Apokalypse CERN?

Weltweit fiebern Physiker der Inbetriebnahme des Teilchenbeschleunigers LHC (Large Hadron Collider) am CERN entgegen. Die gigantische Maschine soll uns bahnbrechende neue Erkenntnisse über die Entstehung unseres Kosmos liefern, über die rätselhafte "Dunkle Materie" und vieles mehr. Womöglich finden die Forscher sogar Hinweise auf zusätzliche Raumdimensionen und parallele Universen. Aber was wird wirklich passieren, wenn die Forscher im Herbst auf den Knopf drücken – und der LHC Teilchen mit ungeheuren Energien bei Fastlichtgeschwindigkeit zusammencrashen läßt? Die meisten sagen: Gar nichts – ausser aufregende neue Wissenschaft. Ein paar wenige behaupten: Die Welt geht unter! Der Hintergrund: Bei den LHC-Experimenten könnten mikroskopische Schwarze Löcher entstehen, also Objekte, deren Anziehungskraft so groß ist, dass aus ihnen nicht einmal Licht entkommt. Die meisten Forscher gehen davon aus, dass solche winzigen Schwarzen Löcher harmlos sind, weil sie praktisch sofort wieder zerstrahlen. Im P.M. Video kommt aber auch ein Vertreter jener Minderheit zur Wort, die das Experiment für unkalkulierbar gefährlich hält, ja sogar verbieten will. Ich persönlich halte es da lieber mit der Devise "no risk, no fun" – und vertraue jener großen Mehrheit von Wissenschaftlern, die das Risiko für minimal halten. Den LHC sehe ich als ein modernes Weltwunder. Ich staune über die Technologie selbst – und mehr noch über das ungeheure, ja ungeheuerliche Experiment, das die Forscher planen. Zum ersten Mal wird es möglich sein, die Verhältnisse der Frühzeit unseres Universums zu simulieren. Eigentlich sollten wir alle zum CERN pilgern, wenn´s losgeht – und eine "Fan-Meile der Erkenntnis" bilden. Und das erste Experiment sollte rund um die Welt auf Grossbildschirmen übertragen werden. Für den Fall, dass es doch kracht, könnten wir die Apokalypse dann wenigstens live verfolgen.
vasek - 27. Mai, 10:35


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