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Und wie frei ist Ihr Wille?

Sind Sie ganz sicher, diesen Beitrag mit voller Absicht zu lesen? Die neueste Gehirnforschung legt etwas ganz Anderes nahe: »Wir alle glauben, am Steuer unseres Lebensschiffes zu stehen, aber steuert dieses in Wirklichkeit seinen eigenen Kurs?«, diese Frage stellt der Kognitionsforscher Michael Zehetleitner von der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität LMU (Foto unten in der Mitte neben Moderator Weitze re. und Co-Präsentator Buchheim li.).

-100_1879

In der neuen Veranstaltungsreihe der Münchener Volkshochschule (MVHS) „Naturwissenschaften kontrovers“ präsentierte Zehetleitner Experimente, bei denen dem menschlichen Gehirn bei der Arbeit zugeschaut wird und die dem vermeintlich »aufgeklärten« Verstand spukhaft vorkommen: Noch bevor wir willentlich einen Entschluss gefasst haben, zum Beispiel den Arm zu heben, lässt unser Bio-Computer bereits ein entsprechendes Bereitschaftspotenzial erkennen: Die Erregungskurve entsteht bereits eine halbe Sekunde vorher!

Woher kommt dieser Impuls, wollte der Moderator und Wissenschafts-Kommunikator Marc-Denis Weitze wissen? Aus dem Unterbewusstsein? „Ist die Wirklichkeit eine Art Kino, in dem wir uns selber beobachten?“, fragte Hermann Schlüter (Foto u.), Veranstalter und MVHS-Leiter für das Fachgebiet Philosophie und Naturwissenschaften – was im Publikum prompt die Gegenfrage provozierte, warum es denn überhaupt ein Ich-Bewusstsein gebe und welcher evolutionärer Vorteil sich daraus ergebe?

-100_1866

Ist der Mensch am Ende nur eine Marionette, die von einer nicht dem Willen unterliegenden Instanz ferngesteuert wird? Die Antworten darauf dürften vorerst philosophischer Natur bleiben, weil die Neurowissenschaften über diese Zusammenhänge immer noch zu wenig wissen – dennoch muss sich bereits jetzt das Strafrecht damit auseinandersetzen.

So haben nach Erkenntnissen des Neurobiologen Gerhard Roth Schwerstverbrecher ein krankhaft verändertes Gehirn und seien deshalb nicht verantwortlich für Ihre Taten. US-Strafverteidiger versuchen deshalb schon mit Bildern von erkrankten Gehirnen ihre Mandanten vor dem elektrischen Stuhl zu retten.

Der spannende juristische Aspekt wurde bei der Münchner Veranstaltung nur gestreift, aber immerhin sagte der als Gast eingeladene Philosoph Thomas Buchheim von der LMU: Wenn weitere neurologische Versuche erhärten könnten, dass der Mensch unfreier sei als wir derzeit noch glaubten, dann „wäre eine andere Rechtsauffassung nötig.“ Das konterte jemand im Publikum mit einem harten „Nein“. Das bestehende Rechtssystem sorge dafür, dass ethische Belange hochgehalten werden würden – mit anderen Worten: Ein Verwässern des Schuldprinzips senkt die ethischen Normen und öffnet der Kriminalität Tür und Tor.

-100_1882

Wir wollen an dieser Stelle die außerordentlich lebhafte und kontroverse Diskussion im Münchner Gasteig mit Ihnen fortsetzen, Ihr Wissen und Ihre ethisch-religiöse Grundhaltung sowie auch Ihre Betroffenheit einbinden und das Thema weiter verfestigen.

Was meinen Sie: Wie frei sind Sie und Ihre Mitmenschen, und was sind die Folgerungen aus den vorgelegten Forschungsergebnissen: Müssten Täter etwa therapiert statt eingesperrt werden?
herbert - 16. Mai, 22:31

Und was ist der Sinn des Lebens:

Du wirst erstmal Alles, dass du Nichts erkennst,

musst erst das Schlechte kosten, dass du Gutes schätzen lernst.

Dann ist also der Urgeist kaputt?
Der Urgeist ist nicht kaputt, sondern nur ein bisschen unbewusst, aber dazu sind wir ja da, dieser Unkenntnis Abhilfe zu schaffen.

