfach – ein Bericht im P.M.‐Magazin (12/08; S.34) über das Parabelflug‐Team (www.bierl.at) des Österreichers Paul Bierl und ein Gewinnspiel am Ende des Artikels. Eigentlich steckte ich mitten in den Vorbereitungen für mein Staatsexamen und hätte überhaupt keine Zeit gehabt, nach Österreich zu fahren und an einem Parabelflug teilzunehmen; außerdem gehöre ich bei Gewinnspielen sowieso immer zu den „Nietenziehern“ – trotzdem schreibe ich eine E‐Mail.
Umso mehr ließ mir Ende Dezember eine E‐Mail den Atem stocken – ich hatte tatsächlich gewonnen! Schwerelosigkeit erleben – ich werde es!

Also machte ich mich Ende März auf den Weg von Mainz nach Stockerau zu einem kleinen Flugplatz nördlich von Wien. Die Sonne schien, aber es ging ein stärkerer Wind, der mir einen Strich durch die Rechnung machen wollte. Paul Bierl und sein Team nahmen mich freundlich in Empfang, wir mussten uns jedoch beeilen, da der Wind gegen Vormittag drehen sollte und Seitenwind hätte unser Vorhaben unmöglich gemacht.
Nach einer kurzen Einweisung machten wir uns auf den Weg zu den Segelfliegern, zur Sicherheit bekam ich (für alle Fälle) noch einen Fallschirm auf den Rücken geschnallt, dann ging’s los. Ein Motorflieger schleppte uns auf ca. 1300 m, nach knappen zehn Minuten klinkten wir uns aus; eine kurze Rechtskurve brachte uns auf den Kurs Richtung Flugplatz und Jochen, mein Pilot, begann mit unserem Programm.

Zum Eingewöhnen flog er eine kleinere Parabel mit „leichten“ 4G. Er drückte den Steuerknüppel Richtung Erdboden; unser Flieger neigte sich mit der Leichtigkeit eines Adlers, der sich auf seine Beute stürzt, und raste Richtung Erde. Der kleine Bär, welcher an meinem Anschnallgurt hing, hob sich langsam und schwebte schwerelos in der Höhe meines Kopfes.
Ich merkte, wie ich mich trotz des Gurts langsam anhob und mich auf eine wundervolle Weise unheimlich leicht fühlte.

Leider beendete Jochen meine Euphorie recht schnell; er hatte inzwischen die Maschine abgefangen und hochgezogen – wir flogen wieder der Sonne entgegen. Nun wirkte auf einmal die vierfache Erdanziehung auf meinen Körper, ich wog für wenige Sekunden fast 300 kg. Nachdem sich mein Pilot vergewissert hatte, dass es mir soweit gut ging, ich weder von meiner Boardingcard (einer Luftkrankheitstüte) noch vor lauter Panik von meinem Fallschirm Gebrauch gemacht hatte, steigerten wir uns auf zunächst 6 und dann 7G.
Das ist eine Kraft, die Astronauten bei einem Shuttle‐Start aushalten müssen; in diesem Moment wog ich knapp eine halbe Tonne.
Auch wenn wir diesen Kräften nur wenige Momente ausgesetzt waren, musste man mit aller Kraft gegen die auf einen wirkenden Kräfte kämpfen. Ich merkte förmlich, wie mir das Blut aus dem Kopf schoss und ich nur dank der Lippenbremse (hierbei presst man die Luft durch die geschlossenen Lippen) nicht die Kontrolle über meinen Körper verlor. Aber all die Anstrengung nahm ich gerne in Kauf, um die wundervollen Momente der Schwerelosigkeit zu erleben: Alles fühlte sich so leicht an, mein kleiner bäriger Begleiter schwebte im Cockpit, und ich konnte die Euphorie der Astronauten voll und ganz nachempfinden.

Nach 13 Parabeln war das ganze Erlebnis Schwerelosigkeit leider schon vorbei. Ich hätte den ganzen Tag weiter fliegen und schweben können, obwohl der leichte Druck, den ich später in meinem Kopf verspürte, mir etwas anderes sagte.
Das Team um Paul Bierl hat ein hervorragendes Projekt auf die Beine gestellt. Es ermöglicht jedem, für ein verhältnismäßig geringes Budget (etwa 400 €) die Faszination der Schwerelosigkeit zu erleben. Und das Beste an der Sache ist, dass dieses Unternehmen umweltfreundlich ist, da man die Parabeln nicht mit einem Kerosin fressenden Großraumflugzeug fliegt, sondern in einem Segelflieger. Dass man während der ganzen Aktion fest angeschnallt ist und nicht frei schweben kann, ist zweitrangig, da man dennoch das überwältigende Gefühl der Schwerelosigkeit erlebt.

