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Iseiba - 20. Mai, 18:10

wer will der kann

Natürlich ist es so, das der Mensch sich im Laufe der Evolution viele "Entscheidungshilfen" erworben hat. Kurzfristige Spontanentscheidungen werden von Programmen gesteuert die vererbt, an-erzogen, oder durch Erfahrung selbst programmiert sind.
Dadurch sind wir in der Lage schnelle Entschlüsse zu fassen ohne durch ein langes Abwägen der Vor- und Nachteile Zeit zu verlieren.
Trotzdem sind wir nicht wie Blätter die im Wind der Fremd-entscheidungen umher-geblasen werden. Wir sind durchaus in der Lage immer wieder auf unserem weg zu verweilen und die Richtung zu wählen. Wir sind in der Lage unsere Eigenprogrammierung willentlich zu beeinflussen. Wenn es mich juckt ist sicher ein "programmierter" Bereitschaftsimpuls vorhanden mich zu kratzen, aber ich kann ihn unterdrücken und sogar dauerhaft umwandeln in einen Waschimpuls, wenn ich das WILL.
Sicher gibt es genetische Vorbedingungen für Straftäter, die Ihre Tat-entscheidung begünstigten. Aber solche genetische Vorbedingungen haben wir alle in irgendeiner Weise und wenn es nur eine kräftige Statur ist, die einem 100Kg Hühnen Gewalttätigkeit leichter ermöglicht
als einer 50 Kilo Frau.
Der Mensch entscheidet nicht alles bewusst, aber er *kann* fast immer bewusst entscheiden, wenn er es will und wenn er die Tragweite seiner Entscheidung vorher erkennen kann.
Unser Strafrecht berücksichtigt die Fälle von eingeschränkter Entscheidungsfähigkeit sehr gut. Affekt, Psyche und Geisteszustand sind zu bewerten. Die Diskussion über die Entscheidungsfreiheit der Täter gibt es seit Beginn der ersten Gerichtsbarkeiten.
Die "neuesten" Ergebnisse der Kognitionsforschung sind für mich nicht im Ansatz Grund genug das Schuldprinzip neu zu überdenken.
Der Einzelfall ist es jedoch sehr wohl.

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