Unsere Tränen, unser Mitleid, es sind Tränen des Nichtverstehens, es ist Selbstmitleid, wenn wir nicht um die wahre Bedeutung des Lebens wissen.
Wir sind der Virus, dass der Geist gesunden wird, wenn er diese Vireninfektion überstanden hat.
In uns hat er sich die endliche Existenz geschaffen, da er seiner unendlichen näher kommen will. Die Grundursache ist sein Nichtverstehen.

Udo - 17. Mai, 16:07

Eine neue Entdeckung der Neurobiologen und Gehirnforscher. Von ihnen selbst interpretiert. Ein Sandkorn im Wissen um das menschliche Gehirn und seiner Funktion. Aber jetzt sind wir alle nicht mehr Schuld an unseren Handlungen, wir sind ja ferngesteuert, von wem auch immer. Die logische Konsequenz aus diesen Überlegegungen und Hypothesen, denn mehr sind sie nicht: Wir brauchen kein Rechtssystem mehr, keiner ist Schuld und muß also für nichts verurteilt werden. eine Therapie ist logischer Weise auch nicht sinnvoll weil es ja sowie so nicht geändert werden kann. Es ist ja genetisch angelegt
Wie sie sehen zweifle ich diese Ergebnisse in dieser weitreichenden Konsequenz an.
Denn Forscher finden meist nur das heraus was sie auch finden wollen.

Rebecca - 17. Mai, 18:38

Täter therapieren

Schon aus dem Grundsatz heraus, dass "ein gesunder Mensch nicht tötet, also ein Mörder nicht gesund sein kann", ergibt sich die Forderung Straftäter zu therapieren.

Selbst die Gewaltverbrecher in den "Ehrenmorden" sind erkennbar gestörte Menschen, deren Weltbild in uralten Strukturen wohnt, die eben nicht gesund sind.

Rebecca

Stephan - 18. Mai, 18:17

Was ist dann die Wirklichkeit?

Wen wir alle irgendwie fremdgesteuert sind, dann ist unsere Gesellschaft eigentlich schon im Eimer!
Wozu gibt es Gesetze, wenn keiner mehr Schuld ist?
Was sollen Therapien nutzen, wenn der Therapeut schon fremdgesteuert ist?
Wieso sollen die Messungen und wissenschaftlichen Ergebnisse richtig sein, wenn doch alles irgendwie vorherbestimmt ist?
Sind die Ergebnisse und Erkenntnisse nicht den Wissenschaftlern in den Mund gelegt worden?
Wieso sollte man ihnen dann glauben?
Was soll ich überhaupt auf der Welt, wenn doch alles nur eine Art Computerspiel zu sein scheint, in dem ich eine Figur bin, die von einem Spieler gesteuert wird?

Wir sollten nicht darüber nachdenken, ob wir fremdgeteuert sind, sondern, wo unserre Wirklichkeit anfängt! Vielleicht ist die gemessene Verzögerung zwischen Impuls und Aktion ja genau die Zeit, die die Signale brauchen, um den Punkt (Muskel) des Körpers zu erreichen, der die Aktion ausführen soll.
Unser Bewußtsein registriert nur eine Realität/Gegenwart von ca. 3 Sekunden, alles davor ist Vergangenheit und danach ist Zukunft. Wenn ich mir also nun überlege, ob ich den Zeigefinger auf den Buschstagen "G" setzte, dann braucht doch dieser Entschluß meines Gehirns eine gewisse Zeit, um die Muskeln, die eben diesen Zeigefinger bewegen setzten sollen, als Nervensignal zu erreichen. Wenn dies alles innerhalb dieser 3 Sekunden liegt, ist es doch durchaus Realität für mich und ebenso die gültige Gegenwart.
Übrigens: Wo kommt denn dann der Impuls her? Wo war er vorher? Was ist vor der halben Sekunde mit dem Impuls geschehen?

