Dichten durch Schwärzen
Kennen Sie auch Schreibblockaden? Fixiert Sie die weiße Textvorlage im Rechner oder das Blatt Papier so wie das eckig erstarrte Auge des Teufels? Dann kann Ihnen jetzt geholfen werden. Versuchen Sie es doch mal mit „Blackout-Poetry“. Reißen Sie sich eine beliebige Seite aus einer Tageszeitung oder einem Werbeblatt heraus, nehmen Sie einen dicken schwarzen Stift und beginnen Sie zu schwärzen. Richtig, einfach Textpassagen abdecken und die Sätze übriglassen, die für Sie Sinn ergeben. Mit dieser Technik werden Sie zum Gestalter einer höchst originellen Geschichte, die zwar auf zuvor Erdachtes zurückgreift, im Wesen aber ein Unikat ist.

Der Erfinder ist der heute 27-jährige Austin Kleon. Der US-Amerikaner wollte Schriftsteller werden und hatte an Schreibseminaren teilgenommen. Am Ende scheiterte er allerdings an seiner Blockade. Doch der Kreativling, eher ein Zeichner als Texter, verfiel auf den umgekehrten Weg: Schreiben durch Auslöschen. Unlängst erschien seine Zeitungslyrik in einem Druckwerk im Harper Perennial Verlag, ein Durchbruch für ihn und seine neue Schreib- oder besser: Schwärzkunst.
„Austin ist der erste Schriftsteller mit eigenem Gedichtband, ohne dass auch nur ein einziges Wort davon aus seiner eigenen Feder stammt“, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“. Als Grundlage benutzt er meistens die New York Times, entweder die Printausgabe oder sogar deren elektronische Ausgabe, die er auf dem iPad grafisch bearbeitet. Was nach seinen Schwärzungen davon übrig bleibt, reicht von Alltagsdrama, über gehässige gesellschaftliche Einlassungen bis zu flotten Sprüchen für Werbung und NGOs.
„Kreativität ist Collage“, verkündet der Erfinder der Backout-Poetry. Dazu bedarf es zwei oder drei bestehender Ideen, die zu einer neuen verschmolzen werden. Mit dieser schlichten Beschreibung trifft Kleon ins Schwarze. Ähnlich haben sich Kunst und Technik evoluzioniert. In einigen sehr strengen Augen ist ein solches Ideen-Gemenge anrüchig. Plagiat!, schallt es aus dieser Ecke. Frage: Wo verläuft die Grenze zwischen Erfindung und Nachahmung – was ist wirklich neu und originell?

Der Erfinder ist der heute 27-jährige Austin Kleon. Der US-Amerikaner wollte Schriftsteller werden und hatte an Schreibseminaren teilgenommen. Am Ende scheiterte er allerdings an seiner Blockade. Doch der Kreativling, eher ein Zeichner als Texter, verfiel auf den umgekehrten Weg: Schreiben durch Auslöschen. Unlängst erschien seine Zeitungslyrik in einem Druckwerk im Harper Perennial Verlag, ein Durchbruch für ihn und seine neue Schreib- oder besser: Schwärzkunst.
„Austin ist der erste Schriftsteller mit eigenem Gedichtband, ohne dass auch nur ein einziges Wort davon aus seiner eigenen Feder stammt“, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“. Als Grundlage benutzt er meistens die New York Times, entweder die Printausgabe oder sogar deren elektronische Ausgabe, die er auf dem iPad grafisch bearbeitet. Was nach seinen Schwärzungen davon übrig bleibt, reicht von Alltagsdrama, über gehässige gesellschaftliche Einlassungen bis zu flotten Sprüchen für Werbung und NGOs.
„Kreativität ist Collage“, verkündet der Erfinder der Backout-Poetry. Dazu bedarf es zwei oder drei bestehender Ideen, die zu einer neuen verschmolzen werden. Mit dieser schlichten Beschreibung trifft Kleon ins Schwarze. Ähnlich haben sich Kunst und Technik evoluzioniert. In einigen sehr strengen Augen ist ein solches Ideen-Gemenge anrüchig. Plagiat!, schallt es aus dieser Ecke. Frage: Wo verläuft die Grenze zwischen Erfindung und Nachahmung – was ist wirklich neu und originell?
open-science - 23. Jul, 13:10


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