Der Penis und das Porno-Mem
Der männliche Penis ist offenbar schlauer, als wir dachten. Hirnforscher konnten zeigen, dass spezielle Neuronen im Gehirn die Erektion steuern. Zeigt man Versuchspersonen unter dem Hirnscanner Pornobilder, korreliert die Stärke der Erektion mit erhöhter Aktivität sogenannter Spiegel-Neuronen. Die Aktivität der Hirnzellen scheint die Erektion sogar auszulösen. Spiegelneuronen zählen zu den bahnbrechenden neurowissenschaftlichen Entdeckungen der letzten Jahre. Zuerst fand man sie bei Makaken: Wenn ein Affe eine Aktion eines anderen Affen beobachtet, zeigt sich die gleiche Hirnaktivität wie bei jenem Tier, das die Aktion selbst ausführt. Bei Menschen wirkt ein ähnlicher Spiegel-Mechanismus. Forscher bringen die Spiegelneuronen unter anderem mit Empathie in Verbindung - also unserer Fähigkeit, die Gefühle anderer zu deuten. Der Mechanismus ist bis heute rätselhaft – und grenzt wie so viele Vorgänge in unserem Gehirn an Zauberei: Wie ist es möglich, dass unser Denkapparat das Verhalten anderer "spiegeln" kann, obwohl er selbst an diesem Verhalten nicht beteiligt ist? Einige Forscher sehen in den mysteriösen Spiegelneuronen einen Hirnmechanismus, der es uns erlaubt, das Verhalten anderer zu imitieren. Sie könnten eine wesentliche Rolle bei der kulturellen Entwicklung des Menschen gespielt haben. Spiegelneuronen dienen womöglich der Verbreitung von "Memen". Das sind kulturelle Informationen, die durch Imitation weiterverbreitet werden - das kann ein Schlagwort ebenso sein wie eine Melodie, ein Modetrend oder ein Gerücht. Analog zu den Genen unterliegen auch die Meme einem evolutionären Ausleseprozess. Aus Sicht der (umstrittenen) Mem-Theorie ist auch ein pornografisches Bild letztlich ein solches Mem – und die Spiegelneuronen könnten dafür sorgen, dass Pornografie zumindest in den männlichen Gehirnen nicht ausstirbt. Aber das ist natürlich Spekulation. Mehr zur Mem-Theorie demnächst. Heute staune ich nicht nur über das Faszinosum der Spiegelneuronen - sondern auch über die Kühnheit mancher Hirnforscher, die selbst die Eigenheiten der männlichen Physiologie unter ihre bedrohlich rumpelnden Magnetscanner legen. Ich nehme an, es hat nicht wenige Versuche gebraucht, um signifikante Ergebnisse zu erzielen.
vasek - 24. Jun, 09:38


Es ist doch erstaunlich
Das sieht man hier sehr schön an den Backlinks.