P.S.: Dieser Text ist mir von meinem "Computerspieler" ca. eine halbe Sekunde vor dem Setzen eines jeden Buchstabens eingeflüstert worden. ;-)))

Frank - 19. Mai, 17:11

man kann die frage die hier diskutiert wird auch anders stellen ??? gibt es ein RICHTIG oder FALSCH ???
meine meinung dazu :
das ich in diesen text nicht auf großschreibung von wörtern achte ist einfach nur faulheit und angewonheit durch jahrelanges chaten. es ist für mich bequem und ok (RICHTIG).
ihr, die ihr diesen text lesen werdet, werdet euch evtl. daran stören und sagen : so kann man doch nciht schreiben. da habt ihr recht ..... aus eurer sichtweise.
für andere ist nicht okay. aber warum ist es das?
- es wurde uns allen so beigebracht (in der schulen von lehrern = anderen menschen)
- wir lesen es täglich so in büchern (von anderen menschen geschrieben)
es ist also eine erlernte sichtweise die man uns täglich 'eintrichtert' (bitte nciht gnaz so wörtlich nehmen, mir fiel eben kein anderes wort ein)

frage : wessen ansicht (bezüglich des textes) ist richtiger -----> keine, da jeder für sich entscheidet was richtig ist und was nicht.

etwas zu bewerten, bedarf immer eines bezugsystems. also gibt es das bezugssystem das sich gesetzt nennt. dieses ist von menschen für ANDERE menschen gemacht worden.

!!!! ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen das ich die tat eines mörders niemals billigen werde !!! (für mich)
wenn ein menschen einen anderen tötet meint er in dem moment das richitg zu tun (für ihn)
wenn menschen diesen menschen dann verurteilen und selbst töten (todesstraft) ist das richitger????

es gibt nix absolutes. nicht in der natur. nicht in den gedanken. nicht im universum.

wie kommen die menschen also darauf zu sagen SO muss etwas sein und NUR DAS IST RICHITG ???

komischer weise gibt es so ein system nur bei den menschen. tiere die anders sind werden :
- von der gruppe ausgestoßen
- finden nicht genügend nahrung und sterben

es ist nun aber für unsere geistigen verstand nicht vorstellbar auf gewalt zu verzichten (nicht für alle menschen sondern nur für die angesprochene gruppe). aber haben sich all die hellen köpfe mal überlegt WARUM das so ist?
meine meninung :
<<<< der von uns erfundenen macht des geldes ordnet sich alles unter >>>>
und ironischer weise ist in dem land in dem am meisten nach geld gegiert wird die wohl beste geschichte entstanden die zeigen soll das es auch anders geht : star trek aus der USA.
wenn wir menschen es schaffen unser streben nach kurzzeitigen reichtümern abzustellen werden wir auch aufhören auf unseren nachbarn neidisch zu sein und damit werden sich die meisten unserer probleme von allein lösen.
richtig und falsch werden nciht mehr wichtig sein.

alle menschen SIND eigentlich glücklich -------->>>>> wenn sie geboren werden. ein säugling ist happy und zufrieden. und wenn im richtig und falsch beigebracht wird beginnen konflikte.

anmerkung : diesen text habe ich mehrmal durchgelesen. sollten sich trotzdem schreibfehler darin befinden bitte ich um entschuldigung

über bemerkungen und anregungen zu diesem sehr komplexen thema würde ich mich freuen da auch ich mit meinen gedanken hierbei noch lange nicht zu ende bin:
frank_daske@linuxmail.org

Sebastian Abeler - 7. Jan, 23:04

dein Text

Sören - 19. Mai, 19:48

Freier Wille - Sinn des Lebens

Alle wirklich Interessierten finden die Antwort im Verweis.

Iseiba - 20. Mai, 18:10

wer will der kann

Natürlich ist es so, das der Mensch sich im Laufe der Evolution viele "Entscheidungshilfen" erworben hat. Kurzfristige Spontanentscheidungen werden von Programmen gesteuert die vererbt, an-erzogen, oder durch Erfahrung selbst programmiert sind.
Dadurch sind wir in der Lage schnelle Entschlüsse zu fassen ohne durch ein langes Abwägen der Vor- und Nachteile Zeit zu verlieren.
Trotzdem sind wir nicht wie Blätter die im Wind der Fremd-entscheidungen umher-geblasen werden. Wir sind durchaus in der Lage immer wieder auf unserem weg zu verweilen und die Richtung zu wählen. Wir sind in der Lage unsere Eigenprogrammierung willentlich zu beeinflussen. Wenn es mich juckt ist sicher ein "programmierter" Bereitschaftsimpuls vorhanden mich zu kratzen, aber ich kann ihn unterdrücken und sogar dauerhaft umwandeln in einen Waschimpuls, wenn ich das WILL.
Sicher gibt es genetische Vorbedingungen für Straftäter, die Ihre Tat-entscheidung begünstigten. Aber solche genetische Vorbedingungen haben wir alle in irgendeiner Weise und wenn es nur eine kräftige Statur ist, die einem 100Kg Hühnen Gewalttätigkeit leichter ermöglicht
als einer 50 Kilo Frau.
Der Mensch entscheidet nicht alles bewusst, aber er *kann* fast immer bewusst entscheiden, wenn er es will und wenn er die Tragweite seiner Entscheidung vorher erkennen kann.
Unser Strafrecht berücksichtigt die Fälle von eingeschränkter Entscheidungsfähigkeit sehr gut. Affekt, Psyche und Geisteszustand sind zu bewerten. Die Diskussion über die Entscheidungsfreiheit der Täter gibt es seit Beginn der ersten Gerichtsbarkeiten.
Die "neuesten" Ergebnisse der Kognitionsforschung sind für mich nicht im Ansatz Grund genug das Schuldprinzip neu zu überdenken.
Der Einzelfall ist es jedoch sehr wohl.

