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Sonja Schwarz - 20. Jun, 20:08

Äpfel und Birnen

Ich finde es müssig darüber zu diskutieren, ob nun die Geistes- oder die Naturwissenschaften besser, zielführender, wahrhaftiger oder was auch immer, wären. Das ist als ob man Äpfel mit Birnen vergleicht. Das System "Wissenschaft" ist beiden Disziplinen gemein, die Herangehensweise und Forschungsthematik jedoch völlig unterschiedlich. Ich sehe in den beiden "Wissenschaften" auch keine unbedingten Widersprüche. Dennoch frage ich mich, warum die Geisteswissenschaften so einen schlechten Stand haben und aus diesem dunklen Loch scheinbar nicht mehr so richtig herauskommen wollen? Das war, wenn man die Menschheitsgeschichte betrachtet, nicht immer so.
Ich empfinde "Geistreiches" und die Kompetenz, sich über Kultur, Sprache, Geschichte etc. wissenschaftlich verständigen zu können, nicht als minderwertig, sondern als Geschenk. Das ist das, was Menschen zu Menschen macht. Und es gibt nunmal Dinge auf unserer Erde (und darüber hinaus), die mit Naturwissenschaft alleine nicht erklärbar sind, auch wenn das so mancher Naturwissenschaftlicher vielleicht bezweifelt. Für mich stellt sich in keinster Weise die Frage nach "besser" oder "schlechter" - es hat beides seine Berechtigung. In unserer zunehmend pluralistischen Welt muss doch auch ein Wissenschaftspluralismus möglich sein.

Hätte ich heute nochmals die Wahl, würde ich mich jederzeit wieder für ein geistes- bzw. sozialwissenschaftliches Studium entscheiden. Nicht weil ich ein "orientierungsloser Studiker" (Zitat P.M) bin, sondern weil es für mich Sinn ergibt, die Welt mit dem Geist zu erklären, abseits von Zahlen und Formeln.

Liebe Grüße aus Wien

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