Das Action-Video vom Parabelflug

Ein Horrorszenario für jeden von uns: Man sitzt in einem Flugzeug und schießt mit 160 km/h aus 1300 m Höhe senkrecht auf die Erde zu. Der Atem stockt, der Puls rast, die Baumwipfel stürzen näher … Aber zum Glück zieht mein im Kunstflug erprobter Pilot die Maschine kurzerhand steil Richtung Himmel. Die Sonne blendet mich, 7G (7-fache Erdanziehung) wirken auf meinen Körper und ich spüre, wie das Blut aus meinem Kopf weicht.
Aber nun der Reihe nach: Was treibt einen normalen Menschen dazu, sich in einen kleinen Kunstflugsegelflieger zu setzen und in mehreren Parabeln sich bis zur 7-fachen Erdanziehung auszusetzen – was sonst nur angehende Astronauten in Spezialflugzeugen erleben?
Ganz einfach – ein Bericht im P.M.‐Magazin (12/08; S.34) über das Parabelflug‐Team (www.bierl.at) des Österreichers Paul Bierl und ein Gewinnspiel am Ende des Artikels. Eigentlich steckte ich mitten in den Vorbereitungen für mein Staatsexamen und hätte überhaupt keine Zeit gehabt, nach Österreich zu fahren und an einem Parabelflug teilzunehmen; außerdem gehöre ich bei Gewinnspielen sowieso immer zu den „Nietenziehern“ – trotzdem schreibe ich eine E‐Mail.
Umso mehr ließ mir Ende Dezember eine E‐Mail den Atem stocken – ich hatte tatsächlich gewonnen! Schwerelosigkeit erleben – ich werde es!

Also machte ich mich Ende März auf den Weg von Mainz nach Stockerau zu einem kleinen Flugplatz nördlich von Wien. Die Sonne schien, aber es ging ein stärkerer Wind, der mir einen Strich durch die Rechnung machen wollte. Paul Bierl und sein Team nahmen mich freundlich in Empfang, wir mussten uns jedoch beeilen, da der Wind gegen Vormittag drehen sollte und Seitenwind hätte unser Vorhaben unmöglich gemacht.
Nach einer kurzen Einweisung machten wir uns auf den Weg zu den Segelfliegern, zur Sicherheit bekam ich (für alle Fälle) noch einen Fallschirm auf den Rücken geschnallt, dann ging’s los. Ein Motorflieger schleppte uns auf ca. 1300 m, nach knappen zehn Minuten klinkten wir uns aus; eine kurze Rechtskurve brachte uns auf den Kurs Richtung Flugplatz und Jochen, mein Pilot, begann mit unserem Programm.

Zum Eingewöhnen flog er eine kleinere Parabel mit „leichten“ 4G. Er drückte den Steuerknüppel Richtung Erdboden; unser Flieger neigte sich mit der Leichtigkeit eines Adlers, der sich auf seine Beute stürzt, und raste Richtung Erde. Der kleine Bär, welcher an meinem Anschnallgurt hing, hob sich langsam und schwebte schwerelos in der Höhe meines Kopfes.
Ich merkte, wie ich mich trotz des Gurts langsam anhob und mich auf eine wundervolle Weise unheimlich leicht fühlte.

Leider beendete Jochen meine Euphorie recht schnell; er hatte inzwischen die Maschine abgefangen und hochgezogen – wir flogen wieder der Sonne entgegen. Nun wirkte auf einmal die vierfache Erdanziehung auf meinen Körper, ich wog für wenige Sekunden fast 300 kg. Nachdem sich mein Pilot vergewissert hatte, dass es mir soweit gut ging, ich weder von meiner Boardingcard (einer Luftkrankheitstüte) noch vor lauter Panik von meinem Fallschirm Gebrauch gemacht hatte, steigerten wir uns auf zunächst 6 und dann 7G.
Das ist eine Kraft, die Astronauten bei einem Shuttle‐Start aushalten müssen; in diesem Moment wog ich knapp eine halbe Tonne.
Auch wenn wir diesen Kräften nur wenige Momente ausgesetzt waren, musste man mit aller Kraft gegen die auf einen wirkenden Kräfte kämpfen. Ich merkte förmlich, wie mir das Blut aus dem Kopf schoss und ich nur dank der Lippenbremse (hierbei presst man die Luft durch die geschlossenen Lippen) nicht die Kontrolle über meinen Körper verlor. Aber all die Anstrengung nahm ich gerne in Kauf, um die wundervollen Momente der Schwerelosigkeit zu erleben: Alles fühlte sich so leicht an, mein kleiner bäriger Begleiter schwebte im Cockpit, und ich konnte die Euphorie der Astronauten voll und ganz nachempfinden.

Nach 13 Parabeln war das ganze Erlebnis Schwerelosigkeit leider schon vorbei. Ich hätte den ganzen Tag weiter fliegen und schweben können, obwohl der leichte Druck, den ich später in meinem Kopf verspürte, mir etwas anderes sagte.
Das Team um Paul Bierl hat ein hervorragendes Projekt auf die Beine gestellt. Es ermöglicht jedem, für ein verhältnismäßig geringes Budget (etwa 400 €) die Faszination der Schwerelosigkeit zu erleben. Und das Beste an der Sache ist, dass dieses Unternehmen umweltfreundlich ist, da man die Parabeln nicht mit einem Kerosin fressenden Großraumflugzeug fliegt, sondern in einem Segelflieger. Dass man während der ganzen Aktion fest angeschnallt ist und nicht frei schweben kann, ist zweitrangig, da man dennoch das überwältigende Gefühl der Schwerelosigkeit erlebt.

Das Action-Video vom Parabelflug
open-science - 28. Mai, 15:48


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