Martin - 20. Mai, 18:25

Wissenschaftlich bestätigt?

In diesem Text kommt es so rüber als wäre es ein völlig neuartiges Thema, dass die Wissenschaft erst vor kurzem entdeckt hat.
Benjamin Libet war in den 1980er der erste der Experimente zum Thema Willensfreiheit durchgeführt hat und eben die 0,5s Verzögerung entdeckt hat. Doch Libet gibt dem Gehirn ein Vetorecht, sodass man eine unbewusste Handlung noch bewusst abbrechen kann.
Diese Tests zur Willensfreiheit basieren auf kurzfristige Entscheidungen, aber entschließe ich kurzfristig ein Verbrechen zu begehen? In den meisten Fällen wird eine Gewalttat länger geplant und fällt meiner Meinung nach in das Vetorecht und somit in eine bewusste Entscheidung.

Meine Frage ist, ob die Nichtwillensfreiheit bei länger Andauernden Entscheidung überhaupt schon wissenschaftlich bestätigt worden ist?
Andernfalls kann man sich bei Verbrechern nicht auf das nichtvorhandensein des freien Willen ausreden, oder?

Bernd Schmauß - 23. Mai, 00:13

Freier Wille?

Gibt es einen freien Willen?

Annahme A:
Es gibt keinen freien Willen. Wir sind für unsere Taten nicht verantwortlich. Alle unsere Handlungen sind vorbestimmt (determiniert). Unser Denken und Handeln ist ausschließlich das Ergebnis äußerer Einflüsse:
1) Einflüsse der Gene (dafür können wir nichts!)
2) Einflüsse im Mutterleib (dafür können wir nichts!)
3) Einflüsse durch die Erziehung (dafür können wir nichts!)
4) Einflüsse durch die sonstigen Umweltbedingungen (dafür können wir auch nichts!)
Niemand ist also für etwas verantwortlich. Kein Mörder kann für einen Mord verantwortlich gemacht werden. Aber auch kein Richter, der einen Mörder verurteilt, da auch der Richter für nichts verantwortlich gemacht werden kann, ebensowenig wie der Gesetzgeber für erlassene Gesetze und auferlegte Strafen.
Auch diese Diskussion ist bereits vorbestimmt, ebenso wie deren Ende und die Folgen daraus. Wir brauchen uns gar nicht entscheiden, ob es den Determinismus gibt und welche Folgen das für die Justiz haben könnte, da wir uns ja gar nicht entscheiden können.

Fazit zur Annahme A:

Wir beobachten einfach weiter unsere scheinbaren Entscheidungen.

Annahme B:
Es gibt sowas wie den freien Willen, also können wir auch für unsere Handlungen verantwortlich gemacht werden.

Fritz Letsch - 23. Mai, 00:18

Wenn die Juristen Therapie verstehen würden ...

Leider findet bisher ja kaum Therapie für Straftäter statt, weil die Situation zuerst unlogisch ist, dann nicht genug finanziert: Therapie im Gefängnis, wie sie mit nicht freiwilligen Gruppen stattfindet, kann nur eine Farce bleiben, und für ernsthafte Therapie nach der Hauptstrafe ist zu wenig Geld eingeplant.
Dazu blockieren die meist ärztlichen Analytiker mit ihren hunderten von Stunden die Möglichkeiten anderer Therapieformen wie Gestalttherapie.

