Seifenopern fuer mehr Reis
NO SOAPS – dieses Tabu in der Wissenschaft wankt, jedenfalls in Asien. Dort ist Reis das wichtigste Grundnahrungsmittel, das allerdings in grosser Gefahr schwebt. Die Ernteertraege gehen zurueck, weshalb die Wissenschaftler zu unorthodoxen Massnahmen greifen, um die Anbaubedingungen zu verbessern. Mit Seifenopern im Fernsehen und im Radio erklaeren sie den Reisbauern, was sie gegen die Ausfaelle unternehmen koennen.

Darueber berichtete unlaengst der Biologe K. L. Heong vom “International Rice Research Institute” (IRRI) auf einer Konferenz in Singapur. Die Seifenopern basieren auf Geschichten, die anschaulich und unterhaltsam sowie mit einem wirkungsvollen Spannungsbogen den Bauern vor Augen fuehren, was sie beim Reisanbau falsch machen.
Ein Grundproblem ist der Einsatz von Pestiziden, um gegen tierische Schaedlinge vorzugehen. Diese machen allerdings auch die Reispflanzen kaputt, besonders wenn die Dosen zu hoch sind. Das hat dazu gefuehrt, dass in Thailand dreiviertel des Anbaus nur noch mit zwei oder drei Sorten bestritten wird. Das Jahr 2010 ist dem Erhalt der Artenvielfalt gewidmet. Das grosse Reissterben macht deutlich, dass nicht nur seltene Pflanzen bedroht sind, sondern die Grundlage der Welternaehrung.
Diesem Trend wollen die IRRI-Soaps entgegenwirken. Die Loesingen sind einfach. Wenn die Reisbauern verschiedene Blumensorten in ihren Feldern wachsen lassen, ziehen diese Insekten an, die gegen die Reisschaedlinge vorgehen. Die chemische Keule wird entbehrlich. In wichtigen Reiserzeugerlaendern wie China und Vietnam fruchten die Seifenopern bereits. Sie haben der laendlichen Bevoelkerung gezeigt, wie sie mit natuerlichen Mitteln ihre Ernteertraege wieder erhoehen.

Die Dramaturgie dieser medialen Agrarpaedagogik koennen wir uns mit ein wenig Fantasie lebhaft vorstellen: Im ersten Akt tauchen aggressive Bauern auf, die wie vom Teufel besessen mit Baseballschlaegern ihre zarten Reispflaenzchen "keulen"; sodann der Einmarsch der Insekten, die rund um wunderschoene Blumenrabatten im Reis kunstvolle Liebestaenze veranstalten. Mit der Musik dazu liesse sich vielleicht sogar ein Musical oder ein Schlager gestalten. Als Hochzeitsgeschenk fuer ihre Angebeteten schwirren sie immer wieder in die Reisfelder, schnappen sich dort einen der Schaedlinge und legen ihn ihren Herzdamen zu Fuessen. Ende gut, alles gut: Die gebeutelten Reisbauern haben eine Rekordernte eingefahren und feiern sie mit einem grossen Dorffest.
Fotos: Wikimedia Commons

Darueber berichtete unlaengst der Biologe K. L. Heong vom “International Rice Research Institute” (IRRI) auf einer Konferenz in Singapur. Die Seifenopern basieren auf Geschichten, die anschaulich und unterhaltsam sowie mit einem wirkungsvollen Spannungsbogen den Bauern vor Augen fuehren, was sie beim Reisanbau falsch machen.
Ein Grundproblem ist der Einsatz von Pestiziden, um gegen tierische Schaedlinge vorzugehen. Diese machen allerdings auch die Reispflanzen kaputt, besonders wenn die Dosen zu hoch sind. Das hat dazu gefuehrt, dass in Thailand dreiviertel des Anbaus nur noch mit zwei oder drei Sorten bestritten wird. Das Jahr 2010 ist dem Erhalt der Artenvielfalt gewidmet. Das grosse Reissterben macht deutlich, dass nicht nur seltene Pflanzen bedroht sind, sondern die Grundlage der Welternaehrung.
Diesem Trend wollen die IRRI-Soaps entgegenwirken. Die Loesingen sind einfach. Wenn die Reisbauern verschiedene Blumensorten in ihren Feldern wachsen lassen, ziehen diese Insekten an, die gegen die Reisschaedlinge vorgehen. Die chemische Keule wird entbehrlich. In wichtigen Reiserzeugerlaendern wie China und Vietnam fruchten die Seifenopern bereits. Sie haben der laendlichen Bevoelkerung gezeigt, wie sie mit natuerlichen Mitteln ihre Ernteertraege wieder erhoehen.
Die Dramaturgie dieser medialen Agrarpaedagogik koennen wir uns mit ein wenig Fantasie lebhaft vorstellen: Im ersten Akt tauchen aggressive Bauern auf, die wie vom Teufel besessen mit Baseballschlaegern ihre zarten Reispflaenzchen "keulen"; sodann der Einmarsch der Insekten, die rund um wunderschoene Blumenrabatten im Reis kunstvolle Liebestaenze veranstalten. Mit der Musik dazu liesse sich vielleicht sogar ein Musical oder ein Schlager gestalten. Als Hochzeitsgeschenk fuer ihre Angebeteten schwirren sie immer wieder in die Reisfelder, schnappen sich dort einen der Schaedlinge und legen ihn ihren Herzdamen zu Fuessen. Ende gut, alles gut: Die gebeutelten Reisbauern haben eine Rekordernte eingefahren und feiern sie mit einem grossen Dorffest.
Fotos: Wikimedia Commons
open-science - 1. Jul, 14:04


Trackback URL:
http://blogs.pm-magazin.de/openscience/stories/50630/modTrackback