Urlaubsinseln für Verrückte
Jetzt erst recht nicht! Wenn Nachbarn und Freunde in die Sommerferien abrauschen, bleiben viele demonstrativ zu Hause. Basta! Dieser Hektik verweigern sie sich, obwohl das Fernweh an ihnen nagt.

Das Autorenpaar Gabi und Rolf Froböse lässt diese Verweigerer dennoch auf ihre Kosten kommen. Sie halten für sie ein Büchlein mit einer Weltreise um den Globus parat, in der Leser von einer exotischen Insel zur anderen springen. Der Titel: Die 40 kuriosesten Inseln. Der erste Crazy Travellers' Tourist Guide. Mit Google Earth kann der Leser virtuell alle Eilande auch aufsuchen, darunter:
Bishop Rock, die kleinste Insel der Welt, 46 Meter lang und 16 Meter breit, westlichster Punkt Europas im Atlantik: Keine Palme ziert sie, sondern ein Leuchtturm mit einer abenteuerlichen Baugeschichte
Inaccessible, die „Unberührbare“, die sich hinter Steilküsten und unter dichtestem Buschwerk versteckt. Vor knapp 30 Jahren versuchten Ornithologen zum letzten Mal, die Insel zu durchqueren -- vergeblich
Die Wrangelinsel in der russischen Arktis, auf der bis 1700 v. Christus die letzten Mammuts zu Hause gewesen sein sollen
Die Kerguelen im Indischen Ozean, die den gleichnamigen Kohl hervorbringen, der sehr dankbar von Schiffsbesatzungen geernet wurde. Generationen von Seefahrern machten dort Halt, um Vitamin C zu tanken und dem drohenden Skorbut Paroli zu bieten
Die Diomedes-Inseln im Bering-Meer, wo „Amerika und Russland sich küssen“, wie die Autoren schreiben: Die eine gehört der ehemaligen Sowjetmacht, die andere zum US-Staat Alaska, nur von einem vier Kilometer breiten Wasserstreifen getrennt. Dennoch beträgt der Zeitunterschied zwischen beiden 24 Stunden, weil hier die Datumsgrenze verläuft.

Es folgen 35 weitere Inseln, die viel unberührte Natur und Biodiversität, Historie und Seefahrerromantik umweht. Bei einigen vermisst der Leser das genuin Kuriose. St. Helena im Südatlantik war wohl nur eine Pflicht, weil dorthin Napoleon verbannt wurde – sonst ist das meiste bekannt darüber.
Das mit viel Wissenswertem garnierte Buch ist ein Kompromiss zwischen Papier und Bildschirm. Die Satellitenaufnahmen erscheinen ein wenig gleichförmig und auswechselbar. Man wünschte sich Fotos von den Inseln selber. Nachdem der Leser die Standorte bei Google Earth ermittelt hat, wird er sich vermutlich im Internet gleich weitere Bilder dazu suchen. Insofern vermählt der “Verrückten-Führer” Buchdruck-Vater Gutenberg mit Internet-Erfinder Tim Berners-Lee.
Foto: Wikimedia Commons

Das Autorenpaar Gabi und Rolf Froböse lässt diese Verweigerer dennoch auf ihre Kosten kommen. Sie halten für sie ein Büchlein mit einer Weltreise um den Globus parat, in der Leser von einer exotischen Insel zur anderen springen. Der Titel: Die 40 kuriosesten Inseln. Der erste Crazy Travellers' Tourist Guide. Mit Google Earth kann der Leser virtuell alle Eilande auch aufsuchen, darunter:
Bishop Rock, die kleinste Insel der Welt, 46 Meter lang und 16 Meter breit, westlichster Punkt Europas im Atlantik: Keine Palme ziert sie, sondern ein Leuchtturm mit einer abenteuerlichen Baugeschichte
Inaccessible, die „Unberührbare“, die sich hinter Steilküsten und unter dichtestem Buschwerk versteckt. Vor knapp 30 Jahren versuchten Ornithologen zum letzten Mal, die Insel zu durchqueren -- vergeblich
Die Wrangelinsel in der russischen Arktis, auf der bis 1700 v. Christus die letzten Mammuts zu Hause gewesen sein sollen
Die Kerguelen im Indischen Ozean, die den gleichnamigen Kohl hervorbringen, der sehr dankbar von Schiffsbesatzungen geernet wurde. Generationen von Seefahrern machten dort Halt, um Vitamin C zu tanken und dem drohenden Skorbut Paroli zu bieten
Die Diomedes-Inseln im Bering-Meer, wo „Amerika und Russland sich küssen“, wie die Autoren schreiben: Die eine gehört der ehemaligen Sowjetmacht, die andere zum US-Staat Alaska, nur von einem vier Kilometer breiten Wasserstreifen getrennt. Dennoch beträgt der Zeitunterschied zwischen beiden 24 Stunden, weil hier die Datumsgrenze verläuft.

Es folgen 35 weitere Inseln, die viel unberührte Natur und Biodiversität, Historie und Seefahrerromantik umweht. Bei einigen vermisst der Leser das genuin Kuriose. St. Helena im Südatlantik war wohl nur eine Pflicht, weil dorthin Napoleon verbannt wurde – sonst ist das meiste bekannt darüber.
Das mit viel Wissenswertem garnierte Buch ist ein Kompromiss zwischen Papier und Bildschirm. Die Satellitenaufnahmen erscheinen ein wenig gleichförmig und auswechselbar. Man wünschte sich Fotos von den Inseln selber. Nachdem der Leser die Standorte bei Google Earth ermittelt hat, wird er sich vermutlich im Internet gleich weitere Bilder dazu suchen. Insofern vermählt der “Verrückten-Führer” Buchdruck-Vater Gutenberg mit Internet-Erfinder Tim Berners-Lee.
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open-science - 9. Jul, 16:25


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