Vor kurzem war in der Presse wieder die Frage der Therapierbarkeit eines Kindermörders mit seltsamsten argumenten in Frage gestellt worden, dabei ist die Spur vielleicht gar nicht so schwer zu finden: Wie kam die Gewalt in den Mann? So manche Erziehung produziert weiter Mörder ... auch staatliche.

open-science - 24. Mai, 18:45

Schutz der Gesellschaft oder riskante Gnade

Leserbrief zu Ihrem Artikel „Wie frei ist denn Ihr Wille?“
in P.M. 6/2007, Seite 16.

Sie stellen die Frage: „Ist das Schuldprinzip im Strafrecht noch gerechtfertigt?“ zur Diskussion.
Ich denke, dass man nicht ohne weiteres diese Frage mit Ja oder Nein beantworten kann. Ein Grund ist, dass der Begriff Schuld in unserer Sprache mit unterschiedlicher Bedeutung benutzt wird. Sie beziehen sich nach meinem Verständnis (ich bin kein Jurist) auf eine von Betroffenen anerkannte Straftat. Abgesehen von der Bandbreite der gesetzlich möglichen Auslegung, was eine Straftat ist und was nicht, kommt der Frage des Verstehens, des Einsehens und der Akzeptanz der Tat, die ein Täter begangen hat, eine wichtige Bedeutung zu.

Nach meinem Eindruck verstecken sich noch zu viel Anteile von Rache-Gedanken in den heutigen Gesetzen und auch dem Strafvollzug. Bei Gesprächen mit anderen Menschen höre ich bei schweren Straftaten doch noch sehr oft solche Formulierungen, wie „Dem würde ich es aber mal heimzahlen“, „Der gehört genauso gequält, wie er es gemacht hat“ oder „Bei so einem gehört die Rübe runter“. Da spricht das blanke Rachegefühl aus den Worten. Rache ist aber ein niederer und verwerflicher Trieb des Menschen.

Wer eine schlimme Straftat begangen hat, womöglich noch vorsätzlich, bei dem stimmt doch irgendetwas im Denkvorgang nicht. Der ist für mich in erster Linie krank. Und was machen wir üblicherweise mit Kranken? Wir versuchen sie zu heilen. Also sollten wir dies auch vermehrt mit „kranken“ Straffälligen tun.
Das heißt natürlich nicht, dass man Gefängnisse gegen Krankenhäuser austauschen könnte. Nein. Zunächst muss die Gesellschaft ja gegen Straftäter und eventuelle Wiederholungstäter geschützt werden. Genauso, wie wir es mit einem TBC-Kranken machen: Er wird isoliert zum Schutz der Gesellschaft und dann therapiert.

Die Frage wie es dann nach der Therapie weiter geht, ist beim TBC-Kranken leicht zu beantworten: REHA und Wiedereintritt in die Gesellschaft, weil die Frage: Gesund oder krank ? relativ sicher beantwortet werden kann.

Beim Straftäter ist die Frage ungleich schwerer zu beantworten. Hier sollten größte Sorgfalt und Vorsicht für die Gesellschaft die Leitmotive sein. Den aktuellen Fall von Herrn Klar haben wir sicher alle noch in guter Erinnerung.

Wenn das Risiko für die Gesellschaft zu groß ist, sollte nach meiner Auffassung übrigens „lebenslänglich“ auch lebenslänglich bedeuten, wobei ich nichts gegen eine menschenwürdige Behandlung der Gefängnisinsassen habe. Aber Schutz der Gesellschaft geht für mich vor riskanter Gnade.

Dr. Werner Kurze, Wiesenstr.17, 67141 Neuhofen, am 16. Mai 2007
werner.kurze@tele2.de

Elvira Schröder - 28. Mai, 19:23

Willenlose Wille

Lieber Herr Kurze, ich bin absolut Ihrer Meinung, was den lezten Satz betrifft. Seit Jahren sehe ich Treume, die sich am nächsten Tag erfüllen. Zuerst habe ich sie nicht ernst genommen und als zufällig. Zum Beispiel, wenn man Sorgen hat, ist es zu erwarten etwas unangenähmes zu treumen. Dann habe ich kleine Lächerlichkeiten gesehen, für die ich absolut keinen Grund hatte sie zu träumen. Es war so absurd! Ich habe angefangen meine Träume den Anderen zu erzehlen und Diejenige waren überrascht, als alles in Erfüllung ging.
Ich bin heute überzeug, dass wir nicht alles frei entscheiden können (oder sogar fast garnichts), da sogar nach dem ich von einem Traum "gewarnt worden bin" konnte ich die Vorgänge an nächstem Tag nicht ändern.
Kann ich ein Tag in Zukunft sehen? Nein, da ich das Ganze nicht konrolieren kann. Es is mehr wie ein Fenster, der ab und zu mal sich öffnet.
Ich glaube, dass die Swerstverbrecher gar nicht anders können, als ihre Tat umzusetzen. Nur deswegen müssen sie von der Gesellschaft abgeschirmt werden, mit oder ohne Therapie.
open-science - 24. Mai, 18:52

Gehirnbeobachtung bei Nahtod-Erlebnissen

Betreff: Leserbrief zu P.M 6/2007 S. 16 unten: Gehirnforschung

Das unterbewusste mit- und vorausdenken des Gehirns kann bei den sogenannten Nahtod-Erlebnissen LIVE(!!!) beobachtet werden; da dabei das episodische Gedächtnis durchsucht wird.

Eine Gehirnforschung, welche eine derart offensichtliche Gehirnaktivität übersieht, - ist stümperhaft und daher nicht geeignet, als Grundlage für eine Änderung des Strafrechts zu dienen!

mit freundlichem Gruß
Kinseher Richard
Affeckinger Str. 90
93309 Kelheim
Mail: Kinseher.R-KEH@t-online.de

(PS: Die obige Behauptung habe ich in meinem Buch ´Geborgen in Liebe und Licht - Gemeinsame Ursache von Intuition, Déjà-vu-, Schutzengel- und Nahtod-Erlebnissen´ ISBN3-8334-51963, begründet.
Wenn Sie interessiert sind, kann ich Ihnen auch eine kurze PDF-Datei mit meiner Argumentation zusenden.)

Kinseher Richard - 27. Mai, 15:34

Gehirnbeobachtung II

Bei den sogenanten Nahtod-Erlebnissen erlebt man einen ´Lebensrückblick´: Dabei durchlebt man u.a. auch, wie man Entscheidungen getroffen hat: Das Abwägen des Für und Wider - sowie, welche Konsequenzen die getroffene Entscheidung hatte!
D.h. hier ist deutlich ein Prozess der Entscheidungsfindung erkennbar - und sogar langfristig im Gehirn gespeichert!

Hgss - 17. Jun, 14:25

Notwendige Lügen

Mit den Befunden stoßen wir mal wieder auf eine, wie ich finde, recht interessante Frage, die fast schon an Metaphysik grenzt: Dinge wie freier Wille, Eigenverantwortung, Gerechtigkeit, das Gute, scheinen in unserem Universum unmöglich zu sein. Die Frage ist – woher kommen diese Dinge? Wieso sind sie uns so wichtig? Wieso muss uns das Universum vorlügen, es gäbe sie? Und – wieso können wir ohne sie nicht funktionieren?

Denn Eigenverantwortung und freier Wille mögen Lügen sein, doch es sind notwendige Lügen. Wenn wir wider besseres Wissen annehmen, es gäbe sie, werden wir zu besseren Menschen und die Welt zu einem besseren Ort. Man schaue sich nur viele der Leute an, die für alles die Gesellschaft oder die Umstände verantwortlich machen, aber nie sich selbst. Sie mögen Recht haben mit ihren Schuldzuweisungen – doch durch ihre Weltsicht können sie orientierungslos und träge, wenn nicht gar kriminell werden. Ohne diese Lügen geht der Mensch kaputt.

Deshalb finde ich, das Schuldprinzip sollte beibehalten werden, ohne medizinischen Ausreden allzu viel Freiraum zu lassen. Was die Alternativen Therapie – Strafe angeht, so ist der Unterschied gar nicht so groß. Ist die Strafe nicht eine primitive Form der Therapie, die bewirken soll, dass der Täter nicht rückfällig wird? Ich bin dafür, jeden Straftäter auf die Weise zu korrigieren, die bei ihm funktioniert. Allerdings müsste die Therapie immer mit einer ernstzunehmenden Strafe verbunden werden, der abschreckenden Wirkung wegen. Egal, wie ein Hirn gestaltet ist, wenn die Konsequenz von Raub ein Luxusurlaub auf Dr. Freuds Couch ist, sinkt die Hemmschwelle.

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